Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 40Fedlex · Erläuternder Bericht
TEU/Jahr für das System Schiene-Strasse und 145‘000 bis 155‘000 TEU/Jahr für Schiff-Schiene nötig.
Ohne zusätzliche Umladeanlagen in der Schweiz besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Ladungen dieser Züge vor oder an der Schweizer Grenze auf die Strasse verlagert und danach auf der Strasse in der Schweiz verteilt werden. Im Gegensatz zu heute wäre eine Bedienung bis zum Anschlussgleis oder Freiverlad im Rahmen des EWLV-Systems dann nicht möglich. Eine Einspeisung in das EWLV-System funktioniert nur, wenn die Ganzzüge bis zu schweizerischen Terminals geführt werden und von dort eine einfache Eingliederung ins System EWLV möglich ist.
SBB Cargo und verschiedene KV-Operateure haben den Bedarf an grossen KV-Umschlagsanlagen beim BAV angemeldet. Mit den Projekten Gateway Limmattal und Basel Nord sollen laut SBB die erwarteten Mengen auf der Schiene abgewickelt werden können. Der Terminal Basel-Nord soll dem Umschlag Schiene-Strasse in der Nordwestschweiz sowie dem Umschlag Rheinschiff-Schiene für die ganze Schweiz dienen. Der Gateway Limmattal soll als Terminal für alle KV-Züge im Import-/Exportverkehr bis ins Schweizer Mittelland dienen. Durch die Anbindung an den Rangierbahnhof Limmattal werden die Voraussetzungen für eine vereinfachte Weiterführung der Swiss Split-Verkehre bis zum Anschlussgleis oder eine dezentrale Umschlagsanlage geschaffen.
Auch für den Binnen-KV sind Umschlagseinrichtungen erforderlich. Um einen möglichst langen Schienenlauf zu ermöglichen, sollten solche Anlagen für die ganze Schweiz an den wichtigsten Produktions- und Logistikstandorten bestehen. Insbesondere aufgrund der Annahme, dass das lokale Verkehrsvolumen jeweils gering ist, genügt für die Ansprüche des Binnen-KV in einzelnen Fällen z.B. die Ausrüstung eines Freiverlads mit einem mobilen Umschlagsgerät (sog. "Reachstacker").
1.1.3.3 Die Meterspurbahnen
Die Meterspurbahnen weisen verschiedene Produktionsformen im Güterkehr auf. Sie sammeln und verteilen auf ihren jeweiligen Infrastrukturen Wagen analog dem System EWLV und sind für die Feinverteilung in ihrem angestammten Gebiet verantwortlich. Teilweise bestehen Umschlags- oder Verknüpfungspunkte zum System EWLV, der von SBB Cargo auf dem Normalspurnetz angeboten wird. Hinzu kommen Angebote im kombinierten Verkehr sowie auch konventionelle Ganzzüge (z.B. Mineralöl- oder Holztransporte). Vereinzelt werden auch Gütertransporte in einer gemischten Produktion mit Personenverkehrsangeboten durchgeführt.
In den Bergen kommt dem Schienengüterverkehr - insbesondere der Meterspurbahnen - traditionell eine besondere Rolle zu (Ökologie, Tourismus, Versorgungssicherheit insbes. im Winter). Vor allem im Gebirge kann der Schienengüterverkehr aufgrund der Topografie in der Regel nur zu höheren Kosten angeboten werden. Die wichtigen Anbieter sind die Rhätische Bahn (RhB), die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) oder Chemins de fer du Jura (CJ).
Abbildung 16 zeigt die transportierten Mengen und Tonnenkilometer auf Meterspurbahnen. Im Binnengüterverkehr auf der Schiene werden in der Schweiz rund 1 Million Tonnen Güter transportiert. Die Transportleistung liegt bei über 50 Mio. tkm. Dies verdeutlicht aber auch, dass die Transportdistanzen mit durchschnittlich 50 km sehr kurz sind. Im Vergleich zum Schienengüterverkehr auf dem Normal-