Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2014/32: Änderung des Obligationenrechts (Aktienrecht) · 50 Seiten
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Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer lehnen die neuen Bestimmungen ab; insbesondere bestreiten sie deren Praktikabilität.334 Für neu gegründete Gesellschaften sollten in den ersten 5 Jahren seit ihrer Gründung Erleichterungen vorgesehen werden.335
Zu Artikel 725 (drohende Zahlungsunfähigkeit) werden insbesondere folgende Aspekte vorgebracht:
Die Zahlungsunfähigkeit gemäss Absatz 1 sollte präzisiert werden; an sie knüpfen wichtige Handlungspflichten an.336 Unklar sei auch, wie der Verwaltungsrat insbesondere konzerninterne Finanzierungsmöglichkeiten berücksichtigen darf, z. B. ein Cash-Pooling-System.337 Teils wird vorgeschlagen, dass der Verwaltungsrat gemäss Absatz 2 Sanierungsmassnahmen, die von der Mitwirkung der GV abhängen, berücksichtigen dürfen sollte.338 Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind diesbezüglich hingegen anderer Ansicht.339
Kein klares Bild ergibt sich zur Prüfpflicht des Liquiditätsplans gemäss Absatz 3. Es liege aufgrund des Zeithorizonts von 12 Monaten auf der Hand, dass kaum je ein unbedingtes Prüftestat erteilt würde. Es bestünde sogar die Gefahr, dass sich kaum eine Wirtschaftsprüferin oder ein Wirtschaftsprüfer für die heikle Prüfung finden lässt.340 Diese seien nicht in der Lage, ein positiv formuliertes Urteil über den Liquiditätsplan abzugeben. Für das Prüftestat müsse daher eine negative Zusicherung zum Liquiditätsplan ausreichend sein (vgl. hierzu den heutigen Schweizer Prüfungsstandard 940 zur Prüfung zukunftsorientierter Finanzinformationen).341
Die zwingende Einberufung der GV gemäss Absatz 4 wird abgelehnt. Durch die Publizität würden die Sanierungsaussichten oftmals deutlich verschlechtert. Bei börsenkotierten Aktiengesellschaften greife je nach Umständen die Pflicht zur Ad-hoc-Publizität. Zudem könnte eine Pflicht des Verwaltungsrats zum nachträglichen Informieren der GV vorgesehen werden.342
Kein klares Bild ergibt sich zur Pflicht für den Verwaltungsrat bzw. die zugelassene Revisorin oder den zugelassenen Revisor, gemäss Absatz 5 innert gebotener Frist zu handeln.343
Zu Artikel 725a (Kapitalverlust) werden insbesondere folgende Aspekte vorgebracht:
Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssen die Stossrichtung beim Kapitalverlust explizit.344 Die neue Vorgabe, dass ein Kapitalverlust gemäss Absatz 1 Ziffer 3 auch vorliege, wenn die Erfolgsrechnungen der letzten 3 Jahre je einen Jahresverlust aufweisen, wird jedoch deutlich abgelehnt.345
Der Querverweis in Absatz 2 auf die Bestimmungen zur drohenden Zahlungsunfähigkeit wird von einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als nicht zielführend eingestuft. Bilanzprobleme sollten nicht mit Liquiditätsproblemen gleich gesetzt werden.346
334 SBV, S. 13; VPAG, S. 12; UBS, S. 10 f.; Vischer Rechtsanwälte, S. 11.
335 SECA, S. 5 ff.; Swiss Biotech, S. 5; Vischer Rechtsanwälte, S. 7 ff.
336 UniL, S. 32; Uni NE, S. 28; Glanzmann, S. 1 f.; Lenz&Staehelin, S. 14.
337 Lenz&Staehelin, S. 14; Zurich, S. 11 f.
338 Glanzmann, S. 2.
339 Uni NE, S. 28; Lenz&Staehelin, S. 14 f.
340 VPAG, S. 12; Glanzmann, S. 2; Lenz&Staehelin, S. 15; Zurich, S. 11 f.
341 Treuhand-Kammer (Anhang).
342 SBV, S. 13; Treuhand-Kammer, S. 4/Treuhand-Kammer (Anhang); Treuhand-Suisse, S. 6; Veb.ch, S. 4; BärKarrer, S. 44; Böckli, S. 5; Homburger, S. 79 f. Glanzmann, S. 3; Lenz&Staehelin, S. 15.
343 SGV, S. 9; Uni SG, S. 17; TreuhandSuisse, S. 6/TreuhandSuisse (Anhang); VPAG, S. 12; Veb.ch, S. 4; Böckli, S. 5; Lenz&Staehelin, S. 15.
344 SBV, S. 15; Uni BS, S. 6; Böckli, S. 5; Zurich, S. 11.
345 CVP, S. 6; Economiesuisse, S. 21 f.; UniL, S. 32 f.; Uni NE, S. 29; Uni SG, S. 17 f.; SAV, S. 6 und S. 14; SwissHoldings, S. 23 f.; Treuhand-Kammer (Anhang); TreuhandSuisse (Anhang); OAV, S. 5; Veb.ch, S. 4 f.; Clariant, S. 3; Homburger, S. 80 f.; Lenz&Staehelin, S. 16; Novartis, S. 7; Walderwyss, S. 41.
346 Uni NE, S. 29; Uni ZH, S. 26; Glanzmann, S. 5.