Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2015/45: Bundesbeschluss über die finanziellen Mittel für die Landwirtschaft in den Jahren 2018-2021 · 58 Seiten
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Zukünftige Rahmenbedingungen und Herausforderungen
Für die Schweiz prognostizieren die Klimamodelle im Vergleich zur globalen Entwicklung generell einen stärkeren Temperaturanstieg. Dies wird zu einer höheren Produktivität führen. Aber auch in der Schweiz werden die Variabilität des Klimas und damit das Risiko zum Beispiel von Wasserknappheit in den Sommermonaten zunehmen. Die Schweiz gehört
– mit weiten Teilen Europas und dem Nordosten Nordamerikas – aufgrund der klimatischen Veränderungen mittelfristig weltweit zu den besten Lagen für die Nahrungsmittelproduktion6.
Rohstoff- und Ressourcenverfügbarkeit
Internationale Dimension
Für die Landwirtschaft relevant ist insbesondere die längerfristige Verknappung der fossilen Energieträger und des mineralischen Rohstoffs Phosphor. Der Abbau der Rohstoffvorkommen wird immer aufwändiger und damit in der Regel auch teurer. Für Rohöl wird bis zum Jahr 2040 ein Preisanstieg zwischen 25-30 Prozent prognostiziert, wobei die Unsicherheiten sehr gross sind (Szenario tief: -35%; Szenario hoch: +80%). Bei den natürlichen Ressourcen ist in den nächsten Jahren ebenfalls eine weitere Verknappung zu erwarten. Bis 2025 werden weltweit voraussichtlich zwischen 30 und 40 Millionen Hektaren Agrarland durch Versiegelung verloren gehen. Durch den Klimawandel sinkt die Bodenfruchtbarkeit und die Produktivität der Böden nimmt global um bis zu 8 Prozent ab7. Zudem gehen gemäss Weltbank jährlich zwischen 5 und 10 Millionen Hektaren Agrarland durch starke Degradation verloren. Im Gegenzug wird die landwirtschaftlich kultivierte Fläche - vorwiegend auf Kosten des Primärwaldes - weiter ausgedehnt. Neben dem Boden ist Wasser der entscheidende limitierende Faktor für die landwirtschaftliche Produktion. Die Wassernachfrage für die Ernährung der Bevölkerung wird bis 2050 voraussichtlich um 55 Prozent steigen.
Nationale Dimension
Die Schweiz ist bei vielen Rohstoffen und bei den fossilen Energieträgern stark abhängig von aussereuropäischen Quellen (z.B. Phosphor über 95%). Aufgrund der Bevölkerungszunahme und des erwarteten Wirtschaftswachstums wird im Inland der Druck auf die bereits heute knappen ackerfähigen Flächen und auf die Kulturlandschaft hoch bleiben. Als Folge des Klimawandels ist in der Schweiz damit zu rechnen, dass an gewissen Standorten der Bewässerungsbedarf steigt und Starkniederschläge mit lokalen Überschwemmungen und Erosionsgefahren zunehmen.
Weitere Ressourcen für die landwirtschaftliche Produktion stellen Ökosystemleistungen wie beispielsweise die Bestäubung dar, deren Erhalt auch vom Zustand der Biodiversität abhängt.
Technischer Fortschritt
Internationale Dimension
6 Müller, C., Lotze-Campen, H., Huber, V., Popp, A., Svirejeva-Hopkins, A., Krause, M., und Schellnhuber, H. J. (2006): Towards a Great Land-Use Transformation? In: Brauch, H.G. et al.: Coping with Global Environmental Change, Disasters and Security Threats, Challenges, Vulnerabilities and Risks, S 23-28. Springer, Berlin.
7 Nellemann, C., MacDevette, M., Manders, T., Eickhout, B., Svihus, B., Prins, A. G., Kaltenborn, B. P. ( 2009): The environmental food crisis – The environment’s role in averting future food crises. GRID-Arendal, Arendal.