Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/45: Bundesbeschluss über die finanziellen Mittel für die Landwirtschaft in den Jahren 2018-2021 · 58 Seiten

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Ausgangslage

Aufgrund des erwarteten technischen Fortschritts wird die Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft weiter steigen und damit der Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften sinken. Dadurch wird sich die Abwanderung aus der Landwirtschaft fortsetzen, was insbesondere Länder mit einem hohen Anteil landwirtschaftlicher Bevölkerung vor grosse Herausforderungen stellen wird (Landflucht). Aufgrund von Ertragssteigerungen sowohl im Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung konnte die landwirtschaftliche Produktion in den letzten fünfzig Jahren mehr als verdoppelt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich der biologisch technische Fortschritt fortsetzen wird (Ertragszunahme bei Weizen von 0,9 % p.a.), wobei in Regionen mit bereits hoher Produktivität, wie Europa oder Nordamerika, das Steigerungspotenzial geringer ist als in Regionen mit tiefer Produktivität, wie beispielsweise in weiten Teilen Afrikas. Die Verknappung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen wird neue Technologien begünstigen, welche die Effizienz verbessern bzw. die Abhängigkeit senken.

Nationale Dimension

Die Umsetzung des technischen Fortschritts ermöglicht auch in der Schweiz eine weitere Steigerung der Arbeitsproduktivität, eine Zunahme der Erträge im Pflanzenbau und der Leistungen in der Tierproduktion sowie einen vermehrten Einsatz ressourceneffizienter Technologien und Verfahren.

Wettbewerbsfähigkeit

Internationale Dimension

Die inländischen Produzenten- und Konsumentenpreise für Lebensmittel liegen aufgrund des hohen Grenzschutzes und des in der Schweiz allgemein hohen Kostenumfelds immer noch deutlich über dem internationalen Preisniveau. Aufgrund der aktuellen Prognosen für die Preisentwicklung auf den internationalen Agrarmärkten und der wahrscheinlich anhaltenden Frankenstärke ist mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass sich die Weltmarktpreise auf Frankenbasis substanziell erhöhen werden. Agrarpolitisch hoch gehaltene Produzentenpreise sind ein Risiko, da ein geringerer Anreiz besteht, sich auf die effektiven internationalen Marktentwicklungen auszurichten und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu verbessern.

Nationale Dimension

Die Verschärfung der Wettbewerbsverhältnisse im Agrar- und Lebensmittelbereich aufgrund der Frankenstärke bedingt, dass die Land- und Ernährungswirtschaft ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert. Dies gilt auch im Hinblick auf weitere Marktöffnungsschritte. Dazu sind erstens die Kosten weiter zu senken, um auf der preislichen Ebene gegenüber den ausländischen Konkurrenten nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Dies muss aufgrund der engen Verflechtung und der grossen gegenseitigen Abhängigkeit zwischen der Produktion und den nachgelagerten Sektoren auf allen Ebenen vom Produzenten, über die Verarbeitung bis hin zum Handel synchron erfolgen. Zweitens muss die Inwertsetzung der hohen Schweizer Produktequalität weiter verbessert werden.

Wichtig ist zudem, dass die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette verstärkt wird. Um die Marktanteile im Inland möglichst zu halten bzw. in Bereichen mit tiefer Inlandversorgung und im Exportbereich die Marktanteile auszubauen, ist es zentral, dass die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit parallel sowohl über weitere Kostensenkungen als auch über die verbesserte Inwertsetzung der Qualität erfolgt und die ganze Wertschöpfungskette umfasst. Ebenfalls eine wichtige Rolle für