Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2015/45: Bundesbeschluss über die finanziellen Mittel für die Landwirtschaft in den Jahren 2018-2021 · 58 Seiten
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Ausgangslage
wicklung bei den Agrarprodukten hängt zudem davon ab, wie sich die Energiepreise entwickeln, da zwischen den beiden Märkten eine enge Kopplung besteht. Weiter ist davon auszugehen, dass kurzfristige Angebotsknappheiten künftig häufiger werden, was zu höherer Preisvolatilität auf den Agrarmärkten führen wird.
Auf globaler Ebene bestehen die zentralen Herausforderungen der Zukunft darin, die permanente Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in ausreichender Menge und Qualität durch weitere Produktivitätsverbesserungen zu gewährleisten und dabei die natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser oder Biodiversität nachhaltiger zu nutzen. In vielen Ländern gilt es, Infrastrukturen und politische Rahmenbedingungen für Investitionen in eine nachhaltige Landwirtschaft und in den technischen Fortschritt zu verbessern. Die Reduktion von Lebensmittelverlusten (Food Waste und Food Losses) und die Entwicklung ressourcenschonenderer Konsummuster sind wichtige Elemente zur Limitierung des Nachfragewachstums und der Ressourcenbeanspruchung durch die Ernährung. Wichtige Ansatzpunkte sind auch die Sicherstellung eines funktionierenden Handels zwischen den Regionen und ganz generell die Armutsbekämpfung.
Nationale Dimension
Die globalen Herausforderungen sind grundsätzlich auch für die Land- und Ernährungswirtschaft auf nationaler Ebene von Bedeutung. Die Schwerpunkte liegen jedoch anders. In der Schweiz wird, auch aufgrund einer weiteren Zuwanderung, die Wohnbevölkerung bei einem mittleren Szenario von heute 8 auf 9 Millionen Menschen im Jahr 2050 steigen (hohes Szenario: 10,7; tiefes Szenario: 7,2). Das Durchschnittsalter wird ebenfalls zunehmen, sodass im Jahr 2050 fast 30% der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln durch die Inlandproduktion und über Importe gewährleistet werden kann.
Es ist davon auszugehen, dass die Produktion im Inland durch das Ausnutzen der technischen Möglichkeiten wie dem Zuchtfortschritt oder dem Einsatz effizienterer Technologien weiter steigen wird. Im internationalen Vergleich ist die Intensität der landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz relativ hoch. Sie liegt teilweise über dem für die Ökosysteme tragbaren Niveau; entsprechend werden die natürlichen Ressourcen belastet (vgl. Ziff. 1.2.4). Um den Beitrag der inländischen Produktion zur Versorgung der Schweizer Bevölkerung langfristig zu erhalten, gilt es daher, die Belastung der Umwelt zu vermindern, insbesondere durch die Verbesserung der Ressourceneffizienz. Im Fokus steht eine Produktion, die an die Tragfähigkeit der Ökosysteme und an den Standort angepasst ist und das natürliche Produktionspotenzial möglichst optimal nutzt. Die Ziellücken bei gewissen Umweltzielen im Bereich Landwirtschaft geben einen Hinweis, in welchem Ausmass die Tragfähigkeit der Ökosysteme überschritten wird. Im Pflanzenbau ist die Effizienz beim Einsatz von Hof- und Mineraldüngern, Pflanzenschutzmitteln und anderen Hilfsstoffen zu erhöhen. Das Dauergrünland soll so genutzt werden, dass mit möglichst geringer Zufuhr von Ackerfutter Milch und Fleisch produziert werden kann. Weiter ist die Abhängigkeit der Schweizer Agrarproduktion von nicht erneuerbaren Rohstoffen wie fossiler Energie und Phosphor durch Massnahmen wie die Steigerung der Effizienz oder das Schliessen von Kreisläufen zu reduzieren.
Eine wichtige Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion ist der fruchtbare Boden, der in der Schweiz bereits heute knapp ist. Der durch das weitergehende Bevölkerungswachstum und durch die wirtschaftliche Entwicklung induzierte zusätzliche Flächenbedarf wird die der Landwirtschaft zur Verfügung stehende Fläche in Zukunft weiter reduzieren. Eine der zentralen Herausforderungen ist es daher, die landwirtschaftlich nutzbaren Böden in ihrem Umfang und ihrer Qualität bestmöglich zu erhalten.