Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2016/36: Klimapolitik der Schweiz nach 2020: Klimaübereinkommen von Paris, Abkommen mit der Europäischen Union über die Verknüpfung der beiden Emissionshandelssysteme, Totalrevision des CO2-Gesetzes · 75 Seiten

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Referenz/Aktenzeichen: Q321-0015

6.6.2 Weiterführung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Information und Beratung der Öffentlichkeit und der betroffenen Fachpersonen

Allgemein befürworten die Teilnehmenden die Weiterführung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung der Fachpersonen, die mit klimapolitischen Aufgaben betraut sind, zur Information der Öffentlichkeit über die Milderung und den Umgang mit dem Klimawandel und zur Beratung von Gemeinden, Unternehmen und Verbrauchern bei der Umsetzung der Massnahmen. Über 100 Teilnehmende haben sich explizit für die Weiterführung dieser Aktivitäten ausgesprochen, während sich nur neun dagegenstellen. Bei der Frage nach Verbesserungs- oder Veränderungsvorschlägen finden 35 Teilnehmende, dass Kenntnisse zum Klima in einigen Berufsbildungen zu schulen seien, da in bestimmten Berufen grosse Emissionsreduktionspotenziale bestehen (Bauwesen, Industrie usw.).

Von den Kantonen und den Gemeinden sprechen sich alle Teilnehmenden für die Weiterführung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Information und Beratung der Öffentlichkeit und der betroffenen Fachpersonen aus. So erachten die Kantone TI, NE und SH die Sensibilisierung für Klimaprobleme als äusserst wichtig und sie sind der Ansicht, dass dadurch die Akzeptanz politischer Massnahmen gestärkt werde. Die Kantone BL, GL und ZG sind ebenfalls der Ansicht, dass dieses Programm ein bedeutendes Instrument sei, um das Verständnis über die Zusammenhänge im Klimasystem zu verbessern. Der Kanton VD hält die Aktivitäten für notwendige Begleitmassnahmen zur Klimapolitik. Der Kanton SO sieht sie als wichtiges Instrument zur Förderung eines verantwortungsvollen Energieverbrauchs und ökologisch sinnvoller Investitionen. Viele Teilnehmende geben Vorschläge zur Verbesserung dieser Aktivitäten an. 13 Teilnehmende würden eine verstärkte Koordination bei den Aus- und Weiterbildungsaktivitäten begrüssen (SZ, BL, AR, AI, GR, GL, ZG, SG, NW, OW, LU, Stadt Lausanne, Stadt Zürich). Weiter finden zehn Kantone, dass in einigen Berufsbildungen Klimawissen zu vermitteln sei, da einige Berufe grosse Emissionsreduktionspotenziale bergen würden (BL, AR, AI, GR, GL, ZG, SG, OW, LU, NW). Auch der Kanton ZG merkt an, dass bei den Berufen noch viel mehr Massnahmen getroffen werden könnten. Der Kanton AG erachtet die Information der Öffentlichkeit als Staatsaufgabe, die keine Konkurrenz durch andere Akteure erfahren dürfe. Die Stadt Solothurn gibt an, dass dieses Instrument praxisorientiert sein und die Beziehungen zwischen Kantonen, Gemeinden und Unternehmen stärken müsse.

Bei den Konferenzen, Kommissionen und Gemeindeverbänden sprechen sich alle Teilnehmenden für die Weiterführung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Information aus. Sie wünschen allerdings einige Verbesserungen. So müssten laut EnDK, BPUK und dem Schweizerischen Städteverband in einigen Ausbildungsgängen Kenntnisse zum Klima vermittelt werden, da bestimmte Berufe grosse Reduktionspotenziale bergen würden. Sie würden ebenfalls eine stärkere Koordination der Aus- und Weiterbildungsaktivitäten begrüssen. Der Schweizerische Städteverband spricht sich für eine raschere effektive Umsetzung dieser Massnahmen aus und betont, dass für den Moment nur ein einziges Programm vorgeschlagen worden sei. Der Schweizerische Gemeindeverband schlägt schliesslich vor, die Gemeindeebene bei den Ausbildungs- und Informationsaktivitäten stärker zu integrieren.

Fast alle politischen Parteien sprechen sich für die Beibehaltung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Information und Beratung der Öffentlichkeit und der betroffenen Fachpersonen aus. Die BDP erachtet diese Massnahmen als wichtige Staatsaufgabe. Die meisten Parteien schlagen mögliche Anpassungen vor. SP, Grüne und Junge Grüne wünschen sich insbesondere, dass interdisziplinäre Kenntnisse zum Klima in die Aus- und Weiterbildungen für Berufe im Zusammenhang mit dem Klimawandel einfliessen (Mobilität, Stadtplanung, Wohnungsbau, Landwirtschaft usw.). Die GLP schlägt vor, Erfolgskontrollen einzuführen, um dieses Sensibilisierungssystem zu steuern. Die FDP äussert sich etwas kritischer. Auch wenn sie anerkennt, dass die Sensibilisierung für Klimaprobleme sehr wichtig sei und zur Stärkung der Akzeptanz politischer Massnahmen beitrage, will sie nicht, dass die Bundesämter sich zu sehr in die Berufsbildung und die Inhalte der Berufslehren einmischen. Nur die SVP spricht sich gegen die Weiterführung der Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Information aus. Sie hält dieses Programm für eine staatliche Indoktrination und ist der Meinung, dass solche Aktivitäten in einem liberalen Staat nichts zu suchen haben.

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