Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/73: Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 (AS 2030/35) · 95 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 55Fedlex · Erläuternder Bericht

AS 2030/35

verkehr mit mehr Rollmaterial und die damit verbundene, stärkere Nutzung von Gleisen in Knoten lösen einen Bedarf an zusätzlichen Abstellanlagen und neuen betrieblichen Güterverkehrsanlagen aus.

Bereits Ende 2016 konnte der gesamtschweizerische Bedarf an Abstellanlagen durch die SBB ausgewiesen werden. Dieser Bericht bildete die Grundlage für die Projektierung von diversen Abstellanlagen in Genf, Bern, Basel, Wolhusen, Arth-Goldau, Zürich-Mülligen, Schaffhausen und Chiasso. Diese Projektierungen sind im Gang und weisen einen unterschiedlichen Bearbeitungsstand auf.

Der Bedarf an neuen Güterverkehrsanlagen ist abhängig von der Bestellung durch einen Betreiber. Mit dem AS 25 werden nur die Zufahrten zu diesen Anlagen, nicht jedoch die Anlage selber finanziert. Aus diesem Grunde ist eine abschliessende Beurteilung der auszubauenden Anlagen nicht möglich. Die Projektierungen wurden beim Betriebswechselpunkt in Basel, beim regionalen Terminal in Dietikon, bei den Annahmegleisen Zürich Ost und den Annahmegleisen in Gossau aufgenommen. Für die Standorte Vufflens, Gäu und Zürich Ost sind noch offene Punkte abzuklären.

r. Privatbahnen (MGI, MVR, RBS, RhB, SOB, zb)

Unter dieser Rubrik sind die Ausbauten der sechs Privatbahnen zusammengefasst. Einige haben einen direkten Zusammenhang mit Ausbauten auf dem SBB-Netz, andere haben keine Bezugspunkte dazu.

MGI

Der Angebotsausbau bei der MGI sieht einen exakten Halbstundentakt auf dem Abschnitt Brig–Zermatt und den Halbstundentakt ohne Lücke zwischen Brig und Fiesch inklusive Kreuzung mit dem Glacier-Express vor.

Dazu sind vordringlich die folgenden vier Infrastrukturmassnahmen notwendig:

- Der rund 100 m lange doppelspurige Herdtunnel liegt direkt unter dem Heliport Zermatt. Er wird beidseitig mit Stützmauern

ergänzt, die später als Lawinengalerie ausgebaut werden können. Der Bau hat bereits begonnen.

- Für die Kreuzungsstelle Schwiedernen soll das Ausweichgleis mit schnell befahrbaren Weichen ausgestattet und das bestehende

Gleis erneuert werden. Die Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen.

- Für die Kreuzungsstelle Sefinot soll das Ausweichgleis mit schnell befahrbaren Weichen ausgestattet und das bestehende Gleis

erneuert werden. Die Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen.

- Die Kreuzungsstation Lax wird auf 483 m verlängert. Damit können zwei Züge hintereinander in die Kreuzungsstelle einfahren.

Zusammen mit der Verlängerung wird auch das bestehende Gleis erneuert. Die Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen.

MVR

Die MVR plant die Einführung des 15'-Takt zwischen Vevey und Blonay auf Mitte 2019. Dazu ist eine neue Kreuzungsstelle in Gilamont notwendig. Die Bauarbeiten sind im Gang.

RBS

Die S8 soll für den Horizont 2020 im Halbstundentakt bis nach Bätterkinden verlängert werden.

Dazu sind die folgenden drei Infrastrukturmassnahmen notwendig:

- Ausbau der Strecke Grafenried–Jegenstorf zu einer rund 2.5 km langen Doppelspur. Das Plangenehmigungsverfahren ist noch

im Gang.

- Ausbau Bätterkinden Süd–Büren zum Hof inklusive einer 1 km langen Doppelspurinsel. Das Plangenehmigungsverfahren ist

noch im Gang.

- Ausbau des Bahnhofs Bätterkinden mit einem Wendegleis von 180m Länge. Das Plangenehmigungsverfahren ist noch im Gang.

RhB

Mit dem Angebotskonzept Retica 30 vollzieht die Rhätische Bahn den Halbstundentakt auf ihren wichtigsten Linien. Der Angebotsausbau geschieht primär auf der Achse Landquart–Klosters–Davos sowie nach St. Moritz via Zernez. Durch das Führen von zwei Zugsteilen ergeben sich aus Landquart ein Halbstundentakt für Davos und Klosters sowie ein Stundentakt für Scuol-Tarasp und St. Moritz.

Für den Angebotsausbau sind folgende vier Massnahmen notwendig:

- Die heute einspurige Strecke wird von Landquart bis 400 m nach Malans auf eine durchgehende Doppelspur ausgebaut und mit

zwei Kurvenstreckungen vor und nach dem Bahnhof Malans ergänzt.

- Die heute einspurige Strecke von Bever nach Samedan wird auf Doppelspur ausgebaut. Zusätzlich muss in Samedan der Gleis-

kopf Seite Bever angepasst und der Bahnhof Bever komplett umgebaut werden.

- In Sagliains werden heute die Autozüge auf Gleis 2 vorgezogen, um Lastwagen auf dem Zugteil Seite Selfranga auf- und abla-

den zu können. Um die Kapazität zu steigern, wird die Verladerampe an Gleis 1 bis zum Tunnelportal verlängert und zusätzlich eine Weichenverbindung angepasst.

- Im Raum zwischen Sagliains und Lavin muss eine neue Umsteigestation erstellt werden. Ursprünglich sollte in Lavin-Crusch

eine neue Haltestelle erstellt werden, welche bei der Bevölkerung jedoch zu grossem Widerstand geführt hat. Als Alternative wird die Umsteigestation in Sagliains vorgesehen. Dank des neuen Umsteigebahnhofs können die Fahrzeiten reduziert und die Kreuzungen im Vereinatunnel optimaler gelegt werden.

Bei allen Ausbauten laufen die Projektierungen oder haben die Bauarbeiten gestartet.