Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
und Baden Regio wollen im Rahmen der Projektoptimierung in Etappe 3 bei der Behandlung möglicher Nutzungskonflikte mit Materialabbau, Geothermie, Mineral- und Thermalwasservorkommen und dem Forschungsbetrieb des PSI einbezogen werden. Die Nutzung der Mineral- und Thermalquellen dürfe in keiner Weise beeinträchtigt werden.
Für die Bad Schinznach AG sind die Analysen der geologischen Grundlagen bezüglich des Schutzes des Thermalwassers von Schinznach Bad nicht vollständig. Es bestünden divergierende Auffassungen zum Thermalwasser-System. Nördlich der Jura-Hauptüberschiebung werde die Hydrogeologie des Thermalwassers noch nicht verstanden; dem müsse vertieft nachgegangen werden. Die Nagra sehe es als sicher an, dass kein Grundwasser von nördlich der Hauptüberschiebung zur Therme Schinznach gelangen könne, obwohl es dazu auch andere Erkenntnisse gebe und die 3D-Seismik noch nicht ausgewertet sei. Die Bad Schinznach AG erwähnt mehrere Fragen, welche in Etappe 3 zwingend zu klären seien: etwa die Erkennung möglicher Brüche mittels 3D-Seismik, welche Wasserflüsse in vertikaler und in N-S-Richtung zuliessen oder die Abklärung, ob die postulierten Barrieren wie Gipskeuper oder Anhydrit im Bereich der Hauptüberschiebung wirklich überall dicht seien. Gemäss kantonalem Recht besitze die Therme das alleinige Nutzungsrecht für alles Thermalwasser im Umkreis einer Wegstunde. In den bisherigen Konzepten und Analysen sei der Thermenschutz nicht oder nur unzulänglich betrachtet worden.
Die Schenkenberger Mineralquellen haben die Planungsarbeiten für eine erneute Nutzung der Quelle sistiert, seit der Standort JO für die weitere Untersuchung vorgeschlagen ist. Sie sehen keine Marktchancen für ein Mineralwasser aus der unmittelbaren Umgebung eines Tiefenlagers. Der materielle und immaterielle Wert der geschichtsträchtigen und kulturhistorisch wichtigen Mineralwasserquelle werde so vernichtet. Es stellten sich deshalb zwingend Fragen allfälliger Schadenersatzansprüche, auch hinsichtlich der länger dauernden Planungsunsicherheit.
Die Holcim Schweiz AG lehnt ein gTL im Standortgebiet JO ab, weil sich dadurch für den im Standortgebiet gelegenen Steinbruch Gabenchopf (Villigen) Komplikationen für den Abbau mineralischer Rohstoffe zur Zementproduktion ergeben würden. Auch der Bundesrat habe die Bedeutung der Gewinnung mineralischer Rohstoffe für Wirtschaft und Gesellschaft der Schweiz anerkannt.
Nördlich Lägern
ZurzibietRegio und mehrere Gemeinden206 betonen die Wichtigkeit der Thermalquelle Bad Zurzach für den Bäder- und Gesundheitstourismus im Zurzibiet. Deren Qualität und Nutzung dürfe durch das Tiefenlager in keiner Weise beeinträchtigt werden.
Pro Ehrendingen und LoTi empfehlen, den Permokarbontrog gründlich zu untersuchen und das Ressourcenpotenzial für NL definitiv abzuklären.
Zürich Nordost
Die Grünen SH fordern, die Wärmeschwelle in der Region genauer zu evaluieren und fragen, ob Erdwärmebohrungen mit Tiefen von über tausend Metern eine Gefahr für die Langzeitsicherheit darstellten. Marthalen fordert, dass Erdsondenbohrungen oder andere Erneuerungen auf ihrem Gebiet nicht eingeschränkt werden dürfen.
206 Koblenz, Lengnau AG, Leuggern, Schneisingen.