Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

telbaren Umgebung des gTL abzuschätzen und bei Bautätigkeiten im Untergrund – wo nötig – frühzeitige Monitoring-Programme zu starten, um mögliche baubegleitende Veränderungen erfassen zu können.

Die Priorisierung zwischen verschiedenen Nutzungsansprüchen (z. B. Forschungsbetrieb am PSI, vorhandene oder geplante Naturparks, Abbau von Steinen, zukünftige Tunnel) sind in einem gesellschaftlichen Diskurs zu lösen. Für das Sachplanverfahren hat bei der Standortwahl die Sicherheit oberste Priorität. Ziel dieses Verfahrens ist die Bestimmung des sichersten Lagerstandortes. Bei Zielkonflikten mit anderen Aktivitäten ist zunächst zu klären, inwiefern diese tatsächlich ortsgebunden sind.

JO: Die genannten erhöhten Wärmeflussdichten im Standortgebiet JO stehen möglicherweise im Zusammenhang mit den Randstörungen des Permokarbontrogs. Entlang von Trogrändern ist mit erhöhtem Wärmefluss zu rechnen, wie diverse warme Quellen (Bad Schinznach, Baden) belegen. Zwischen den Randstörungen über dem Permokarbontrog, d. h. im geologischen Standortgebiet JO, sind hingegen reduzierte Wärmeflüsse zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die von der Nagra in Etappe 3 geplanten Bohrungen dazu weitere Erkenntnisse liefern werden.

Vorgängig zur Erhebung der 3D-seismischen Messungen (Winter 2015/2016) wurden durch die Nagra Informationen zu allen Quellen im Umkreis des Standortgebiets JO erhoben. Ein hydraulischer Zusammenhang zwischen dem Lagerbereich und den Mineral- und Thermalwasserquellen von Bad Schinznach (Warmbach-Quelle, Schenkenberg-Quelle) wird vom ENSI zurzeit als unwahrscheinlich erachtet, da zwischen dem Standortgebiet und Bad Schinznach die Jura-Hauptüberschiebung verläuft und damit die Wasserflüsse im Standortgebiet von denjenigen südlich der Jura-Hauptüberschiebung entkoppelt werden.

Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe zur Zementproduktion wird im Ergebnisbericht beim Objektblatt JO als Koordinationsbedarf ausgewiesen.

NL: Die Daten zu den Thermalwasserquellen in Bad Zurzach weisen auf eine kristalline Herkunft des Wassers hin.207 Ein hydraulischer Zusammenhang mit den für das mögliche Tiefenlager relevanten Gesteinsschichten ist daher nicht gegeben. Die Tiefbohrungen in Etappe 3 werden dazu weitere Erkenntnisse liefern.

ZNO: Wie oben erläutert, wurde für alle die geologischen Standortgebiete eine Vollzugshilfe in Form von Karten geschaffen, aus denen hervorgeht, wie tief Erdwärmebohrungen ohne Einschränkungen durchgeführt werden dürfen. In der Bauzone der Gemeinde Marthalen beginnt der Schutzbereich erst in einer Tiefe von 400 m, d. h. tiefer als die meisten aktuell bewilligten Erdwärmesondenprojekte.

3.5.16 Inventar, Abfallbehandlung und Konditionierung

B90/Grüne Waldshut, BUND Mittlerer Oberrhein und Umweltinstitut München fordern vor der Planung eines gTL ein genaues und fixiertes Abfallinventar in Menge und Volumen zu erstellen.

Der Kanton ZH stellt Forderungen nach der Verminderung des Metallanteils und von gasbildenden Abfällen (SMA), nach einer Abklinglagerung geeigneter Betriebsabfälle, zum Umgang mit Ionentauscherharzen und zu einer Optimierung der Konditionierungsmatrizen, z. B. durch Pyrolyse. LoTi und Pro Ehrendingen empfehlen die thermische Behandlung aller Abfälle, die mehr als fünf Prozent organische Stoffe enthalten, um die Anzahl Lagerbehälter zu reduzieren und damit die Lagerfläche zu verkleinern.

207 Burger 2011 «Die Thermalwässer und Mineralwässer im Kanton Aargau und seiner näheren Umgebung» in Mitteilungen der aargauischen Naturforschenden Gesellschaft; Band 37, 2011, S. 91 - 111;