Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

Handhabung und Lagerung dieser Abfallgebinde erforderlich. Auch hinsichtlich der Langzeitsicherheit bringt die Volumenreduktion keine wesentlichen Vorteile.

Es gibt aber sicherheitstechnische Aspekte – wie die Verringerung der Gasproduktion oder der Radionuklid-Komplexierung im gTL –, für die eine Reduktion der organischen Abfälle eine sinnvolle Option darstellt. Deshalb ist die Weiterführung entsprechender Projekte der KKW-Betreiber zur Reduktion der organischen Abfälle (z. B. der bituminierten Abfälle) zu begrüssen.

Verminderung des Metallanteils: Basierend auf dem aktuellen Kenntnisstand bezüglich der Gasbildung im gTL zeigt sich, dass die Reduktion und das Einschmelzen metallischer Abfälle ein höheres sicherheitstechnisches Optimierungspotenzial bietet als die Reduktion der organischen Rohabfälle. Vgl. dazu auch Kapitel 3.5.17. Die Minimierung von metallischen Abfällen wird bereits im Betrieb von Kernanlagen z. B. durch Dekontamination gewährleistet. Auch in den Stilllegungsplanungen der Werke wird durch Anwendung von Dekontamination und Abklinglagerung ein besonderes Augenmerk auf die Minimierung metallischer Abfälle gelegt. Das Einschmelzverfahren für metallische Abfälle kann bei Bedarf zu jedem Zeitpunkt bis zur Einlagerung der Abfälle im gTL zur Anwendung kommen, sofern die metallischen Abfälle nicht bereits anderweitig irreversibel konditioniert sind.

3.5.17 Gasbildung und HAA-Behältermaterialien

Der Kanton SH anerkennt zwar Fortschritte im Prozessverständnis und in den Lösungen bezüglich Gasbildung und -transport, findet jedoch nicht nachvollziehbar, dass in der Stellungnahme der EGT zur Frage der Gasentwicklung210 die unterschiedlichen Gastransporteigenschaften bei der Bewertung der Wirtgesteine nicht als entscheidungsrelevant eingestuft wurden, besonders weil das Spektrum der gasbildenden Reaktionen bei den SMA-Abfällen noch weitgehend unbestimmt sei.211 Die Gasbildung erfordere eine sorgfältige Planung und Dimensionierung der Lagerkomponenten. Grundsätzlich sei den dannzumal ausführenden Generationen ausreichend Spielraum bei Auslegung, finaler Dimensionierung und Interventionsmöglichkeiten zu gewährleisten.

Nach mehreren Organisationen212 und zwei Einzelpersonen seien im Inventar der schwach und insbesondere der mittelradioaktiven Abfälle noch bedeutende Anteile organischer Stoffe und somit eine potenzielle Quelle für Gase enthalten. Gemäss SES und WWF Schweiz sei dies bei den SMA-Abfällen zusammen mit den grossen Volumina und dem weiten Spektrum von Metallteilen die grösste Herausforderung. Grüne Schweiz, SES, WWF Schweiz und drei Einzelpersonen erachten aus den Abfällen produzierte Gase als Risiko für die Barrierenwirkung und als möglichen Vektor für den Transport radioaktiver Stoffe in die Biosphäre. Daher sei vorzusehen, alle Abfälle mit mehr als fünf Prozent organischen Stoffen vor der Einlagerung thermisch zu behandeln (mehrere Einzelpersonen) bzw. mittels geeigneter Verfahren zu «mineralisieren» (SES, WWF Schweiz). Von einer Einlagerung unkonditionierter SMA-Abfälle im Opalinuston sei abzusehen (SES, WWF Schweiz). Grüne Schweiz und SP Schweiz erwähnen weiter die Gasbildung aufgrund der Korrosion der verschiedenen Metall-Abfälle.

Eine Einzelperson erkundigt sich nach dem Erkenntnisstand zur Verhinderung von Zersetzung und Korrosion organischer und anorganischer Materialien. Forschungsbedarf besteht für mehrere Organisationen213 weiter bezüglich der Auswirkung der Gasentwicklung und des damit verbundenen Drucks auf dichte Gesteine wie den Opalinuston insbesondere bezüglich der Langzeitsicherheit. Grüne Schweiz,

210 EGT 2017 «Stellungnahme der EGT zum Vorschlag weiter zu untersuchender geologischer Standortgebiete», S. 9 und S. 13.

211 EGT 2017 «Stellungnahme der EGT zum Vorschlag weiter zu untersuchender geologischer Standortgebiete», S. 28.

212 Grüne Schweiz, SP Schweiz, SP Bezirk Baden; SES, WWF Schweiz.

213 Grüne Schweiz, SP Schweiz, SP Bezirk Baden; SES, WWF Schweiz.