Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
schliessen damit der Empfehlung des AdK aus dessen Stellungnahme vom September 2017 an, wonach Störungen in und an Permokarbontrögen sowie deren Sedimente bezüglich künftiger Nutzungskonflikte an den jeweiligen Lagerstandorten zu kartieren seien.
Der Kanton AG weist darauf hin, dass seine Thermalquellen gemäss kantonaler Verfassung einen Schutzstatus als Heilwässer geniessen. Thermalbäder und die ihnen angeschlossenen Betriebe seien bedeutende Dienstleistungsunternehmen, die pro Jahr von über einer Million Gäste besucht würden. Kenntnisse der tiefen Hydrogeologie seien unerlässlich als Grundlage für die Beurteilung der Standortgebiete. Er gibt zu bedenken, dass die bisherigen regionalen und lokalen hydrogeologischen Modelle auf einer kleinen Datenbasis beruhten und deshalb der Kenntnisstand über die hydrogeologischen Verhältnisse innerhalb der Standortgebiete klein sei. Er fordert deshalb weitere Abklärungen in Etappe 3, um die Unsicherheiten zu verringern.
Mehrere Gemeinden, Organisationen204 und zahlreiche Einzelpersonen verlangen die Abklärung der räumlichen Ausdehnung und des Aufbaus des Permokarbontrogs. Seine allfällige zukünftige Nutzung dürfe durch ein gTL nicht verunmöglicht werden. Andernfalls sei eine gesetzliche Grundlage für die Kompensation allfälliger Erlösausfälle zu schaffen. Die SP Schweiz fordert, den Vorrang des Schutzes des Tiefenlagers vor Interessen der Rohstofferkundung langfristig sicherzustellen.
B90/Grüne Singen, KLAR! (D) und mehrere Einzelpersonen fragen, wie Einwirkungen durch Bohrungen, Bohrlochstimulation oder Fracking auf das Tiefenlager verhindert und überwacht werde, in welchem Umkreis heute und künftig neue Bohrungen genehmigt werden und ob es dafür grenzüberschreitende Verfahren gebe. Ausserdem interessiere, welche Trinkwasservorkommen und Heilquellen – konkret Bad Zurzach und Bad Säckingen – heute und in Zukunft vom Bau des gTL beeinträchtigt werden.
Jura Ost
Pro Bözberg macht auf mögliche Nutzungskonflikte mit dem Geothermiepotenzial und mit den Kohle- und Erdgasvorkommen im Permokarbon aufmerksam. Die Nagra müsse zu Abklärungen über deren Auswirkungen auf die Langzeitsicherheit verpflichtet werden und die Aufsichtsbehörden müssten die entsprechenden Ergebnisse überprüfen. Der Verein fordert weiter, dass in Etappe 3 aufgezeigt werden müsse, welche Massnahmen eine qualitative oder quantitative Beeinträchtigung der Thermalwassernutzung verhindern könnten. Zur Beweissicherung sei eine regionale Überwachung der Thermalwasserzuflüsse einzurichten. Zudem seien Massnahmen für den Fall einer allfälligen Havarie vorzubereiten. Auch NWA Schweiz und NWA AG weisen auf mögliche Konflikte mit dem vorgesehenen Kalkabbau, der Thermal- und Trinkwassernutzung, der Geothermienutzung und einer möglichen Kohle- oder Erdgasförderung hin und verweist auf die Empfehlung von nuclearwaste.ch, keine Lagerstandorte in Gebieten oberhalb von ausbeutbaren Bodenschätzen vorzusehen. Sie bezweifeln ausserdem, dass der Bau weiterer Tunnel durch den Bözberg über eine Million Jahre verhindert werden kann.
Mehrere Organisationen205 und zahlreiche Einzelpersonen befürchten Konflikte mit der Nutzung des in der Region vorhandenen grössten geothermischen Wärmeflusses der Schweiz, dem Forschungsbetrieb des PSI, dem BLN-Objekt Aargauer Tafeljura und dem Jurapark Aargau. Der VGKA würde sich den Standort des Tiefenlagers in einem Gebiet mit einer geringeren Wärmestromdichte wünschen, unterstützt aber das Ziel, die Standortwahl nur nach Sicherheitskriterien zu treffen. Nutzungskonflikte sieht er beim Standort der OFA, weil sich das Gebiet Villigen sehr für eine geothermische Nutzung eigne. Andere mögliche OFA-Standortareale würden weniger Nutzungskonflikte verursachen. Würenlingen
204 Benken ZH, Diessenhofen, Feuerthalen, Gailingen am Hochrhein, Henggart, Rheinau, Schlatt TG, Thalheim, Truttikon; Grüne SH, Grüne ZH, Grüne Weinland, SP SH, SP ZH, SP Beringen, SP Stein am Rhein, SPD Singen; Hochrhein Aktiv, Kernfrauen, KLAR! Schweiz.
205 SP AG, SP Bezirk Baden, SP Bezirk Brugg; KAIB, IG BoB.