Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
Die Behandlung von Abfällen mit organischen Stoffen wird in Kapitel 3.5.16 behandelt.214
HAA-Behältermaterialien: In den Unterlagen zu Etappe 2 schlug die Nagra als bevorzugtes HAA-Behältermaterial geschmiedeten Stahl ohne Beschichtung vor. Die Nagra verfolgt jedoch ein breites Spektrum weiterer möglicher Materialien. Die Verwendung von Keramikbehältern für HAA wurde in verschiedenen Ländern untersucht, jedoch nicht in deren Lagerkonzepte aufgenommen.
Für die Auswahl von geeigneten Standortgebieten und somit für den aktuellen Stand des Sachplanverfahrens sind die Behältermaterialien von untergeordneter Bedeutung. Eine Festlegung der Behältermaterialien muss erst im Rahmen der kernenergierechtlichen Bewilligungsverfahren erfolgen.
3.5.18 Methodik für die Standortwahl
Methodik für die Standortwahl in Etappe 2
Henggart und Thalheim an der Thur, die Grünen SH sowie drei Einzelpersonen betonen ihre Überraschung über den Einengungsvorschlag der Nagra auf zwei Standortregionen. Es dürfe kein Standort zurückgestellt werden, bei dem der Platz für die Abfälle der bestehenden KKW ausreiche. BUND Mittlerer Oberrhein und zahlreiche Einzelpersonen können nicht nachvollziehen, weshalb die Nagra sich zunächst für zwei Standortgebiete entschieden habe, zumal die Einengung auf einer ungleichen Datenbasis der Standortgebiete basierte. Die fehlende fachliche Nachvollziehbarkeit zeige sich auch dadurch, dass WLB einst als sicherster Standort bezeichnet und heute wieder verworfen werde.
B90/Grüne Waldshut erachtet die von der Nagra getroffenen Annahmen als nicht überprüfbar. Das Umweltinstitut München bezweifelt, ob aufgrund der bereits bekannten geologischen Störungen überhaupt eines der drei weiter zu untersuchenden Standortgebiete geeignet sei. Eine Einzelperson kritisiert die Dokumentation in den Objektblättern zu Etappe 2 dahingehend, dass eine objektive Unterscheidung zwischen den Regionen nicht möglich sei. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die zusammenfassende Beurteilung trotz unterschiedlicher Beschreibung überall dieselbe sei («keine Nachteile»).
ContrAtom vermisst einen Vergleich mit Erfahrungen und Forschungsarbeiten aus dem Ausland.
Methodik für die Standortwahl in Etappe 3
Das Forum VERA Schweiz und ReGeMo Schweiz betonen, dass am Ende die am besten geeignete Region ausgewählt werden müsse. Gemäss Lauchringen und einer Einzelperson müssen vor der Entscheidung über einen Standort, zuerst ausführlich alle nötigen Analysen und Sicherheitskonzepte erarbeitet werden – insbesondere im Hinblick auf die Grundwasserverhältnisse. Der Verein Pro Bözberg erwartet, dass die drei Standortgebiete umfassend und gleichwertig untersucht werden.
Pro Natura empfiehlt, den Standortentscheid nicht vorschnell zu fällen und die Standortwahl auf den Wissensstand des Tiefenlagerkonzepts abzustimmen. Ebenso solle die Steuerung und das Verfahren
214 Detailliertere Ausführungen über die Bedeutung der Mikroben bei der Gasbildung finden sich in der TFS-Frage 8: Mikroorganismen in geologischen Tiefenlager.