Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
nisch möglich sei (B90/Grüne Waldshut). BUND-Umweltzentrum Ortenau und zahlreiche Einzelpersonen fordern, die vorgesehenen geologischen Formationen nochmals gründlich auf ihre Eignung für ein gTL zu untersuchen. Der BUND Mittlerer Oberrhein und zahlreiche Einzelpersonen verlangen eine umfassende untertägige Erkundung, bevor ein Standortentscheid gefällt wird. Dabei seien insbesondere geologische Schwachstellen vertieft zu untersuchen und die Kosten dürften dabei keine Rolle spielen. Eine Einzelperson wünscht mehr Klarheit, dass gesellschaftliche, politische und finanzielle Überlegungen tatsächlich den sicherheitstechnischen Anforderungen untergeordnet werden. Das Forum VERA NL erwartet für die weitere Untersuchung des Standortgebiets NL, dass die Frage der bestmöglichen Sicherheit vor der bautechnischen Machbarkeit Vorrang habe.
Es werden zahlreiche offene Fragen und Themen der Sicherheit genannt, die es in Etappe 3 abzuklären gelte: Die Kantone AG, SH und ZH verlangen, in Etappe 3 standortspezifische Lagerkonzepte als Basis für die jeweiligen bautechnischen Referenzprojekte zu entwickeln. Der Kanton ZH ergänzt, er erwarte von der Nagra die Erarbeitung eines Referenzprojektes als Grundlage für den Sicherheitsnachweis und die provisorische Standortauswahl. Um am Ende von Etappe 3 für jeden Standort Eignungsaussagen machen zu können, fordert er frühzeitig standortspezifische Nachweiskonzepte, die auch ein Verfahren mit Bewertungsmassstäben enthalten. Die grenznahen Landkreise und eine Einzelperson erwarten, dass die Arbeiten zu den Gebirgseigenschaften des Opalinustons, zur bautechnischen Machbarkeit und zur Bestimmung des Platzbedarfs nicht generell, sondern standortspezifisch erfolgen.
Der Kanton SH will wissen, ob das Wirtgestein Brauner Dogger weiterhin für Lagerbauten für Abfälle mit tieferen Anforderungen an die Barrierenwirkung in Frage komme und um welche Abfälle es sich dabei handeln würde. Die Rolle der weiteren Wirtgesteine in Etappe 3 soll geklärt werden und die Anforderungen an ein allfälliges Lager im Braunen Dogger seien zu erläutern.
B90/Grüne Waldshut und drei Einzelpersonen sprechen sich dafür aus, sicherheitsrelevante Fragen der Langzeit- und Betriebssicherheit wie Erosionsszenarien, Erdbebenrisiken, tektonische Störungen, Tiefenbeschränkungen, Grund- und Trinkwassergefährdung sowie Notfallszenarien noch vor der Festlegung der Standortgebiete zu klären und durch belastbare Konzepte zu erhärten. Dabei brauche es ein Kontrollsystem mit Nachbesserungsmöglichkeiten. Ohne solche fundierten Abklärungen sei es verfrüht, Standortgebiete für gTL festlegen zu wollen. Grüne SH, Grüne Weinland, ContrAtom und zahlreiche Einzelpersonen verlangen vertiefte Untersuchungen zum Permokarbontrog. Aus Sicht der SP Schweiz braucht es weitere Arbeiten zu den Behältermaterialen für radioaktive Abfälle (Korrosion, Gasbildung, Test von nicht-metallischen Materialen). Mit Blick auf zwei Vorfälle in den USA erwarten B90/Grüne Singen, KLAR! (D) und mehrere Einzelpersonen, dass die Gefahr eines Brandes in einem Tiefenlager und die nötigen Vorkehrungsmassnahmen detailliert beschrieben werden. Für die SP Schweiz, SES und den WWF Schweiz ist wichtig, dass offene Fragen zum Lagerkonzept und zur Lagersicherheit angegangen und Lösungen zur Überwachung, Rückholbarkeit der Abfälle und zur Lagerkennzeichnung erarbeitet werden. Auch entsprechende Demonstrationsexperimente seien zügig zu realisieren. Eine Einzelperson bezweifelt, dass die bisherigen Experimente im Felslabor Mont Terri ausreichen, um Entwicklungen über Jahrtausende zu simulieren. Deshalb fordert sie die rasche Erarbeitung neuer Experimente über längere Zeiträume, die von unabhängigen Expertinnen und Experten durchgeführt und diskutiert würden. B90/Grüne Singen und KLAR! (D) stellen die Übertragbarkeit der Untersuchungsresultate aus dem Felslabor Mont Terri auf andere Opalinuston-Vorkommen in Frage. Der Kanton ZH erwartet vom ENSI ein Konzept für die regulatorische Sicherheitsforschung unter Einbezug des Felslabors Mont Terri, um nicht-standortspezifische Fragen anzugehen. Weil das geologische Standortgebiet ZNO als tektonisch wenig beansprucht und ruhig beurteilt werde und die sicherheitstechnische Beurteilung trotzdem für alle drei für Etappe 3 vorgeschlagenen Standortgebiete identisch sei, wird von mehreren