Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

Die Berichte der Nagra14 sind für zahlreiche Gemeinden und Organisationen15 nachvollziehbar. Sie nehmen mit Befriedigung zur Kenntnis, dass die Nagra konservativere Annahmen als das ENSI getroffen habe. Die Landesregierung Vorarlberg vermisst allerdings in den Unterlagen eine Zusammenstellung normativer Annahmen und der daraus resultierenden Unsicherheiten sowie wie diese im Hinblick auf sicherheitsrelevante Aussagen bewertet worden seien. Es solle darauf hingewiesen werden, inwieweit solche Annahmen in die Wertungen eingeflossen seien. Feuerthalen, B90/Grüne Waldshut, Grüne SH, Grüne Weinland und mehrere Einzelpersonen halten einige Annahmen der Nagra für fragwürdig:

z. B. die Abfallmenge von zwei zusätzlichen KKW, eine Flächenreserve von 100 % unter Tage und der Ausschluss grösserer Tiefen.

Zahlreiche Gemeinden16, Grüne SH, Grüne Weinland und zahlreiche Einzelpersonen verweisen auf die Stellungnahme der RK ZNO, welche wichtige Empfehlungen in den Bereichen Prozesssicherheit, Einengung, Oberflächenstandorte, Technik/Sicherheit und Nachvollziehbarkeit umfasse und die Antworten auf die Nagra-Berichte zusammenfasse. Sie bemängeln, dass eine transparente Kommunikation der Nagra-intern bekannten Kriterien, welche den Bau eines Lagers in der Schweiz ausschliessen würden, bis dato fehle. B90/Grüne Waldshut fragen nach solchen Kriterien.

Gemäss dem Forum VERA Schweiz enthalten die Berichte sehr viel Information. Henggart und Schlatt TG schätzen die umfassende Dokumentation der Nagra als nachvollziehbar und verständlich ein, was eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Argumentation erlaube. Für FDP AG, AGV, AVES und EFNWCH sind die Berichte hingegen für Nicht-Fachleute kaum verständlich und nicht für die breite Bevölkerung aufbereitet; nur so könne aber die Standortwahl nachvollzogen werden. Einzelpersonen lobten, die Nagra habe geologisch gesehen in den meisten Fällen sauber und nachvollziehbar gearbeitet – negativ sei aber der Vorschlag zur Zurückstellung von NL. Es werde vieles schöngeredet und die Gefahr eines gTL für den Rhein, die Nähe zu Deutschland und die Befürchtungen und der Widerstand der dortigen Bevölkerung gegen ein gTL nicht erwähnt.

B90/Grüne Waldshut halten die Reduktion auf nur noch zwei alternative Standorte für nicht nachvollziehbar und unterstützen sie nicht. Die Vorfestlegung auf ein Konzept der Tiefenlagerung sei angesichts fehlender erfolgreicher Beispiele nicht nachvollziehbar. Zwei Einzelpersonen vermissen in den Berichten der Nagra einen Vergleich mit ausländischen Lagerprojekten, was eine Gegenüberstellung anderswo erreichter Lagersicherheit erlauben würde. So könne garantiert werden, dass nur Projekte weiterverfolgt würden, welche sich auf dem höchstmöglichen Sicherheitsniveau bewegten.

Gemäss zahlreichen Gemeinden17 und Einzelpersonen stelle der Generische Bericht Nebenzugangsanlagen18 alle Möglichkeiten für den Zugang zum gTL ausführlich und verständlich dar. Konkrete Lösungsansätze, Grundlagen für den Entscheid sowie eine Darstellung der Sicherheitsüberlegungen werden aber vermisst (zusätzlich B90/Grüne Waldshut, Grüne SH, Grüne Weinland). Die ZPW findet den Bericht insgesamt wenig hilfreich.

14 Erläuterungsbericht Kapitel 3.1 und 3.2: Vorschlag der weiter zu untersuchenden geologischen Standortgebiete mit zugehörigen Standortarealen für die Oberflächenanlage und Zusatzdokumentation.

15 Eglisau, Ehrendingen, Fisibach, Freienwil, Hochfelden, Höri, Koblenz, Lengnau AG, Leuggern, Mellikon, Niederhasli, Oberweningen, Rümikon, Schneisingen, Stadel; LoTi, Pro Ehrendingen, PZU, ZurzibietRegio.

16 Benken ZH, Dachsen, Diessenhofen, Feuerthalen, Henggart, Rheinau, Schlatt TG, Thalheim an der Thur, Truttikon.

17 Benken ZH, Dachsen, Diessenhofen, Feuerthalen, Henggart, Rheinau, Schlatt TG, Thalheim an der Thur, Truttikon.

18 Siehe Kapitel 8 «Weitere Dokumente» im Erläuterungsbericht.