Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/20: Anpassung der Verordnung über die Eigenmittel und Risikoverteilung für Banken und Effektenhändler (ERV) · 53 Seiten

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Änderung der Eigenmittelverordnung (Besonders liquide und gut kapitalisierte Institute,

Hypotheken für Wohnrenditeliegenschaften, TBTF – Parent-Banken)

Abbildung 11: Anteil neuer Hypotheken für Wohnrenditeliegenschaften mit kurzer Zins-

bindung nach Bank

Zinsbindung bis 6 Monate, 1. Quartal 2017 – 3. Quartal 2018

*Zwecks Anonymisierung werden je zwei Banken zu einer Säule aggregiert.

Quelle: SNB.

Die Daten zeigen, dass steigende Zinsen vor allem auf kommerzielle Hypothekarschuldner relativ rasch überwälzt werden könnten. Rund 40 Prozent des Hypothekarvolumens für Wohnrenditeliegenschaften, das an kommerzielle Hypothekarschuldner vergeben wurde, hat eine Zinsbindung von unter einem Jahr (vgl. Abbildung 10). Zinssätze für Hypotheken im Bereich von 3 bis 5 Prozent sind in der jetzigen Tiefzinsphase zwar selten. Sollten die Zinsen jedoch anziehen, könnten Werte in dieser Grössenordnung rasch wieder erreicht werden. In den zehn Jahren (2000–2010) vor der aktuellen Tiefzinsphase lag der Zinssatz für zehnjährige Fixhypotheken im gesamten Zeitraum über 3 Prozent, in rund zwei Dritteln der Quartale über 4 Prozent und in 20 Prozent der Quartale über 5 Prozent.84

Hohe Belehnung

Neben dem Anteil an Hypothekarkrediten mit hohem LTI-Verhältnis liegt auch der Anteil der neuen Hypothekarkredite mit hohem bis sehr hohem Belehnungsgrad auf konstant hohem Niveau. Bei den 26 grössten Banken im Hypothekarmarkt verfügen rund 35 Prozent der neu vergebenen Kredite für Wohnrenditeliegenschaften über einen LTV von über 75 Prozent (vgl. Abbildung 12). Bei 6 Instituten liegt dieser Anteil gar bei über 50 Prozent (vgl. Abbildung 13). Bei den Renditeobjekten der kommerziellen Hypothekarschuldner ist der Anteil an Hypothekarkrediten mit einem Belehnungsgrad über 75 Prozent mit über 40 Prozent besonders hoch.85 Hohe Belehnungsgrade von neuen Hypotheken sind bei einem vorherrschenden Preiskorrekturrisiko insofern problematisch, als bei ihnen ein Preisrückgang am Immobilienmarkt am raschesten dazu führen würde, dass der LTV der Immobilien aufgrund des sinkenden Immobilienwerts steigt und die Banken von den Kreditnehmern gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten verlangen oder im Kreditzins eine höhere Risikoprämie einschliessen könnten. Ist die Preiskorrektur genügend gross und kann der Kreditnehmer keine Nachschusszahlung leisten, wäre die Kreditsumme nicht mehr von der Sicherheit gedeckt.

84 Da der Hypothekarzins zwischen 1960 und 2008 (d. h. bis vor Beginn der Tiefzinsphase) durchschnittlich bei knapp 5 Prozent lag, ist dieses Szenario in einem normalisierten Zinsumfeld durchaus realistisch.

85 SNB (2018): Finanzstabilitätsbericht, S. 28, abrufbar unter: https://snb.ch/de/ > Finanzstabilität > Publikationen > Bericht zur Finanzstabilität > Bericht zur Finanzstabilität 2018.