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Vernehmlassung 2019/42: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2021-2024 (Kulturbotschaft) · 72 Seiten

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Coachings und Promotionshilfen. In Zusammenarbeit mit der Fondation SUISA unterstützt Pro Helvetia Schweizer Musikschaffende aller Genres dabei, sich an internationalen Fachmessen zu präsentieren. Die Stiftung ergänzt deren Promotionsarbeit unter anderem durch Sampler-CDs sowie digitale Plattformen und trägt durch die Einladung von internationalen Veranstaltern an Schweizer Festivals zur weltweiten Wahrnehmung und Verbreitung des Schweizer Musikschaffens bei. Im Bereich Pop beteiligt sich Pro Helvetia finanziell an den Aktivitäten von Swiss Music Export.

Im Einzelnen stellen sich für die Periode 2021–2024 folgende Herausforderungen:

– Tourneeförderung und internationale Festivals: Bisherige Promotionsmassnahmen haben in den letzten Jahren eine spürbare Wirkung gezeigt, was insgesamt zu einem erhöhten Interesse an Schweizer Musik und entsprechend einer höheren Anzahl von internationalen Einladungen und Engagements geführt hat. Dieser Tendenz ist Rechnung zu tragen.

– Wettbewerbsfähigkeit: Nachteilig auf die internationale Verbreitung des Schweizer Musikschaffens wirken sich die oftmals prekäre Gagensituation im Ausland beziehungsweise die im Vergleich dazu hohen Lebenskosten in der Schweiz aus.

– Promotion: Für Schweizer Musikschaffende ist es von entscheidender Bedeutung, ihr Wirkungsfeld auf das Ausland ausweiten zu können. Die regelmässige Präsenz von Schweizer Musikschaffenden an Messen und Showcase-Festivals im Ausland ist wirkungsvoll und unverzichtbar für deren Laufbahnentwicklung. Die Verbreitung des Schweizer Musikschaffens erfordert weiterhin eine zielgerichtete Promotionsarbeit.

– Kooperationen: Kooperationen mit internationalen Institutionen verhelfen Schweizer Musikschaffenden zu neuen Auftrittsmöglichkeiten und der Schweizer Musik zu erhöhter Aufmerksamkeit. Im Sinne einer nachhaltigen Förderung sind neue, auf weitere Regionen ausgerichtete Kooperationen von grosser Bedeutung.

Ziele und Massnahmen

Zusätzlich zu den bisherigen Fördermassnahmen wird in der Finanzierungsperiode 2021–2024 den dargestellten Herausforderungen wie folgt begegnet:

Nachwuchs

Siehe Ziffer 2.1.1.

Förderung des künstlerischen Schaffens

– Ausweitung des Werkbegriffs: Formate, welche dem bisher im Musikbereich angewandten Werkbegriff nicht entsprechen (ortsspezifische oder kollektive Arbeiten, Klanginstallationen und Klangkunst, multimediale Werke usw.) sowie Prozesse, welche eine vertiefte Recherche efordern, sollen zukünftig im Rahmen der Werkförderung berücksichtigt werden.

– Musiktheater: Die Werkförderung Musiktheater soll konsolidiert und weiterentwickelt werden, wobei insbesondere Massnahmen zu deren interkantonalen Verbreitung und internationalen Präsenz ergriffen werden sollen.

Austausch im Inland

– Austausch über die Sprachregionen: Um die Wahrnehmung der Musikszenen aus anderen Sprachregionen verstärkt fördern zu können, soll zusätzlich auch der Austausch unter Veranstaltern innerhalb der Schweiz unterstützt werden.

Internationale Verbreitung und Promotion

– Tourneeförderung und internationale Festivals: Dem zunehmenden Interesse an Schweizer Musik im Ausland soll mit entsprechenden Mehrmitteln für deren Verbreitung (Förderung von Tourneen, Gastspielen, Schweizer Schwerpunkte an internationalen Festivals) begegnet werden.

– Wettbewerbsfähigkeit: Mit geeigneten Massnahmen, wie einer Beteiligung an den Kosten für Booking und Diffusionsarbeit, soll die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Musikschaffenden bezüglich internationaler Tourneen erhöht werden.

– Promotion: Die in den letzten Jahren aufgebauten Plattformen und neu lancierten Massnahmen sollen weitergeführt, flexibilisiert und auf weitere Regionen ausgeweitet werden. Die Einladungen von Veranstaltern aus dem Ausland sollen ausgebaut und auf weitere Multiplikatoren und Kooperationspartner ausgedehnt werden.

– Kooperationen: Neue Kooperationen mit internationalen Akteuren wie beispielsweise Förderinstitutionen oder Veranstalternetzwerken sollen Schweizer Musikschaffenden eine bessere Vernetzung ermöglichen und den Zugang zu neuen Kreations- und Auftrittsmöglichkeiten schaffen.

2.3.6 Film

Die Schweiz verfügt über ein breites Filmschaffen und über eine lebendige Filmkultur. Von den weltweit jährlich rund 10 000 produzierten Spielfilmen starten pro Jahr in der Schweiz um die 500 in den Kinos. Die Besucherzahlen in den Schweizer Kinos waren 2016 und 2017 mit rund 13,8 Millionen Eintritten stabil, um 2018 auf rund 12 Millionen Eintritte zu sinken. Die Leinwände der Multiplex-Kinos, auf die rund 40 Prozent der Besucherzahlen entfallen, werden vorwiegend von amerikanischen Grossproduktionen dominiert. Im Vergleich zum europäischen Umland verfügt die Schweiz jedoch in allen Regionen noch über eine grosse Anzahl an kleinen und mittleren Kinos mit einer vielfältigen Programmation. Durch die Digitalisierung der Vorführtechnik haben kleine und ländliche Kinos im Gegensatz zu früher den gleichen Zugang zu allen Filmen wie in den grossen Zentren.

Die Filmpolitik des Bundes hat zum Ziel, das Schweizer Filmschaffen sowie die Vielfalt und Qualität des Filmangebots zu fördern, die Schweizer Filmkultur zu stärken sowie das Filmerbe zu bewahren und zugänglich zu machen. Sie basiert auf drei Säulen: die Filmförderung (Herstellung und Auswertung), die Filmkultur (Festivals, Weiterbildung, Promotion) sowie das Filmerbe. Die Instrumente der Filmpolitik werden regelmässig auf ihre Wirksamkeit und Zweckmässigkeit evaluiert.

Die Digitalisierung des Filmmarkts von der Produktion über die Filmauswertung bis hin zur Langzeitarchivierung sowie die rasante Veränderung des Medienkonsumverhaltens sind die prägenden Einflussfaktoren für das Schweizer Filmschaffen. Alle Akteure, von den Kinos bis zu den Verleihunternehmen, müssen mit den technischen Entwicklungen und veränderten Konsumgewohnheiten Schritt halten. Nicht zuletzt spielen Filmfestivals in der Schweiz eine immer stärkere Rolle für die Angebotsvielfalt, für die Promotion und die Vermittlung sowie für die Auswertung von Filmen. Die Festivals tragen zur kulturellen Teilhabe bei und sind dadurch am Publikumserfolg der Filme massgeblich beteiligt.