Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2021/6: Landwirtschatliches Verordnungspaket 2021 · 147 Seiten
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Verordnung über die Tierzucht
Art. 24 Abs. 7 Zusätzliche Beiträge zur Erhaltung der Freibergerrasse
In der Sachüberschrift von Artikel 24 wird das «zusätzlich» ergänzt, damit bereits aus dem Titels des Artikels ersichtlich wird, dass diese Beiträge zusätzlich zu den Beiträgen nach Artikel 23 spezifisch für die Freibergerrasse ausgerichtet werden.
Das BLW kann wie bisher die Höhe der Beiträge zur Erhaltung der Freibergerrasse an den Schweizer Freibergerverband veröffentlichen (Abs. 7).
Art. 25
Neben den anerkannten Zuchtorganisationen sollen auch die Institute von eidgenössischen und kantonalen Hochschulen von den Beiträgen für Forschungsprojekte über tiergenetische Ressourcen profitieren können.
Das BLW kann wie bisher die ausgerichteten Beiträge je Zuchtorganisation und je Institut von eidgenössischen und kantonalen Hochschulen sowie je Massnahme veröffentlichen.
Gliederungstitel nach Art. 25
Die Aufgaben des SNG sollen unter einem eigenen neuen Abschnitt in der TZV aufgeführt werden.
Art. 25a
Im neuen Artikel 25a werden die Aufgaben des SNG beschrieben. Die Formulierung des Artikels lehnt sich an die Pa. Iv. Feller an.
Das SNG ist innerhalb von Agroscope das Kompetenzzentrum des Bundes für Equiden. Besondere Aufmerksamkeit schenkt es dem Freibergerpferd, der einzigen heute noch existierenden Pferderasse mit Ursprung in der Schweiz. Mit seinen Aktivitäten leistet das SNG einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Freibergerrasse. So befinden sich rund sechzig Freibergerhengste im Besitz des Bundes, die dezentral in der ganzen Schweiz auf Deckstationen den Züchterinnen und Züchtern zur Verfügung stehen. Zudem besteht ein umfangreiches Lager an Kryokonserven (Gefriersamen, Embryonen). Die Projekte des Schweizer Freibergerverbands zur Erhaltung der genetischen Diversität sowie zur Steigerung der Marktfähigkeit der Freibergerzucht werden vom SNG fachlich begleitet.
Das SNG führt angewandte Forschungsprojekte in den Bereichen Pferdezucht, Reproduktion, Pferdegesundheit, Haltungstechnik, Verhalten, sichere Nutzung, Ökonomie sowie Soziales durch. Dabei arbeitet es eng mit Forschungsinstitutionen aus dem In- und Ausland und der Pferdebranche zusammen. Untersucht wird beispielsweise, wie Haltungssysteme für Pferde nach neusten Erkenntnissen aus der Ethologie optimiert werden können. Weiter analysiert es DNA-Daten, um die genetischen Grundlagen von Merkmalen (z.B. Exterieur, Gänge, Verhalten oder auch Gesundheit) aufzudecken, und diese Erkenntnisse für die Pferdezucht nutzbar zu machen. Wissenschaftliche Publikationen,
Fachartikel und Merkblätter, wie zur optimalen Raufutterqualität für Pferde, gehören ebenso zu den Aktivitäten.
Die Beratungsstelle Pferd des SNG unterstützt neutral und kompetent alle Personen, die Pferde halten und züchten sowie Pferdeorganisationen, Pferdeberufsleute, Behörden, Beratungskräfte und weiteren interessierten Kreisen. Weiter bietet das SNG unterschiedliche Ausbildungen für Pferdehalterinnen und -halter an und bildet auch Pferde aus. Die Bildungsangebote werden oft in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen (z.B. Equigarde®, Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen) durchgeführt. Lehrtätigkeiten an Universitäten und Fachhochschulen sowie Kurse für die Praxis komplettieren die Aktivitäten. Weitere Produkte des Wissenstransfers des SNG sind Fachtagungen, wie beispielsweise die jährliche Tagung des «Netzwerks Pferdeforschung
Schweiz» in Avenches.