Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/2: Bundesgesetz über die Mobilitätsdateninfrastruktur · 56 Seiten

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Volkswirtschaftlicher Nutzen für die Reisenden

Reisende erhalten mit multimodalen Anwendungen zusätzlichen Nutzen, beispielsweise durch verbesserte Informationen zur Ver- fügbarkeit oder durch einfachere Tür-zu-Tür-Verbindungen insbesondere unter Einbezug des öV. Dieser Nutzen für 2030 wird für öV-Reisende im Mittel auf 593 Mio. Franken quantifiziert.

Es ist die Realisierung von ressourceneffizienterer Mobilität und damit zusammenhängend eine Reduktion des Ausstosses klima- schädlicher Emissionen zu erwarten. Ausserdem kann von einer Stärkung des nationalen Innovationsystems und damit einer Zunah- me der Wertschöpfung durch in der Schweiz tätige Unternehmen ausgegangen werden. Die Geschäftsmodelle von öV-Unternehmen und weiteren Mobilitätsanbietern werden mit mehr Kunden gestärkt. Ebenso positiv sind die Effekte für App-Entwickler und Tech- nologieanbieter. Gleichzeitig könnte der Abgeltungsbedarf für die öffentliche Hand sinken und mit neuen Lösungen preisgünstige Mobilität für bisher weniger gut versorgte Bevölkerungsschichten bereitgestellt werden.

Weiterer erwarteter volkswirtschaftlicher Nutzen

Bessere und zuverlässigere Mobilitäts- und Verkehrsinformationen erleichtern insbesondere in der Logistik Planung, Betrieb und einen effizienteren Transportmitteleinsatz. Sie beeinflussen die Bereitschaft, diese Transportmittel effizienter zu nutzen. So profitie- ren auch Berufsfahrer von zuverlässigen und neutralen Informationen. Zugleich ist auch davon auszugehen, dass der Suchverkehr von Privaten abnimmt, da verfügbare Parkplätze einfacher gefunden werden oder umgekehrt wegen mangelnder Parkplätze auf eine Fahrt mit dem PW verzichtet wird.

6.4 Auswirkungen auf die Gesellschaft

Multimodale Angebote im Rahmen eines effizienten Mobilitätssystems machen es einfacher, bedürfnisorientiert und situativ die vorhandenen Mobilitätsangebote zu nutzen, was insbesondere den Gewohnheiten und ökonomischen Möglichkeiten der jüngeren Generationen entgegenkommt. Sie unterstützen damit den Trend insbesondere in Agglomerationen auf ein eigenes (Motor-)fahrzeug zu verzichten.

Mobilitätseingeschränkte Personen, die aufgrund der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung zunehmen, profitieren von besseren Informationen über angepasste Verkehrsmittel (z.B. Niederflureinstiege, hindernisfreie Zugänge), kurze attraktive Umstei- gewege und erhalten einfacheren Zugang zu flexiblen Angeboten wie Sammeltaxis, Rufbussen usw.

6.5 Auswirkungen auf die Umwelt

Wie in Kapitel 6.3 erwähnt, sind die «Potenziale von multimodaler Mobilität» im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) untersucht worden. Um den Unsicherheiten prospektiver Einschätzungen insbesondere im Bereich der Umweltwirkungen gerecht zu werden, wird die Bandbreite der Einschätzungen der befragten Expertinnen und Experten zusätzlich ausgewiesen.33 Die Umweltwir- kungen werden aber durchwegs positiv eingeschätzt und unterstützen durch den effizienteren Einsatz der Transportmittel und der vorhandenen Mobilitätsangebote die Zielerreichung des Bundes in der Umwelt-, Energie- und Klimapolitik.

Unterer Wert Mittelwert Oberer Wert Band-

Bandbreite breite

Umweltwirkungen

CO2: Reduktion in Tonnen CO2 90’163 135’776 183’082

Luftqualität: Reduktion Feinstaub in Tonnen PM10 27,0 40,7 54,9 Lärm: Reduktion PW-Fahrleistungen in Mrd. Fzkm (vgl. oben) 0,69 1,04 1,40 Nutzen (+) / Kosten (-) in Mio CHF CO2 21 3243

Luftqualität 29 4358

Lärm 9 1419

Abbildung 9: Bandbreiten zu den Umweltwirkungen für das Jahr 2030 (Basis NISTRA; Interface, Umweltwirkungen multimodaler Mobilität 2021

Die Experten gehen im Mittel von einer Einsparung von 135’776 Tonnen CO2 aus. Das entspricht dem jährlichen «CO2- Fussabdruck» von rund 9700 Personen (BAFU, Umweltfussabdrücke der Schweiz, 2018).

Im Rahmen einer Literaturrecherche ist zusätzlich der Stand des Wissens in der Fachliteratur zu den Nachhaltigkeitswirkungen von multimodaler Mobilität und MaaS analysiert worden. Diverse Studien haben anhand von Case Studies, Modellierungen und Szenari- en gezeigt, dass multimodale Mobilität das Potenzial hat, einen beachtlichen Beitrag für ein umweltfreundlicheres Gesamtverkehrs- system zu leisten. Als wichtige Voraussetzungen für die Entfaltung des Umweltpotenzials werden die folgenden zwei Punkte ge- nannt: a) Die "Digitale Integration" für das Bekannt- und Sichtbarmachen- von umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten, damit sie

33 Siehe Literaturhinweise in Kapitel 6.3