Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/2: Bundesgesetz über die Mobilitätsdateninfrastruktur · 56 Seiten

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nutzen und damit den Auslastungsgrad des öV zu verbessern. Dies senkt den Abgeltungsbedarf, nimmt Druck von der Strassennut- zung und dämpft den Bedarf nach weiteren Infrastrukturausbauten.

Aber auch in Berggebieten und Randregionen schaffen neue multimodale Mobilitätslösungen wie beispielsweise angepasste und leicht zugängliche Bedarfs- und Sammeltaxiangebote die Voraussetzungen, um die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung bedürf- nisgerechter aber auch effizienter und kostengünstiger zu befriedigen.

6.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

Multimodale Mobilität und die optimale Nutzung von Mobilitätsdaten ist ein relativ junges Thema und eng mit dem technologischen Wandel in der Telekommunikation verbunden. Studien zu den Auswirkungen von multimodaler Mobilität gehen jedoch insgesamt von positiven volkswirtschaftlichen Wirkungen aus, wobei ex post Studien noch kaum vorhanden sind und prospektive Studien logischerweise mit Unsicherheiten behaftet sind. Das BAV hat 2019/2020 eine Potentialanalyse in Auftrag gegeben, um die Auswir- kungen von multimodaler Mobilität auf der Basis nationaler Dateninfrastrukturen bis 2030 aufzuzeigen.31 Dabei wurde auf die ver- kehrlichen und volkswirtschaftlichen Effekte von multimodaler Mobilität fokussiert. Expertinnen und Experten schätzten dabei die Wirkung von Anwendungsfällen mit relevanten quantifizierbaren Effekten ab. Eine Vertiefungsstudie (insbesondere zu den Um- weltwirkungen) differenziert die Ergebnisse weiter (vgl. Ziff. 6.5)32 Diese Studien basieren auf der Annahme, dass die angestrebten Arbeiten des Bundes in Richtung MODI die Entwicklung multimodaler Mobilitätslösungen stark vereinfachen und auch Kantone und Städte sowie weitere interessierte Akteure entsprechende flankierende Massnahmen ergreifen. Die befragten Experten gehen durch- wegs von positiven Wirkungen aus.

Volkswirtschaftlicher Gesamtnutzen (inkl. Bandbreite der Einschätzungen der Expertinnen und Experten): Dieser setzt sich zusam- men aus: Verlagerung, Erhöhung des PW-Besetzungsgrades und sinkendem Organisationsaufwand der ÖV-Reisenden.

Unterer Wert Mittelwert Oberer Wert Band-

Bandbreite breite

Volkswirtschaftlicher Gesamtnutzen

Nutzen (+) / Kosten (-) in Mio. CHF 889 13381804

Abbildung 7: Einschätzung des volkswirtschaftlichen Gesamtnutzens

Insgesamt resultiert ein volkswirtschaftlicher Nutzen im Mittel in der Summe 1338 Mio. Franken pro Jahr. Per Saldo erhöht sich die Wertschöpfung in der Schweiz je nach methodischem Ansatz um jährlich 20 bis 105 Mio. Franken. Dies entspricht circa 250 bis 1300 zusätzlichen Vollzeit-Beschäftigten.

Ressourceneffizientere Nutzung der Hauptverkehrsmittel (inkl. Bandbreite der Einschätzungen)

Unterer Wert Mittelwert Oberer Wert Band-

Bandbreite breite

Verkehrliche Wirkungen /Modalsplit

Reduktion MIV (= Erhöhung ÖV) in Prozent der gesamten Pkm 0,5% 0,8% 1,1

Reduktion MIV (= Erhöhung ÖV) in Mrd. Pkm 0,75 1,13 1,47

Reduktion MIV in Mrd. Fzkm 0,69 1,04 1,40

Abbildung 8: Einschätzung verkehrliche Wirkungen für das Jahr 2030 auf Basis NISTRA (Interface, Umweltwirkungen multimoda- ler Mobilität, 2021); (Legende: Pkm = Personenkilometer; Fzkm = Fahrzeugkilometer)

- öV: Durch multimodale Mobilität steigt per 2030 die Nutzung des öV im Mittel um 1,13 Mrd. Personen- oder etwa 680 Mio

Fahrzeugkilometer. Daraus resultiert ein volkswirtschaftlicher Nutzen in der Höhe von rund 580 Mio Franken pro Jahr. Solche Effekte werden sonst nur mit vergleichsweise hohen Infrastrukturinvestitionen erreicht.

- MIV: Im MIV ist durch multimodale Mobilität im Mittel ein Beitrag zur Erhöhung des PW-Besetzungsgrades zu erwarten.

Durch den Einsatz von App-basierten Technologien eröffnen sich Optionen z.B. für die Bildung von Fahrgemeinschaften. Für 2030 resultiert dadurch im Mittel eine Reduktion von 679 Mio. Fahrzeugkilometer. Die Erhöhung des PW-Besetzungsgrades er- zeugt einen volkswirtschaftlichen Nutzen in Höhe von rund 165 Mio. Franken je Jahr.

31 «Potentialanalyse multimodale Mobilität: Verlagerungswirkungen, Erhöhung des Fahrzeugbesetzungsgrades sowie Reduktion Organisationsaufwand für Reisende im ÖV bis 2030» von Interface/EBP vom Oktober 2020»

32 Interface, Umweltwirkungen multimodaler Mobilität, 2021