Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/43: Bericht zum Stand der Ausbauprogramme für die Bahninfrastruktur mit Änderungen an den Bundesbeschlüssen und zur Perspektive BAHN 2050 · 98 Seiten
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Die langfristige Klimastrategie 2050 hat für den Bundesrat grösste Bedeutung. Beim Verkehr besteht eindeutiger Handlungsbedarf. Eine weitgehende oder radikale Einschränkung der Mobilität, um das Klimaziel 2050 zu erreichen, ist kaum realistisch. Vielmehr muss die Priorität bei der Gestaltung einer nachhaltigen und effizienten Mobilität liegen.
Wichtig ist die Betrachtung der Mobilität aus einer übergeordneten, systemischen Sicht. Dabei spielt eine Verkehrsverlagerung zugunsten der Bahn eine zentrale Rolle, indem sie zur Reduktion der THG-Emissionen sowie zu einer verträglichen Raumentwicklung beiträgt. Die Verlagerung im Personen- und Güterverkehr kann vor allem dort gelingen, wo sich die spezifischen Stärken der Bahn nutzen lassen, nämlich die grosse Beförderungskapazität auf kleiner Fläche und der vergleichsweise geringere Energieverbrauch bei guter Auslastung. Die Digitalisierung und technologische Innovationen können der Verlagerung zusätzlichen Schub verleihen.
Vor diesem Hintergrund definiert der Bundesrat für die Perspektive BAHN 2050 folgende Vision:
«Die Bahn leistet dank effizienter Nutzung ihrer Stärken einen grossen Beitrag zum Klimaziel 2050 und stärkt den Lebens- und Wirtschaftsstandort Schweiz».
Ziele Perspektive BAHN 2050
Zur Konkretisierung der Vision wurden sechs Ziele definiert. Basierend auf der Vision wurden die Potenziale der Bahn abgeleitet, um einen Beitrag zu den Bundesstrategien – insbesondere Klima- und Energiestrategie sowie Sachplan Verkehr28– zu leisten. Dies geschah für die Schwerpunkte Raumplanung, Multimodalität, Angebot im Personen- und Güterverkehr, Umwelt, Energie sowie technologische Entwicklung. Diese Potenziale wurden mittels verschiedener Studien29 analysiert und konkretisiert.
1. Die Bahnentwicklung ist mit den Zielsetzungen der Raumentwicklung abge-
stimmt.
2. Das Bahnangebot ist Teil der Gesamtmobilität, flexibel und optimal mit den an-
deren Verkehrsträgern und -angeboten vernetzt.
3. Der Bahnanteil am Modalsplit im Personen- und Güterverkehr erhöht sich merk-
lich.
4. Der Bahnbetrieb ist klimaneutral und neue Bahninfrastrukturen sind boden- und
ressourcenschonend gestaltet sowie gut in Landschaft und Siedlung integriert.
5. Der Bahnbetrieb ist sicher, pünktlich und zuverlässig.
6. Effizienzgewinne durch Automatisierung und neue Technologien werden konse-
quent genutzt.
28 ARE et al. (2021)
29 siehe Literaturverzeichnis sowie BAV-Internetseite.