Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2022/43: Bericht zum Stand der Ausbauprogramme für die Bahninfrastruktur mit Änderungen an den Bundesbeschlüssen und zur Perspektive BAHN 2050 · 98 Seiten
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2.2.5 Strategische Stossrichtung für die Weiterentwicklung der Bahn
Die Stossrichtung setzt die Vision und die sechs formulierten Ziele um. Im Zentrum steht dabei die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene, welche sich aus bestimmten Angeboten im Personen- und Güterverkehr ergibt, welche wiederum ausschlaggebend für den Kundennutzen sind.
Es wurden drei unterschiedliche Stossrichtungen erarbeitet und gemäss nachfolgenden Gründen die Stossrichtung «Weiterentwicklung der Bahn auf kurzen und mittleren Distanzen» empfohlen.
Empfohlene Stossrichtung «Weiterentwicklung der Bahn auf kurzen und mittleren Distanzen»
Die grössten Verlagerungspotenziale von der Strasse auf die Schiene im Personenverkehr liegen innerhalb der Agglomerationskerne* und der Agglomerationsgürtel* sowie vom intermediären Siedlungsraum in die Agglomerationen*. Dieses Potenzial auf kurzen und mittleren Strecken gilt es für die Verlagerung abzuschöpfen.
Im Binnengüterverkehr gilt es den Zugang zur Bahn über intermodale Umschlagsplattformen* und City-Logistik-Anlagen* zu verbessern. Gezielte Kapazitätsausbauten sind in Betracht zu ziehen; im alpenquerenden Verkehr reichen die vorhandenen Kapazitäten aus, um das Verlagerungsziel zu erreichen.
Angebotsentwicklung Personenverkehr
Mit dieser Stossrichtung soll das Bahnangebot in erster Linie auf den kurzen und mittleren Distanzen ausgebaut werden. Innerhalb der Agglomerationen, inklusive Grenzregionen, sowie von den Regionalzentren und intermediären Siedlungsräumen in die Agglomerationen gilt es das Angebot zu verbessern, um die Verlagerungspotenziale abzuschöpfen.
In den Agglomerationen wird das Angebot in Abstimmung mit anderen Verkehrsmitteln (restlicher öV, Langsam- und Fussverkehr) verdichtet und mit neuen Durchmesser- und Tangentialverbindungen erweitert. Vorortsbahnhöfe werden zu Verkehrsdrehscheiben und vermehrt von IR-/ und RE-Zügen bedient. Dies entlastet gleichzeitig auch die Hauptbahnhöfe.
In der empfohlenen Stossrichtung stehen zudem auch die Verbindungen von intermediären Siedlungsräumen zu den Agglomerationen im Fokus. Das dortige Nachfragepotenzial wird v.a. durch Ausbau von Verkehrsdrehscheiben, einer korridorweisen Abstimmung der Haltepolitik von RE/IR-Produkten auf die Raumplanung und durch eine verbesserte Vernetzung innerhalb des öV-Gesamtsystems abgeschöpft. Der Schwerpunkt liegt in der Anbindung von regionalen und ländlichen Zentren. Neue Mobilitätsformen (Sharing*, Pooling*) und Mobility as a Service*-Angebote (MaaS) werden gefördert. Im ländlichen Raum ohne Bahnangebot garantiert der Strassen-öV die Grunderschliessung. Neuen Mobilitätsformen kommt hier auch eine wichtige Rolle zu. Zudem ermöglicht die Flexibilisierung des Angebots eine vereinfachte, direktere Anbindung an Tourismuszentren.
Im Fernverkehr* sind dort, wo die Bahn gegenüber der Strasse in Bezug auf die Reisezeit* nicht wettbewerbsfähig ist, Fahrzeitverkürzungen in Betracht zu ziehen. Allgemein sind auf dem Netz für die erwünschte Verlagerung die notwendigen Kapazitäten sicherzustellen, bzw. zu schaffen. Im internationalen Personenverkehr erhöhen häufigere und gut vernetzte Verkehrsangebote sowie gezielte Fahrzeitverkürzungen