Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/12: Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 · 69 Seiten
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Bei multilateralen Organisationen wendet die IZA hauptsächlich drei Modalitäten an:
1) Sie leistet über ihr multilaterales Budget allgemeine Beiträge zur Unterstützung des spezifischen Mandats der jeweiligen Organisation. 2) Sie (ko-)finanziert – über ihr bilaterales, thematisches oder humanitäres Budget oder über ihr Budget für die Friedensförderung – spezifische Programme, die in bestimmten Ländern oder Sektoren durchgeführt werden. 3) Sie stellt von der humanitären Hilfe oder der AFM entsandte Schweizer Expertinnen und Experten zur Verfügung.
Als Mitgliedstaat der multilateralen Organisationen und durch ihre Mitwirkung in deren Leistungsgremien nimmt die Schweiz Einfluss auf die Ausrichtung der betreffenden Organisationen und unterstützt sie mit Fachwissen und Expertise. Auf diese Weise fördert sie ihre Prioritäten, was den Interessen unseres Landes eine globale Tragweite verleiht. Über die IZA engagiert sich die Schweiz auch für mehr Wirksamkeit und Effizienz in den multilateralen Organisationen, indem sie die Transparenzmechanismen, die Rechenschaftspflicht und die Kontrollmechanismen der Organisationen unterstützt. Sie tut dies mit dem Ziel, das Vertrauen der Mitgliedstaaten und somit ihre Finanzierung zu gewährleisten.
Aus den 78 Organisationen der UNO und den 16 multinationalen Entwicklungsbanken hat die Schweizer IZA 24 prioritäre Organisationen ausgewählt57. Diese setzen sich zusammen aus fünf multilateralen Entwicklungsbanken, zehn UNO-Organisationen und neun weiteren Organisationen, die wichtig sind für die Strategie. Die Höhe der finanziellen Unterstützung der Schweiz bestimmt sich nach dem Mandat der Organisation, ihrem Leistungsausweis sowie dem Mehrwert, den Zielen (s. Ziff. 3.3.2) und den Einflussmöglichkeiten für die Schweiz.
Das Profil der Schweiz und ihre Fähigkeit, auf das multilaterale System Einfluss zu nehmen, werden gestärkt durch ihren Status als Gaststaat und die Positionierung Genfs als Zentrum des Multilateralismus. Zudem unterhält die Schweiz eine institutionelle Partnerschaft mit den drei Genfer Zentren (GCSP, GICHD und DCAF), um die strategische Ausrichtung der IZA umzusetzen.
3.5.3 Lokales und bürgernahes Engagement
Die Aktionen der IZA müssen eingebettet sein und von den nationalen und lokalen Regierungen sowie den Akteuren der Zivilgesellschaft oder des Privatsektors der Partnerländer getragen werden, damit diese das Engagement auch ohne Unterstützung der IZA weiterführen können. Zu diesem Zweck richtet die IZA ihre Unterstützung auf die nationalen, regionalen und lokalen Entwicklungspläne aus.
Im Zeitraum 2025–28 arbeiten die Schweiz und ihre Umsetzungspartner systematisch mit lokalen Regierungen, Organisationen und Bevölkerungsgruppen zusammen. Die IZA sorgt dafür, dass die nationalen Akteure an den Steuerungsmechanismen der Projekte beteiligt werden, und setzt bei der Finanzierung systemischer Programme möglichst auf nationale Mechanismen. Damit folgt sie den Empfehlungen der OECD (DAC).58.
57 Siehe Anhang 2 für die Liste und die Beschreibung der prioritären multilateralen Organisationen
58 www.oecd.org > DAC Mid-term Review Switzerland 2022