Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2025/57: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2026 · 47 Seiten
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aus Holz (ohne Paletten) oder Textilien spielen vergleichsweise eine untergeordnete Rolle.1
Nach Gebrauch werden die Verpackungen entweder energetisch verwertet, in der Regel in einer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA), oder separat gesammelt und einer stofflichen Verwertung zugeführt.
Für Verpackungen aus Glas, Papier, Karton, Metall und Polyethylenterephthalat (PET)- Getränkeverpackungen existieren schweizweit flächendeckende und koordinierte Separatsammlungen mit anschliessender stofflicher Verwertung. Die Grundlagen dafür sind in zwei Verordnungen verankert:
• Die Abfallverordnung vom 4. Dezember 2015 (VVEA, SR 814.600) hält fest, dass
die Kantone für verwertbare Anteile von Siedlungsabfällen wie Glas, Papier, Karton, Metall sowie Grünabfälle und Textilien so weit wie möglich Separatsammlungen bereitstellen und diese anschliessend stofflich verwertet werden. Zu den Siedlungsabfällen werden Abfälle aus Haushalten, den öffentlichen Abfalleimern wie auch Abfälle aus Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen gezählt, wenn sie von der Zusammensetzung her den Siedlungsabfällen entsprechen.
Weiter definiert die VVEA, dass Nicht-Siedlungsabfälle (sog. «übrige Abfälle»), sprich betriebsspezifische Abfälle und Abfälle aus Unternehmen mit 250 oder mehr Vollzeitstellen, eigenständig durch die Unternehmen entsorgt werden müssen. Siedlungsabfallähnlicher Abfall aus diesen Unternehmen muss, soweit möglich und sinnvoll, separat gesammelt und stofflich verwertet werden.
• Die VGV reguliert insbesondere die Rücknahme und Finanzierung von
Getränkeverpackungen aus Glas, PET und Metall. Sie legt ausserdem eine stoffliche Verwertungsquote von 75 Prozent für diese Verpackungen fest.
Die durch diese Verordnungen entstandenen, schweizweit flächendeckenden Recyclingmöglichkeiten für die Verpackungsmaterialien Glas, Papier, Karton und Metall bieten gegenüber der energetischen Verwertung ökologische Vorteile: Die stoffliche Verwertung (Recycling) benötigt einerseits weniger Energie als zur Gewinnung neuer Materialien aufgewendet werden muss. Andererseits können aus den gewonnenen Rezyklaten neue Produkte hergestellt und damit Primärressourcen eingespart werden. Die Kreislaufwirtschaft wird gestärkt. In einem ressourcenarmen Land wie der Schweiz werden somit wertvolle Materialien im Inland gehalten und den Unternehmen zur Verfügung gestellt.
Weiterhin grosses Potenzial zur Schliessung von Kreisläufen besteht bei den Verpackungen aus Kunststoff und Getränkekartons. Abgesehen von den
regulierten PET-Getränkeverpackung werden diese Verpackungen bisher nicht schweizweit flächendeckend gesammelt und stofflich verwertet. Dies, obwohl sie sich aufgrund der hohen Qualität für ein Recycling eignen und in grossen Mengen jährlich als Abfall anfallen (über 300 000 t Kunststoffverpackungen und ca. 20 000 t Getränkekartons2). Es gibt zwar seit einigen Jahren privatwirtschaftlich organisierte Rücknahmesysteme für Kunststoffverpackungen (siehe Box 1), trotzdem werden nach wie vor erst geringe Mengen separat gesammelt und rezykliert. Das gilt sowohl für Verpackungen aus Haushalten wie auch aus dem Gewerbe und der Industrie.
1 Wiprächtiger Maja, Rolli Christian und Melanie Haupt (2024). Gewerbe- und Industrieverpackungen in der Schweiz. Realcycle GmbH, Zürich.
2 Wiprächtiger Maja, Rolli Christian und Melanie Haupt (2024). Gewerbe- und Industrieverpackungen in der Schweiz. Realcycle GmbH, Zürich.