Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2025/76: Bundesgesetz über Cannabisprodukte (Cannabisproduktegesetz, CanPG) – Umsetzung der parlamentarischen Initiative 20.473 · 188 Seiten

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Die Studienlage zum Bundesstaat Kalifornien zeigt auf, dass die monatliche Prävalenz des Cannabiskonsums nach der Legalisierung sowohl bei Erwachsenen als auch bei jungen Erwachsenen gestiegen ist. Im Zuge der zunehmenden Verfügbarkeit von legalem Cannabis ist auch der Mischkonsum von Cannabis und Alkohol durch Jugendliche gestiegen. Einige Studien ergaben, dass die Nähe zu Verkaufsstellen mit einem Anstieg des Cannabiskonsums verbunden war. Mehrere Studien zeigten auch, dass die Konsumierenden Cannabis nach der Legalisierung als weniger schädlich ansahen als zuvor.65

Zu beachten ist, dass die Verkaufsstellen, die in den US-Bundesstaaten mit einem legalen Cannabismarkt existieren, alle kommerziell ausgerichtet sind. Kommerzielle Verkaufsmodelle werden mit negativen Auswirkungen in Verbindung gebracht, da sie die grössten Treiber für die Absatzförderung und damit letztlich den Konsum sind.66 Unerwünschte Legalisierungsfolgen wie die Zunahme des risikoreichen Konsums, der Anstieg der Verkehrsunfälle und Eintritte in die Notfallaufnahmen werden vor dem Hintergrund diverser problematischer Aktivitäten der neuen Cannabisindustrie interpretiert, die nach Gewinnmaximierung trachtet.67

Uruguay

Als erster souveräner Staat hat Uruguay Cannabis im Jahr 2013 legalisiert. Politisch wurde die Legalisierung mit dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Menschenrechte begründet.68 Das südamerikanische Land wählte eine strenge Regulierung mit umfassender staatlicher Kontrolle.69 Diese beinhaltet ein Konsumentenregister: Erwachsene, die Cannabis konsumieren wollen, müssen sich beim Instituto de regulación y control del cannabis (IRCCA) für eine von drei möglichen Bezugsquellen registrieren lassen. Die drei Optionen sind Cannabis aus der Selbstversorgung, Cannabis aus Anbauvereinigung (bestehend aus 15 bis maximal 45 Mitgliedern), oder Cannabis aus der kontrollierten Abgabe durch lizenzierte Apotheken. Die erlaubte Bezugsmenge an getrockneten Blüten ist bei allen Bezugsquellen ähnlich.70 In den Apotheken werden keine anderen Cannabisprodukte wie Haschisch, Öl oder essbare Produkte angeboten. Die Produktion, der THC-Gehalt und der Preis für das Cannabis werden durch den Staat festgelegt. Das Cannabis für die Apotheken stammt von Produzenten, die eine staatliche Lizenz besitzen, die vom IRCCA vergeben wird. Nur uruguayische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit ständigem Wohnsitz in Uruguay können sich beim IRCCA registrieren lassen. Jegliche Werbung ist verboten. Rauchen von Cannabis ist dort verboten, wo ein allgemeines Rauchverbot gilt.

Gemäss dem IRCCA waren im Jahr 2023 36 Prozent der Konsumierenden registriert. Davon bauten 72 Prozent ihr Cannabis selbst an, 13 Prozent bezogen es aus CSC, und

65 Hoorens, S. / Pardal, M. / Martinelli, T. / Slootweg, R. / Laar, M. V. (2024): Internationale ontwikkelingen in cannabisbeleid voor recreatief gebruik: Eindrapport. RAND.

66 Pardal, M. et al. (2023).

67 Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates Minder 21.3280.

68 Hofmann R. (2025).

69 Lei Nº 19.172, Marihuana y sus derivados.

70 Höchstens 480 Gramm getrocknete Blüten aus dem Eigenanbau pro Jahr, Höchstens 40 Gramm getrocknete Blüten pro Monat aus Apotheken und aus CSC (d.h. 480 Gramm pro Jahr).