Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2001/19: Strafprozessordnung · 108 Seiten

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trum des Interesses (Art. 232 Abs. 3). Einige w¸nschen hier eine flexiblere Regelung414, andere eine Maximalfrist von 36 oder 48 Stunden415, wieder andere wollen die 24st¸ndige Frist erst mit der Festnahme, ggf. mit der Zuf¸hrung aus einem anderen Kanton, statt schon mit der Anhaltung zu laufen beginnen lassen416. Weitere Reaktionen betreffen die Umschreibung der Voraussetzungen f¸r die vorl‰ufige Festnahme in Art. 229 Abs. 1417 oder die Mˆglichkeit der Festnahme durch Private von Personen, die zur Verhaftung ausgeschrieben sind (Art. 230 Abs. 1 lit. c)418.

9.3.2 4. Abschnitt: Untersuchungshaft (Art. 233-241)

In diesem Abschnitt ¸berwiegen die Stellungnahmen zu den Haftgr¸nden, zum Haftpr¸fungsverfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht und zum Gesuch um Haftentlassung bzw. ñverl‰ngerung. Die beiden erstgenannten Materien waren Gegenstand des Fragenkatalogs.

Die Regelung der Haftgr¸nde (Art. 234) wird von einer Minderheit der Vernehmlasser ohne Einschr‰nkung gut geheissen419, die Mehrheit ‰ussert dagegen Vorbehalte. Diese sind teils allgemeiner Natur420, teils beziehen sie sich auf die Haftgr¸nde der Wiederholungs- (lit. c) und der Ausf¸hrungsgefahr (lit. d).

 Die Voraussetzungen f¸r die Annahme von Wiederholungsgefahr werden allge-

mein als zu restriktiv angesehen, sei es in Bezug auf die wiederholte fr¸here Tatbegehung421, sei es in Bezug auf die Begrenzung auf schwere Verbrechen und Vergehen422 oder in Bezug auf die Gleichartigkeit der bereits begangenen und der zu erwartenden Delikte423.

 Auch die Regelung der Ausf¸hrungsgefahr wird zahlreich kommentiert, hier aber

weniger einheitlich. So wird in systematischer Hinsicht kritisiert, die Materie gehˆ- re nicht ins Strafprozessrecht424 oder m¸sse, da der Tatverdacht nach Abs. 1 hier nicht vorausgesetzt sei, in einem eigenen Absatz geregelt werden425. Andere wollen auf die Qualifikation Ñschweresì Verbrechen oder auf die Voraussetzung der (ausdr¸cklichen) Androhung verzichten426 oder klarstellen, dass auch ver-

414 Nur Ñwenn mˆglichì innert 24 Stunden: BE, TG, KKPKS. 415

36 Stunden: SZ (bei mehreren Beschuldigten mit Ñexotischenì Sprachen), SH, ZG, KSBS; 48 Stunden: GR, LU, VSPB.- F¸r k¸rzere Frist (12 Stunden) aber: SAV. 416 SVSP bzw. VBJAZ. 417 Berechtigung statt Verpflichtung: AG, StA AG; restriktivere Umschreibung: AJP, SAV. 418 Kritisch (z.T. mit Antrag auf Streichung): ZH, CAPP, Avocats GE, Uni ZH, Uni GE. 419 CSP, GPS, SwissBanking, Stapo BE, Stapo SG, Uni Lausanne, STS. Zum Teil wird auch Streichung empfohlen (insb. mit Blick auf Art. 211): SO, SG, TG, SVSP. 420 Materie sei durch Gerichtspraxis gen¸gend konkretisiert und/oder eine Pr‰zisierung durch Gesetz nicht nˆtig: AI, BS, SH (f¸r Haftgrund gem‰ss lit. a und b), SZ (wie SH), TG, TI, UR, VD, SKG, VSPS.- Haftgrund der Stˆrung der ˆffentlichen Ordnung erg‰nzen: VD, Police VD, Police Lausanne, KSBS. 421 [wobei z.T. unklar ist, ob nur auf die wiederholte oder generell auf die fr¸here Tatbegehung verzichtet werden soll] AG, AR, AI, BL, BS, FR, GE, GL, JU, NE, NW, OW, SH, SZ, SO, SG, TI, TG, UR, VD, ZG, ZH (Vorschlag f¸r differenzierte Lˆsung: gemeine/qualifizierte Wiederholungsgefahr), FDP, LPS, SKG, CAPP, KSBS, StA AG, StA GE, Police VD, Police Lausanne, Uni GE, DJS, Avocats GE, VBJAZ, KKPKS, Wyss et al. 422 AR, BE, GL, LU, NW, OW, SG, TG, VS, ZG, CVP, LPS, CAPP, Neustart, KKPKS, Police VD, Uni GE, SVSP, StA GE. 423 JU, Avocats GE, SKG, StA GE. 424 SP, AJP, DJS, SAV, Uni SG, SAV. 425 BS, GR, SH, SZ, TG, UR. 426 BE (aber erg‰nzen durch schwerwiegende Gef‰hrdung der Sicherheit anderer), FR, Police VD, Police Lausanne, VBJAZ bzw. SG, CVP, SVSP, VBJAZ.