Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2001/19: Strafprozessordnung · 108 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 52Fedlex · Ergebnisbericht

suchte Delikte erfasst sind427, oder w¸nschen eine Ber¸cksichtigung der Voraussetzungen der Friedensb¸rgschaft428. Vier Organisationen sprechen sich f¸r einen Verzicht auf diesen Haftgrund aus.429

Die Ordnung des Haftpr¸fungsverfahrens vor dem Zwangsmassnahmengericht (Art. 237f.) wird von verschiedener Seite als zu kompliziert, aufw‰ndig, wenig praktikabel angesehen.430 Diese Kritik ist, gleich wie die Vorbehalte, die von den grunds‰tzlichen Bef¸rwortern431 ge‰ussert werden, regelm‰ssig im Zusammenhang mit dem Haftverfahren als Ganzem zu w¸rdigen, also einschliesslich der Phase der polizeilichen Festnahme (Art. 232), dem Haftverfahren vor der Staatsanwaltschaft (Art. 235) und der Haftverl‰ngerung (Art. 239f.). Abgesehen vom Vorschlag f¸r ein grunds‰tzlich anderes Konzept432 konzentrieren sich die Kommentare auf folgende Punkte:

 Regelung der Fristen (Art. 232 Abs. 3, 235 Abs. 3, 238 Abs. 1): die Mehrheit der

Vernehmlasser tritt daf¸r ein, die Regelung zu ¸berdenken. So wird die dem Zwangsmassnahmengericht f¸r seinen Entscheid einger‰umte Frist von 48 Stunden (Art. 238 Abs. 1) nicht selten als zu lang angesehen433, andere erachten sie eher als zu kurz oder wollen sie an Sonn- und Feiertagen ruhen lassen434. Umgekehrt wird die 24st¸ndige Frist f¸r den Antrag der Staatsanwaltschaft (Art. 235 Abs. 3) von einigen Vernehmlassern als zu kurz angesehen.435 Teilweise werden auch Globalfristen vorgeschlagen, in dem Sinn, dass die in einer Phase eingesparte Zeit der oder den n‰chsten Phase(n) zugute kommt436.

 Grunds‰tzlicher Ausschluss eines Rechtsmittels (Art. 238 Abs. 6): der Ausschluss

wird von der Mehrheit der Vernehmlasser abgelehnt; ein Teil von ihnen verlangt ausdr¸cklich die Einr‰umung eines Rechtsmittel auch f¸r die Staatsanwaltschaft437;

 Begrenzung der Haftdauer und Weisungsrecht des Zwangsmassnahmengerichts

(Art. 238 Abs. 2): insbesondere das Weisungsrecht wird als systemfremd kritisiert438, etwas weniger die Mˆglichkeit, die Haftdauer zu begrenzen439;

427 NW, OW, ZG. 428 AJP, DJS, SKG. 429 AJP, DJS, StA GE (unnˆtig, wenn bei der Wiederholungsgefahr auf die einschr‰nkenden Voraussetzungen der Wiederholung und der ƒhnlichkeit der Straftaten verzichtet wird), SAV. 430 AG, BL, LU, NW, TI, VD, ZG, Police VD, Stapo SG. 431 Zustimmung ohne Vorbehalt: JU, SO (kritisiert zwar Fristen, schl‰gt aber Regelung wie im Vorentwurf vor), TG, LPS, SwissBanking. 432 Haftanordnung durch Staatsanwaltschaft, ‹berpr¸fung durch Gericht: LPS, StA AG, Police VD, Stapo SG.- F¸r Haftrichter statt Zwangsmassnahmengericht: GR. 433 24h gen¸gen: GR, LU, NW, SH, SG, TI (in der Regel), Uni SG. 36h: ZG; 12h: SP, AJP, DJS, SAV.- Andere Vernehmlasser fordern eine Begrenzung der mˆglichen Gesamtdauer auf 72h statt 96h (incl. Polizeihaft und Verfahren vor der Staatsanwaltschaft), ohne Angabe, in welcher Phase die Zeit eingespart werden soll: BS, FR, SPV. 434 VD, VS (bei m¸ndlicher Verhandlung), VSPB; nur an Arbeitstagen: SZ, TG, CVP. 435 AR, SKG; f¸r 48-72h: AJP, DJS (kann ungerechtfertigte Antr‰ge verhindern helfen); 48h: LU, NW, SG, CAPP; 36h: SZ, ZG. Frage, ob die 24h auch bei Zuf¸hrung aus anderem Kanton gelten: OW, SZ.- Zur Frist zur Vorf¸hrung von der Polizei an die Staatsanwaltschaft oben Ziff. 9.3.1 a.E. 436 BE (96h bis und mit Verhandlung [recte: Entscheid] Zwangsmassnahmengericht). Bis zum Antrag der Staatsanwaltschaft: max. 48h: BE, TG, KSBS; 36h: SP, DJS; 24-36h: SAV. 437 BS, FR, NE (wenn Zwangsmassnahmengericht = Einzelgericht), OW, SH, SZ, TI, UR, ZG, ZH (Kassationsgericht), CVP, FDP, SP, SAV, SKG, KSBS, Neustart, Uni SG (verfassungs- und EMRKwidrig), STS, SPV [Schr‰gdruck: Rechtsmittel auch f¸r Staatsanwaltschaft].- F¸r die Regelung des Vorentwurfs: AG, AI, BL, SG, TG, VS, ZH, CSP, GPS, SwissBanking, Police VD. 438 AR, BE, GL, SZ, TG, UR, ZG, CVP, VSPB (nur bei klarer Verletzung des Beschleunigungsgebots). 439 BL, TG, KKPKS, Police Lausanne. F¸r obligatorische Begrenzung der Haftdauer aber: Avocats GE.