Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2001/9: Schweizerisches Strafgesetzbuch (Revision der Art. 123, 189 und 190 StGB) · 19 Seiten
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EINLEITUNG
Mit Beschluss vom 28. März 2001 hat der Bundesrat das Eidgenössische Justiz- und Polizeidpepartement (EJPD) ermächtigt, im Auftrag der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-N) ein Vernehmlassungsverfahren über den Bericht und den Vorentwurf zur Revision der Artikel 123, 126, 180, 189 und 190 StGB sowie zur Einführung eines neuen Artikels 66terVE-StGB durchzuführen1.
Mit Rundschreiben vom gleichen Tag hat das EJPD die Kantone, die in der Bundesversammlung vertretenen Parteien, die interessierten Organisationen sowie die Eidgenössischen Gerichte zur Stellungnahme bis zum 30. Juni 2001 eingeladen.
Es sind 77 Vernehmlassungen eingegangen. Stellung genommen haben:
- alle Kantone,
- das Bundesgericht,
- die FDP, die SP, die SVP, die LPS und die GPS sowie
- 45 interessierte Organisationen.
1. GENERELLE EINSCHÄTZUNG DES VORENTWURFS
Der Vorentwurf (VE) wird von den Vernehmlassungsteilnehmern generell begrüsst.
Die Stellungnahmen lassen sich in vier Gruppen aufteilen:
- Die Mehrheit der Kantone2 und der interessierten Organisationen3 sowie zwei
politische Parteien4 begrüssen den Vorschlag, die einfache Körperverletzung (Art. 123 StGB), Tätlichkeiten (Art. 126 StGB), die Drohung (Art. 180 StGB), die
1 Auslöser waren die parlamentarischen Initiativen von Felten: Gewalt gegen Frauen als Offizialdelikt. Revision von Art. 123 StGB (96.464); Sexuelle Gewalt in der Ehe als Offizialdelikt. Revision von Art.
189 und 190 StGB (96.465).
2 ZH, BE, LU, SZ (Regierungsrat), NW, GL, ZG (Ablehnung von Art. 180 VE-StGB), FR, BS, BL, SG, TG, TI, VD, VS, NE.
3 DJS, AGFPDS (Ablehnung von Art. 180 VE-StGB), Violence et Famille, EKF, FSP, SKF, SGP, FMH (Verwerfung von Art. 180 VE-StGB), Christkatholische Kirche der Schweiz, WR, Pink Cross, SVR, Nottelefon Beratungsstelle für Frauen, Uni Lausanne, LIMITA, SAMW, SLFV, Dachorganisation der Frauenhäuser, Schweiz. Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten, Interventionsprojekte und – stellen gegen häusliche Gewalt, BSF, sek, EFS, svf, Zürcher Frauenzentrale, SGF, SPV, TFZ, KKPKS, Opferhilfe Aargau, VIRES.
4 SP, GPS.