Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2005/44: Revision des Aktien- und Rechnungslegungsrechts im Obligationenrecht · 40 Seiten

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Die Bestimmung, wonach es zur Einsetzung einer Sonderuntersuchung genügt, dass die Verletzung von Gesetz und Statuten geeignet ist, die Gesellschaft oder das Aktionariat zu schädigen, stösst vereinzelt auf Widerstand (Art. 697b Abs. 3 Ziff. 2; FDP, industrie-holding, vpag, Gericke). Es wird befürchtet, dass der Anwendungsbereich der Sonderprüfung dadurch über Gebühr ausgeweitet wird. Befürwortet wird die Regelung demgegenüber ausdrücklich von: SH, UNI GE, UNI LU, OAV, Bär & Karrer, Böckli.

Die Kostenregelung der Sonderuntersuchung wird unterschiedlich bewertet. Begrüsst wird der Vorschlag von SH, SP, UNI LU, Bär & Karrer. Abgelehnt wird die Regelung von: UNI BE, Böckli.

5.15 Genehmigung der Konzernrechung (Art. 698 Abs. 1 Ziff. 3)

Der Verzicht auf die Genehmigung der Konzernrechnung durch die Generalversammlung stösst auf Unverständnis. Die Kritiker machen geltend, dass eine derartige Regelung sich mit den Grundsätzen einer guten Corporate Governance nicht vereinbaren liesse (SP, UNI GE, economiesuisse, ethos, industrie-holding, SAV, SWX, Böckli, Gericke, Nobel). Auch an der Bewilligung des Lageberichts durch die Generalversammlung sei festzuhalten (economiesuisse, Böckli).

5.16 Einberufung der Generalversammlung und Traktandierung (Art. 699 ff.)

Die Festlegung neuer Schwellenwerte für das Recht auf Einberufung der Generalversammlung (Art. 699 Abs. 3) findet Zustimmung bei: AG, BL, BE, LU, CVP, FDP, SP, UNI GE, ACTARES, ASIP, industrie-holding, OAV, SGB, BZ, Bär & Karrer, Böckli, Tettamanti. ACTARES erachtet die Schwellenwerte jedoch als immer noch zu hoch.

Die Einführung eines alternativen Schwellenwerts, der auf den Börsenwert abstellt (Art. 699 Abs. 3), wird begrüsst von: BL, TI, SP, ASIP, SGB, BZ, Bär & Karrer, Böckli, Gericke, Glanzmann, Tettamanti. Teilweise wird der Börsenwert von 5 Millionen Franken aber als zu tief angesehen (Böckli, Gericke, Glanzmann).

Verworfen werden die neuen Schwellenwerte von: LPS, aiti, cciati, Centre Patronal, economiesuisse, SAV, SGCI, SGV ([in Bezug auf nichtkotierte Unternehmen), SVV, SwissBanking, Swissmem, Basler Chemie. Für die Ablehnung werden dieselben Gründe ins Feld geführt wie bei der Sonderuntersuchung (s. vorne Ziff. 5.14).

Auch die Einführung des Börsenwerts stösst auf Ablehnung (BE, CVP, FDP, LPS, SVP, aiti, cciati, Centre Patronal, economiesuisse, industrie-holding, OAV, SGCI, SVV, SwissBanking, Swissmem, Basler Chemie; zu den Gründen siehe vorne Ziff. 5.14).

Es wird - wie bei der Sonderuntersuchung – vorgeschlagen, auf andere Parameter zurück zu greifen (s. vorne Ziff. 5.14; BL, economiesuisse, SGCI, SVV, Bär & Karrer, Gericke) bzw. die Schwellenwerte abzustufen (BL, SP, UNI BE, Forum PME, Böckli). Die UNI LU und der KGL sprechen sich für die Möglichkeit eines opting-out für KMU aus. Diese sollen in ihren Statuten höhere Schwellenwerte vorsehen können.