Vorlage und Bericht
Vernehmlassung 2008/32: Revision des CO2-Gesetzes · 113 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 76Fedlex · Vorlage
dauer, beispielsweise im Gebäudebereich, Strukturen erhalten bleiben, die sich langfristig als nicht nachhaltig herausstellen und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz beeinträchtigen können.148
Konkrete Berechnungen zu den Auswirkungen auf das Bruttoinlandprodukt (BIP) sind mit einem statischen Modell der Firma Ecoplan vorgenommen worden.149 Die Berechnungen basieren allerdings nicht auf der Ausgestaltung der beiden Varianten, wie sie in der Vernehmlassung unterbreitet werden, weil mit dem Modell die Auswirkungen verschiedener technischer Massnahmen bei beiden Varianten nicht modelliert werden können. Bei der Variante „Verbindliche Klimaziele“ wurde unterstellt, dass die Ziele allein mit einer CO2- Abgabe erreicht werden müssten. Das führt zu einer Überschätzung der Auswirkungen auf das BIP (gemäss Modell minus 0,66% im Jahr 2020). Bei der Variante „Verbindliche Schritte zur Klimaneutralität“ wurde unterstellt, dass kein nationales Emissionshandelssystem eingeführt wird. Die so berechneten Auswirkungen auf das BIP im Jahr 2020 (gemäss Modell wachstumsneutral oder mit minus 0,1% leicht negativ, wenn die globalen Emissionshandelsmärkte nicht optimal funktionieren) rühren daher, dass die Schweiz einerseits die Emissionsreduktionen mit Emissionsgutschriften aus dem Ausland durchführt und andererseits im Inland weniger grosse Anstrengungen zur Reduktion der Treibhausgase unternimmt als in anderen Ländern. Modellgemäss hat das bei tiefen Emissionshandelspreisen zur Folge, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gegenüber dem Ausland marginal verbessert, was den geringen negativen Effekt der Emissionshandelskosten kompensiert. Für die Botschaft an das Parlament werden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen neu mit einem dynamischen Modell von Ecoplan berechnet.
Einsparung von Energieausgaben150
Die klimapolitischen Massnahmen führen zu einem Rückgang der fossilen Energieimporte, was die Versorgungssicherheit erhöht und negative Auswirkungen von stark steigenden Erdölpreisen auf die Wirtschaft verringert.
Mit dem Massnahmenpaket gemäss der Variante „Verbindliche Klimaziele“ können bis zum Jahr 2020 im Vergleich zur Referenzentwicklung jährlich 10,5 Mio. Barrel Rohöläquivalente eingespart werden. Bei einem Erdölpreis von rund 100 US Dollar pro Barrel werden somit allein im Jahr 2020 1,05 Mrd. US Dollar eingespart, die nicht ins Ausland abfliessen. Wenn der Erdölpreis in Zukunft ansteigt, sind noch erheblich grössere Einsparungen zu erwarten.
Die Energieeinsparungen bei der Variante „Verbindliche Schritte zur Klimaneutralität“ sind aufgrund der tieferen Lenkungswirkung der Sicherungsabgabe geringer.
Sekundäre Nutzen151
Durch substanzielle Reduktionsbeiträge im Inland fallen für die Schweiz auch sekundäre Nutzen an. Die wichtigsten Sekundärnutzen ergeben sich aufgrund der Reduktion der Luftschadstoffbelastung sowie durch Innovations- und Wachstumsimpulse.
Grosse Sekundärnutzen entstehen durch Emissionsreduktionen im Verkehrssektor. Bei der Verbrennung fossiler Treibstoffe werden auch Luftschadstoffe wie NOx, SO2 oder
148 Econcept (2008): Reduktion Treibhausgasemissionen, Gutachten Sekundärnutzen. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU.
149 Ecoplan (2008): Volkswirtschaftliche Auswirkungen von CO2-Abgaben und Emissionshandel für das Jahr 2020. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU.
150 Ecoplan (2008): Volkswirtschaftliche Auswirkungen von CO2-Abgaben und Emissionshandel für das Jahr 2020. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU.
151 Econcept (2008): Reduktion Treibhausgasemissionen, Gutachten Sekundärnutzen. Im Auftrag des Bundesamt für Umwelt BAFU.