Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2008/75: Invalidenversicherung - 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket · 109 Seiten

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sind aber immer noch deutlich niedriger, als wenn C.D. in ein Heim eintreten würde.

3'100 Personen mit Assistenzbeitrag

30'000 erwachsene Personen erhalten eine Hilflosenentschädigung der IV (17'000 zu Hause und 13'000 im Heim wohnende Personen). Schätzungsweise 2/3 davon (20'000) erfüllen die Anspruchsvoraussetzungen für einen Assistenzbeitrag. Davon werden bei weitem nicht alle einen Anspruch auf einen Assistenzbeitrag geltend machen. Sei es, weil ein Heimaufenthalt die bessere Lösung ist, weil die benötigten Leistungen von Angehörigen und/oder Spitex erbracht werden können oder weil die mit dem Assistenzbeitrag verbundenen Anforderungen (Arbeitgebermodell) als zu anspruchsvoll betrachtet werden.

Die Schätzung der Höhe und Zusammensetzung der Nachfrage nach dem Assistenzbeitrag basiert auf den Erfahrungen aus dem Pilotversuch Assistenzbudget. Es wird angenommen, dass die Nachfrage nach dem Assistenzbeitrag (prozentualer Anteil an Personen mit einer Hilflosenentschädigung) viermal so hoch sein wird wie die Nachfrage im Rahmen des Pilotversuchs Assistenzbudget.

Tabelle 1-8

Anteil Personen mit Assistenzbeitrag an erwachsenen Personen mit einer Hilflosenentschädigung IV

Pilotversuch Assistenzbudget Assistenzbeitrag

vorher im Heim 0,7 Prozent 3 Prozent

vorher zu Hause 4,6 Prozent 20 Prozent

Total 3 Prozent 12 Prozent

Bis sich eine neue Leistung etabliert hat, dauert es erfahrungsgemäss einige Jahre. Für den Assistenzbeitrag wird erwartet, dass die Nachfrage etwa nach 5 Jahren voll entwickelt sein wird. In den nächsten 15 Jahren wird in der IV mit einem durchschnittlichen Bestand von 3'100 Personen gerechnet, die einen Assistenzbeitrag erhalten werden. 400 Personen davon werden aus einem Heim ausgetreten sein. In den nächsten 15 Jahren werden noch wenige Personen mit einem Assistenzbeitrag der IV ins AHV-Alter kommen. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Pilotversuch wird der Anteil von Frauen und Männern etwa gleich hoch sein (im Pilotversuch betrug der Anteil Frauen 55 Prozent).

Dass die Nachfrage verglichen mit dem Pilotversuch deutlich höher ist, ist darauf zurückzuführen, dass

‚ es sich um eine definitiv eingeführte Leistung statt um einen Pilotversuch handelt und dadurch der Kenntnisstand der versicherten Personen über diese Leistung besser ist (über die Hälfte der Zielgruppe kannte den Pilot-29 versuch nicht oder hatte dessen Funktionsweise falsch verstanden) ;

29 Hefti et al 2007, S. 59.