Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2010/110: Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI; Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr») · 142 Seiten

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bezieht sich zum grossen Teil auf gestiegene Grenzkosten der Infrastruktur (das heisst, der direkt durch die einzelne Zugsfahrt verursachten Kosten).

In einem zweiten Schritt (voraussichtlich 2017) kann eine weitere Trassenpreiserhöhung erfolgen, welche zusätzliche 100 Millionen Franken einbringt.

Die Trassenpreise, die die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zahlen, werden von den Bahnkunden über die Tarife mitgetragen. Die Umsetzung der Trassenpreiserhöhungen in Tariferhöhungen liegt in der Kompetenz der Transportunternehmen. Dabei ist auf der einen Seite zu prüfen, welche zusätzlichen Mittelbedürfnisse die Transportunternehmen haben. Anderseits sind auch Effizienzsteigerungsmassnahmen in die Überlegungen mit einzubeziehen. Um die Erhöhung der Trassenpreise auszugleichen, können die allgemeinen öV-Tarife und die Tarife der Tarifverbünde entsprechend erhöht werden. Bei unveränderter Kostenstruktur (ohne Berücksichtigung möglicher Effizienzsteigerungen) der Transportunternehmen und ohne Beeinträchtigung der Ertragsüberschüsse im Fernverkehr dürfte dies zu durchschnittlichen Tariferhöhungen von schätzungsweise 10 bis 12 Prozent führen.

Die Entwicklung der Tarife hängt aber nicht nur von den Kosten für die Infrastrukturnutzung ab, sondern auch von den Veränderungen anderer Kosten bei den Transportunternehmen. Dies betrifft insbesondere Kosten für zusätzliche Angebote oder neues Rollmaterial. Allerdings besteht auch bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Potenzial zu Kostensenkungen. Kann dieses realisiert werden, fallen die Preiserhöhungen tiefer aus.

Tariferhöhungen in dieser Grössenordnung werden Auswirkungen auf die Nachfrage im Bahn- und übrigen öffentlichen Verkehr haben. Erfahrungsgemäss (Preiselastizität der Nachfrage) führen Preiserhöhungen zu einer Abschwächung des Wachstums, nicht aber zu massgeblichen Veränderung des Modal-Splits zwischen Strasse und Schiene. Die genauen Auswirkungen auf die Nachfrage sind von der zeitlichen Staffelung und Differenzierung der Tariferhöhungen und der Höhe der anderweitig begründeten Preiserhöhungen sowie der aktuellen Konjunkturlage abhängig.

Damit die bestehenden Kapazitäten optimal ausgelastet werden, sollten die Tarife sowohl die Nachfrage berücksichtigen (u.a. Spitzen- und Randzeiten), aber auch in Bereichen ansetzen, wo in den letzten Jahren das Tarifniveau tief gehalten wurde. Die Tarifsysteme der Schweiz sind unternehmens-, verkehrsträger- und angebotsübergreifend. Fahrausweise gelten somit unabhängig vom Bahnunternehmen, unabhängig davon, ob ein Zug, Bus oder Schiff oder ob ein IC, ein Regio-Express oder eine S-Bahn benutzt wird. Dabei haben die Abonnemente des Direkten Verkehrs (z.B. Generalabonnement) und die Fahrausweise der regionalen Tarifverbünde einen grossen Anteil am Verkehrsertrag. Die Umsetzung der Tariferhöhung liegt in der Kompetenz der Transportunternehmen und wird durch den Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und die regionalen Tarifverbünde gestaltet. Eine mittelfristige Preisentwicklungsstrategie,