Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
forderten27. Hingegen hat der Nationalrat ein Postulat angenommen, dass vom Bundesrat verlangt, zu prüfen, ob der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln getrennt von den Freihandelsabkommen behandelt werden könnte28.
Bilaterale Verhandlungen mit der EU
Der Bundesrat verhandelt mit der EU über ein Abkommen in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Produktesicherheit und öffentliche Gesundheit (FHAL&GesA).
Das Parlament hat in der Wintersession 2009 den Weg des Bundesrates bestätigt und Motionen abgelehnt, die die Beschränkung auf die nicht-tarifären Handelshemmnisse29 bzw. den Abbruch der Verhandlungen30 verlangten. In der Sommer- und der Herbstsession 2010 wurde im Parlament erneut je eine Motion eingereicht, welche den Abbruch bzw. den Stopp der Verhandlungen fordern31. Deren Behandlung ist noch offen. Weiter hat Nationalrat Joder eine parlamentarische Initiative eingereicht, mit welcher er einen Grundsatz- und Planungsbeschluss betreffend die Verhandlungen der Schweiz mit der EU und der WTO in Sachen Agrarfreihandel verlangt32. Die WAK-N hat diesen Vorstoss mit 13 zu 10 Stimmen abgelehnt, der Nationalrat jedoch mit 90 zu 83 angenommen.
Bilaterale Freihandelsabkommen ausserhalb der EU
Die Schweiz schliesst entweder im Rahmen der Europäischen Freihandelszone (EFTA) oder auf bilateralem Weg Freihandelsabkommen ab. Diese beinhalten alle ein bilaterale Agrarabkommen von jedem Mitglied der EFTA mit dem jeweiligen Partner. Aktuelle Verhandlungspartner von grosser Bedeutung sind Indien, China, Indonesien und Russland mit seiner Zollunion (Kazakhstan und Belarus).
Internationale Abkommen im Bereich der Biodiversität
Die Schweiz hat 1994 das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt33 ratifiziert. 2002 haben sich die 193 Vertragstaaten verpflichtet, bis 2010 die Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren. Wie das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt verfolgt auch der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft drei Ziele: die Erhaltung der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile.
27 08.3301 Mo Graber, Freihandel. Landwirtschaft weitgehend ausschliessen, 10. Juni 2008; 09.3722 Mo Stamm, Die Landwirtschaft aus den jetzigen WTO-Verhandlungen herauslösen, 12. Juni 2009.
28 08.3263 Po Thorens Goumaz, Landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel von Freihandelsabkommen ausschliessen, 28. Mai 2008.
29 09.3432 Mo Walter, Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse beim Export von Agrarprodukten in die EU, 30. April 2009.
30 09.3888 Mo SVP, Sofortiger Abbruch der Verhandlungen über ein Agrarfreihandel mit der EU, 24. September 2009.
31 10.3473 Mo Joder, Abbruch der Verhandlungen über ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU, 16. Juni 2010; 10.3818 Mo Darbellay, Verhandlungen mit der EU über ein Freihandelsabkommen im Agrar- und Lebensmittelbereich stoppen, 1. Oktober 2010.
32 09.515 PaIv Joder, Die Zukunft der schweizerischen Landwirtschaft, 11. Dezember 2009.
33 CBD: Convention on Biological Diversity