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Vernehmlassung 2010/14: Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über die Sicherheitspolitik der Schweiz · 84 Seiten
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SIPOL B: Entwurf, 14. April 2010 Seite 12 _____________________________________________________________________________________
losigkeit, Radikalisierung und daraus resultierender Emigration auf die Sicherheit der Schweiz aus. Bei der Ressourcenknappheit widerspiegelt der Nahrungs- und Wassermangel zumindest unter den gegenwärtigen klimatischen Bedingungen vor allem Verteilungsungleichheiten, nicht die Ausschöpfung des natürlichen und technischen Potenzials.7 Ähnlich ist es bei der Energie: Der Verbrauch fossiler Energieträger wird zwar global weiter zunehmen; gleichzeitig werden sich aber auch Technologien und Effizienz weiterentwickeln. Eine Verknappung fossiler Energieträger würde die Schweiz in erster Linie via Preiserhöhungen treffen, die Versorgung des Landes wegen der bestehenden Zahlungskraft hingegen kaum ernsthaft gefährden. Wegen politischer, kriegerischer oder anderweitiger Vorkommnisse in Liefer- oder Transitländern könnten Versorgungsengpässe jedoch auch in der Schweiz jederzeit Realität werden.
323 Zuordnung zur Sicherheitspolitik und Risikobeurteilung Die folgende Tabelle zeigt, in welchem Mass die eben dargelegten Bedrohungen und Gefahren von der Sicherheitspolitik erfasst werden: Direkte Bedrohungen und Gefahren
Natur- und zivilisationsbedingte Katastrophen gehören zum Kernbereich Sicherheitspolitik
und Notlagen
Versorgungsstörungen in Folge von Konflikten fallen ab gewissem Ausmass unter Sicherheitspolitik Militärischer Angriff gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Nötigung mit wirtschaftlichen Mitteln fällt ab gewissem Ausmass unter Sicherheitspolitik Angriffe auf die Informatik-Infrastruktur fallen ab gewissem Ausmass unter Sicherheitspolitik Verbotener Nachrichtendienst gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Terrorismus (politisch motiviert, zivile Akteure) gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Gewalttätiger Extremismus gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Organisiertes Verbrechen gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Gewalt gegen Leib und Leben gehört zum Kernbereich Sicherheitspolitik
Indirekte Bedrohungen und Gefahren
Weiterverbreitung von Massen- indirekte Bedrohung; verstärkt Bedrohung durch vernichtungswaffen und Trägersystemen Terrorismus und militärischen Angriff
Zerfall staatlicher Strukturen indirekte Bedrohung; fördert Terrorismus,
("failed states") organisiertes Verbrechen, Proliferation
Migrationsprobleme können Armee-, Zivilschutz- und Zivildiensteinsätze (Politikbereich Ausländerpolitik) nötig machen, öffentliche Sicherheit und diplomati-
sche Beziehungen belasten
Klimawandel verursacht Zunahme von Naturkatastrophen
(Politikbereich Umweltpolitik) und Intensivierung von Konflikten
Pandemien können Armee-, Zivilschutz- und Zivildiensteinsätze (Politikbereich Gesundheitspolitik) nötig machen
7Die Vorstellung, dass die Welt die Weltbevölkerung nicht ernähren könne, ist deshalb zumindest der-
zeit unzutreffend.