Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten

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der Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie werden zum Beispiel die Produkte dreifach gestapelt befördert. Angesichts der gängigen Abmessungen der verpackten Einheiten erfordert dies eine möglichst hohe Innenhöhe des Laderaums des Transportbehälters, idealerweise von 3,00 Metern.9

Gegenüber diesen Entwicklungen schneiden Sattelzüge und ihre Behälter, die Sattelauflieger, besser ab als andere Fahrzeugkombinationen (bspw. Lastwagen mit fixen Aufbauten, Lastenzüge mit Wechselbehältern oder Hochseecontainern). Die Sattelauflieger haben gegenüber den Wechselbehältern und Containern verschiedene logistische Vorteile. Dazu zählen nebst optimierten Dimensionen (Länge, Höhe und Volumen des Laderaums) die Beladefreundlichkeit (durchgängiger Laderaum, Rampenaffinität) und die einfachere Handhabung. Sattelauflieger haben im Unterschied zu den Wechselbehältern und Containern ein fixes Fahrgestell und können einfach abgestellt bzw. mit einer Zugmaschine weiterbefördert werden.

1.1.2.2 Dimensionen der Sattelauflieger

Bei den Dimensionen der Sattelauflieger zeichnet sich eine Standardisierung unter Ausschöpfung der maximal zulässigen Masse ab. Die für den Strassengüterverkehr in der Europäischen Union höchste zulässige Eckhöhe10 von 4,00 Metern für LKW ist in der Richtlinie 96/53/EG11 festgelegt. Die Schweiz hat im Rahmen des Landverkehrsabkommens mit der EU diese Regelungen übernommen12. Damit Sattelauflieger die von den Transporteuren erwünschte Innenhöhe von 3,00 Metern erreichen, schöpfen sie die zulässige Eckhöhe von 4,00 Metern in der Regel aus.

Es bestehen keine systematischen Erhebungen der Eckhöhen von Sattelzügen im alpenquerenden Strassengüterverkehr. Eine Stichprobe13 im Schwerverkehrskontrollzentrum Ripshausen im Kanton Uri an der Autobahn A2 ergab, dass rund 80 % der schweren Güterfahrzeuge mindestens 3,96 Meter hoch sind14, was die obige Feststellung stützt.

Die Richtlinie 96/53/EG gibt ebenfalls die Breite der schweren Güterfahrzeuge vor. Die grösste erlaubte Breite beträgt 2,55 Meter; für klimatisierte Fahrzeuge sind es 2,60 Meter (aufgrund der Isolation der Behälter). Diese Breite erlaubt es, zwei bzw. drei standardisierte Flachpaletten mit einer Dimension von 0,80 x 1,20 Meter nebeneinander zu laden.

Die zukünftige Entwicklung der Höhe und Breite der schweren Güterfahrzeuge wird durch die bestehende Strassen- sowie Logistikinfrastruktur stark eingeschränkt. Die Beladerampen sind für die vorgegebenen Breiten ausgelegt – breitere Fahrzeuge

9 KombiConsult, Trends und Innovationen im unbegleiteten Kombinierten Verkehr in der und durch die Schweiz, 2010, Seite 22.

10 Die Eckhöhe ist die seitliche Höhe eines Transportgefässes (Lastwagen, Container).

11 Richtlinie 96/53/EG des Rates vom 25. Juli 1996 zur Festlegung der höchstzulässigen Abmessungen für bestimmte Strassenfahrzeuge im innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Verkehr in der Gemeinschaft sowie zur Festlegung der höchstzulässigen Gewichte im grenzüberschreitenden Verkehr; ABl. L 235 vom 17.9.1996, S. 59.

12 SR 0.740.72 Anhang 1, Abschnitt 3

13 Die Erhebung fand an sieben Tagen im März 2011 statt.

14 Bei den meisten schweren Güterfahrzeugen wird für die Beförderung im KV die Luftfederung abgelassen, wodurch sie um rund 7 cm unter die gemessenen Werte gesenkt werden.