Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
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Abbildung 1:
Entwicklung alpenquerender Fahrten schwerer Güterfahrzeuge
Strassengüterfahrzeuge nach Kategorien 1981-2011 SGF in 1'000/Jahr
1'500
Sattelzüge
Lastenzüge
Lastwagen
1'250
1'000
750
500
250
0
81 86 91 96 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11
Befragte Experten und Marktakteure gehen aufgrund von Beobachtungen in ganz Europa davon aus, dass es in Zukunft im europäischen Strassengüterverkehr zu einem noch stärkeren Einsatz von Sattelzügen kommen wird.
Die vermehrte Nutzung von Sattelzügen ist eine Folge des Wandels des gesamten europäischen Strassengüterverkehrs. Zur Erhöhung der Produktivität in der Transportlogistik zeichnet sich ein Trend hin zur Standardisierung der Behälter ab. Transporteure nutzen Behälter, die im Bezug zu Verladevolumen und –fläche, zur Nutzlast und zur Beladefreundlichkeit optimiert und untereinander austauschbar sind. Solche Behälter sind flexibel einsetzbar und erhöhen die Freiheitsgrade der Transporteure bei den logistischen Abläufen.
Ein zweiter Treiber dieses Wandels ist die Entwicklung hin zu Volumengütern. «Seit über 20 Jahren ist in der europäischen Logistikwirtschaft der Güterstruktureffekt ausgeprägt zu beobachten. Die bekannte Komponente dieses Effekts ist, dass der Anteil von Kaufmannsgütern (general cargo) am gesamten Transportvolumen (…) auf Kosten von Massengütern kräftig zunimmt. (…) Die weniger geläufige Komponente des Güterstruktureffekts ist die absolute und relative Zunahme volumenintensiver Güter. Dies gilt zum Beispiel für Kaufteile der Automobilindustrie, Elektronik, Haushaltsgeräte, Kunststoffartikel, Bau- und vor allem Dämmstoffen oder ganz generell in der Luftfracht. Beim Transport dieser Waren mit dem LKW ist der verfügbare Raum der Engpassfaktor und nicht die Nutzlastkapazität.»8
Zur Beförderung einer Vielzahl volumenintensiver Güter stellt heute die Gesamthöhe eines Fahrzeugs bzw. des Transportbehälters die zentrale Einschränkung dar. In
8 KombiConsult, Trends und Innovationen im unbegleiteten Kombinierten Verkehr in der und durch die Schweiz, 2010, Seite 22.