Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/84: Revision der Eigenmittelverordnung (ERV; Basel III) · 87 Seiten

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nes makroökonomischen Modells. Durch höhere Kapitalanforderungen und Refinanzierungskosten verringert sich in dem Modell das Kreditangebot und das Kreditvolumen der Banken und somit das Wirtschaftswachstum (BIP), was wiederum zu höheren Arbeitslosenraten führt. Mit Blick auf die Erfahrung aus der Finanzkrise würdigt der IIF zwar grundsätzlich die Basel III Reformvorschläge. Er kritisiert aber die, nach seiner Ansicht, exzessiv konservative Einschätzung der für die Vermeidung künfti-

64 ger Krisen erforderlichen quantitativen und qualitativen Anforderungen an Kapital- und Liquidität . Als eine Folge befürchtet der IIF eine nachhaltige Kontraktion des Bankgeschäftes, und über den beschriebenen Transmissionsmechanismus des allgemeinen Wirtschaftswachstums. In dem IIF-Modell wird eine unveränderte Regulierungslage (vor der Krise) mit den Basel III-Regulierungszielen bei einer Übergangsphase von fünf Jahren verglichen. Dabei wird die gesamte Aktivseite der Banken den Reformanforderungen unterworfen und übersehen, dass die Handelsaktivitäten der Banken nicht Gegenstand der Basel III Reform sind. In der Folge überzeichnet das IIF-Modell die Auswirkungen der Regulierung signifikant. Zudem macht das Modell zu einem über diese Anpassungsphase hinaus erzielbaren Nutzen für die Volkswirtschaft keine klaren Aussagen.

Auf Basis des Eurozonen-Modells, für das der IIF eine Beeinträchtigung des kumulierten BIP-Wachstums von 2.6 bis 4.3% errechnet, erfolgte für die Schweiz eine Anpassung. Neben Datenanpassungen (Zinsraten, Anpassung der ökonometrischen Regression), wurden im Wesentlichen die spezielle Bankenstruktur und die Regelungen für Grossbanken berücksichtigt. Für eine 11-prozentige Kapitalanforderung und fünfjährige Anpassungsperiode wurde eine kumulative Beeinträchtigung des nationalen BIP, d.h. ein kumulativer Wachstumsverlust von 2.6% kalkuliert. Das IIF-Modell transformiert dies in einen Beschäftigungsverlust von 110‘000 Stellenäquivalenten.

10.4 Besonderheiten des Schweizer Kreditmarktes (Kreditvolumen und -versorgung)

Nach Berechnungen besteht in der Schweiz im weltweiten Vergleich mit über 220 Prozent des BIP

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eine der höchsten Kreditinanspruchnahmen per Kopf . Diese Verschuldung basiert im Wesentlichen auf Hypothekenfinanzierungen, die von Basel III nicht verändert werden. Der Anteil der übrigen Kredite liegt im einstelligen Prozentbereich. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU; Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern) ist zu beachten, dass nur ca. 30% überhaupt Bankkredite in Anspruch nehmen. Neun von zehn Unternehmen ohne Bankkredit geben an, auch keinen zu benöti-

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gen . Grösseren Unternehmen stehen zudem mit dem Kapitalmarkt alternative Finanzierungsmittel zur Verfügung.

Die Schweizer Volkswirtschaft profitiert im weltweiten Vergleich von überdurchschnittlich günstigen Zinskonditionen. Internationale Investoren mit dem Anlagewunsch nach einem stabilen Umfeld stellen Schweizer Banken umfangreiche Mittel zur Verfügung. Diese versuchen unter anderem die Finanzmittel dem Kreditmarkt zuzuführen, was angesichts des hohen Mittelzuflusses und des intensiven Bankenwettbewerbs zu attraktiven Zinskonditionen für die Volkswirtschaft führt. Auch während der Fi-

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nanzkrise war kein signifikanter Rückgang der nationalen Kreditversorgung festzustellen . Dabei ver-

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teilen sich die Bankkredite speziell von KMU über alle Bankengruppen.

10.5 Unwägbarkeiten bei der Analyse

Das IIF-Modell ebenso wie auch die MAG/LEI Modelle unterliegen zahlreichen Ungewissheiten und Annahmen. Neben der Schätzung von Konjunkturverlauf und Kapital- wie Kreditkosten sind die unterstellten Transmissionsmechanismen, d.h. die Rückwirkungen der Regulierungsreformen auf das BIP

64 IIF, Current Industry Views on Capital and Liquidity Reforms, 29. Juni 2009. 65 SNB, Finanzierungsrechnung der Schweiz 2008, eigene Berechnungen. 66 M.I.S. Trend (2010). Studie zur Finanzierung der KMU in der Schweiz, Welle II/ April 2010, durchgeführt im Auftrag des SECO. 67 M.I.S. Trend (2010). Studie zur Finanzierung der KMU in der Schweiz, Welle II/ April 2010, durchgeführt im Auftrag des SECO. 68 Nach M.I.S. Trend: Kantonalbanken (34%), Grossbanken (29%), Raiffeisenbanken (24%). / 77/87