Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2012/44: Entsorgungsprogramm und Umgang mit den Empfehlungen in den Gutachten und Stellungnahmen zum Entsorgungsnachweis · 84 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zum Entsorgungsprogramm

Untersuchungen haben gezeigt, dass die alpinen Vorlandgletscher in der Vergangenheit Rinnen von teilweise über 200 m Tiefe in die Molassegesteine geschürft haben. Diese Rinnen sind heute grösstenteils wieder verfüllt. Die Tiefenerosion konzentriert sich dabei an Linien mit weichem Untergrund (z. B. entlang von Flüssen und Seen). In einer Abfolge von Eiszeiten wird eine existierende Rinne meistens in der nächstfolgenden Eiszeit wieder ausgeschürft. Der räumliche Verlauf zukünftiger Vergletscherungen kann deshalb für viele Fälle gut prognostiziert und bei der Standortwahl für ein geologisches Tiefenlager berücksichtigt werden. Den stark übertieften Felsrinnen wurde bei allen in Etappe 1 des Sachplanverfahrens bestimmten geologischen Standortgebieten ausgewichen. Zusätzlich werden die Wirtgesteinsformationen der Nordschweiz von den (tiefen)erosionsbeständigen Kalkabfolgen des oberen Malms überlagert, welche einen wirksamen Schutz vor glazialer Tiefenerosion innerhalb des Nachweiszeitraums bilden.

Erdbeben

Die Gemeinden Buchs, Linn und Remigen, die Grünen Bezirk Bülach, die Grünen Däniken, die Grünen ZH, KLAR! Züri Unterland, LoTi, NOE, SES und WWF Schweiz weisen darauf hin, dass Erdbeben de facto nicht vorhersehbar sind.

Aus Sicht der Gemeinden Buchs und Linn, der Grünen Bezirk Bülach, der Grünen Däniken, der Grünen ZH, KLAR! Züri Unterland, LoTi, NOE, SES und WWF Schweiz wären Tiefenlager zwar weniger von den Auswirkungen eines Erdbebens betroffen als Oberflächenanlagen. Das Gestein rund um das Lager sei jedoch durch die Zugangsstollen gestört und nicht mehr im ursprünglichen Zustand. Das MNA fordert, dass die Auswirkungen von Erdbeben in geologischen Tiefenlagern wissenschaftlich zu klären sind.

Würdigung

Wie weltweite Erfahrungen (z. B. in tiefen Bergwerken und Tunnel) zeigen, sind untertägige Anlagen grundsätzlich weniger von Erdbebenschäden betroffen, da diese Bauwerke vom Gebirge fest umschlossen sind und durch die eintreffenden Erdbebenwellen nicht frei schwingen können. Dies gilt umso mehr, wenn die Anlagen in der Tiefe einmal verfüllt und verschlossen sind, so dass langfristig nur noch direkt vor Ort stattfindende Erdbeben, welche Brüche in der Tiefe verursachen, berücksichtigt werden müssen.

Die effizienteste Prävention vor Erdbeben besteht im Ausweichen vor Zonen erhöhter Erdbebengefährdung. Dies wurde bei der Auswahl der geologischen Standortgebiete in der Etappe 1 des Sachplanverfahrens berücksichtigt. Ausserdem werden bei der Auslegung eines Tiefenlagers bauliche oder organisatorische Massnahmen getroffen, um den Gefahren eines Erdbebens zu begegnen oder die Schäden zu reduzieren.

Erdbeben können nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik nur bezüglich ihrer generellen Häufigkeit abgeschätzt, kaum aber bezüglich Eintretenszeitpunkt vorhergesagt werden. Die Abschätzung der Erdbebengefahr erfolgt auf der Basis von Erdbebendaten, d. h. instrumentell aufgezeichneter, historischer und geologischer Daten, wobei mit physikalischen und statistischen Modellen die Wiederkehrperioden für eine gewisse Stärke von Bodenbewegung an einem bestimmten Ort berechnet werden. Die Ergebnisse, welche in Erdbebengefährdungskarten (zum Beispiel des Schweizerischen Erdbebendienstes) zusammengefasst werden, dienen als Grundlage bei der Standortwahl und der Auslegung der Bauwerke. An die Auslegung der Oberflächenanlagen sowie der Zugangsbauwerke werden die gleichen Massstäbe angelegt wie bei Kernkraftwerken: Die Anlagen müssen dem grössten Erdbeben mit einer Wiederkehrperiode von 10 000 Jahren standhalten können.

Aufgrund des relativ beschränkten Beobachtungszeitraumes von Erdbeben (einige Jahrzehnte bei der instrumentellen Aufzeichnung, einige hundert Jahre bei der historischen Aufzeichnung und einige Jahrtausende bei den geologischen Archiven) ist die Erdbebengefährdungsabschätzung über 100 000 oder 1 Million Jahre mit grossen Unsicherheiten behaftet. Durch Extrapolation der heutigen Daten sowie durch Hinweise in der Geologie muss davon ausgegangen werden, dass sich im Zeit-