Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2012/51: Zivilgesetzbuch (Änderung betreffend öffentliche Beurkundung) · 45 Seiten
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Referenz/Aktenzeichen: COO.2180.109.7.111250 / 233.1/2011/01193
standsregeln nach Artikel 503 ZGB und zu den kantonalrechtlichen Ausstandsbestimmungen steht. Sollte es nicht möglich sein, eine klare Rahmenordnung zu erlassen, ist eine bundesrechtliche Ausstandsregelung erforderlich (SAV).
Erforderlich ist eine Konkretisierung der «nahestehenden Personen» (JU; SAV), und zwar durch das kantonale Recht (NE). Die Begriffe «Beteiligung» und «Selbstbeteiligung» sind im Gesetz (SZ; SAV) oder in der Botschaft näher zu umschreiben (SZ).
4.8 Wahrheitspflicht (Art. 55g) Zustimmung
Die vorgeschlagene Regelung wird begrüsst (AG, BL, BS, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SZ, ZG, ZH; EVP, SP, SVP; economiesuisse, SAV, SBV, SGB, SGV, SV, Uni LU, VSGV).
Ebenso: CNN, Häusermann.
Allerdings ist die Bestimmung in einem Satz zusammenzufassen:
«Die Urkundsperson beurkundet wahrheitsgetreu und klar» (ZH).
Änderungsvorschläge
Der Randtitel ist unvollständig, denn die Wahrheitspflicht und die Klarheitspflicht sind nicht dasselbe und haben eine unterschiedliche Finalität. Dementsprechend wäre zu formulieren: «6. Wahrheits- und Klarheitspflicht». Man könnte sich auch fragen, ob Absatz 2 (scil. «Sie beurkundet klar») nicht entbehrlich ist (Uni NE).
Ablehnung
Die vorgeschlagene Regelung wird abgelehnt (AI, FR, GE, GL, JU, SO, TG, TI, UR, VD, VS; CVP, FDP; SNV, SSN, Uni BE, Uni GE, Unil).
Ebenso: BN, BNV, CP, IGS, NBS, NPBS, ONT, PLR VD, Vischer, WNV.
Die undifferenzierte Behandlung der Wahrheitspflicht hat untragbare Folgen, zumal die Regelung eine unterschiedliche Würdigung von Willens- und Sachbeurkundungen unmöglich macht (SNV).
Es besteht das Risiko, dass die vorgeschlagene Minimalregelung die Anforderungen zahlreicher kantonaler Erlasse nach unten nivelliert (Unil).
Absatz 1
Die vorgeschlagene Wahrheitspflicht geht zu wenig weit, denn sie erlaubt die Beurkundung von Tatsachen, von denen der Notar bloss annimmt, dass sie stimmen. Die Urkundsperson soll aber nur Willenserklärungen und Tatsachen beurkunden dürfen, die sie selbst vorschriftsgemäss wahrgenommen hat (BE, NE).
Der Satz 2 (scil. «Insbesondere trifft sie in der öffentlichen Urkunde keine Feststellung, von der sie weiss, dass sie nicht stimmt») folgt aus der Wahrheitspflicht nach Satz 1 und ist mangels selbständiger Bedeutung zu streichen (NE, ZH).
4.9 Schweigepflicht (Art. 55h) Zustimmung
Die vorgeschlagene Regelung wird begrüsst (AG, BL, GR, NW, OW, SG, SH, ZG, ZH; EVP, SP, SVP; economiesuisse, SAV, SGB, SGV, SV, Uni LU, VSGV).
Ebenso: CNN, Häusermann.
Ablehnung
Die vorgeschlagene Regelung wird abgelehnt (AI, GE, GL, JU, NE, SO, TG, TI, UR, VD, VS; CVP, FDP; SNV, SSN, Uni BE, Uni GE, Unil, Uni NE).
Ebenso: BN, BNV, CP, IGS, NBS, NPBS, ONT, PLR VD, Vischer, WNV.