Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2012/51: Zivilgesetzbuch (Änderung betreffend öffentliche Beurkundung) · 45 Seiten

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Referenz/Aktenzeichen: COO.2180.109.7.111250 / 233.1/2011/01193

Nebenpersonen

Es ist wichtig, dass die Beurkundung nur in Anwesenheit der absolut notwendigen Personen vollzogen wird. Die Anwesenheit der Nebenpersonen ist deshalb auf das Notwendige zu beschränken (SBV).

Anwendungsbereich

Wiewohl der erläuternde Bericht festhält, der Grundsatz der Einheit des Aktes sei auf Sachbeurkundungen, d.h. die Beurkundung von Vorgängen und Zuständen, nicht anwendbar, geht diese Einschränkung nicht aus dem Normtext hervor (Unil).

Begriffliches

Die Begriffe «Urkundspartei» und «Nebenpersonen» sind nicht definiert (Unil).

Der deutsche Begriff «Urkundspartei» ist auf Französisch statt «parties à la procécure» zutreffender mit «parties à l'acte», «parties» oder «comparants» wiederzugeben (Uni GE).

Diskriminierungsfreie Gestaltung der öffentlichen Beurkundung

Die Regelung der Einheit des Aktes ist wie folgt zu ergänzen:

«Die barrierefreie Zugänglichkeit des Beurkundungsortes muss gewährleistet sein, wenn die Anwesenheit von Personen mit Behinderung im Sinne des Art. 55j Abs. 1 verlangt ist» (EH).

Absatz 2

Der unbestimmte Rechtsbegriff «ohne wesentliche Unterbrechung» ist zu vermeiden bzw. mit konkretisierenden Merkmalen zu ergänzen (GL).

Absatz 3 (Sukzessivbeurkundung)

Änderungsvorschläge

Wichtig ist, dass Sukzessivbeurkundungen zulässig sind. Dabei ist es zweckmässiger, dass die Urkundsperson nur in «begründeten Fällen» statt aus «wichtigen Gründen» eine solche Beurkundung vornehmen darf und den Grund in der Urkunde zu nennen hat (SAV).

Es fehlen Leitlinien, welche «wichtigen Gründe» anerkannt sind (AR). Dieser unbestimmte Rechtsbegriff führt zu Rechtsunsicherheit (FR, GE, SZ; Unil) und lässt zu viel Spielraum offen, der nicht den zahlreichen einzelnen Urkundspersonen überlassen werden kann (NW). Der Begriff des «wichtigen Grundes» ist näher – jedenfalls exemplarisch in der Botschaft (SG) – zu definieren (LU, ZG) bzw. mit konkretisierenden Merkmalen zu ergänzen (BL, JU), etwa in Form einer nicht abschliessenden Aufzählung von Beispielfällen wie «insbesondere wenn ...», «namentlich bei ...» (BL).

Die Voraussetzungen der Sukzessivbeurkundung sind restriktiver zu formulieren (FR, JU), und zwar mit der Einschränkung: «Mit Ausnahme des Ehe- und Erbvertrages können Verträge auch mit jeder Urkundspartei einzeln beurkundet werden» (SZ). Es ist dafür zu sorgen, dass – entsprechend dem Grundsatz der Einheit des Aktes – Sukzessivbeurkundungen wirklich nur in Ausnahmefällen vorkommen und nicht zur Regel werden (ZG). Um sicherzustellen, dass nur im Ausnahmefall Verträge mit den Urkundsparteien einzeln beurkundet werden, sollen Ausnahmen von der Einheit des Aktes nur mit der Bewilligung der zuständigen Aufsichtsbehörde zulässig sein (NW).

Der deutsche Begriff «Urkundspartei» ist auf Französisch statt «parties à la procécure» zutreffender mit «parties à l'acte», «parties» oder «comparants» wiederzugeben (Uni GE).

Ablehnung

Nur das gemeinsam durchgeführte Hauptverfahren bietet Gewähr für die Überprüfung und Beurkundung des übereinstimmenden Parteiwillens (SH). Die öffentliche Beurkundung ist nicht für Alltagsgeschäfte, sondern für Geschäfte von grosser Tragweite vorgesehen. Der Grundsatz der Einheit des Aktes ist dabei von herausragender Bedeutung und sichert na-