Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/27: Reform der Altersvorsorge 2020 · 212 Seiten

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Vorsorgegeldern orientieren und andererseits die Konsequenzen der anhaltenden Tiefzinsphase berücksichtigen.

So ist davon auszugehen, dass vor allem in der kurzen und mittleren Frist die erforderliche Kapitalrendite von knapp 5 Prozent kaum erreicht werden kann. Zurzeit bestehen weder Anzeichen, dass die Nationalbanken die Tiefzinspolitik aufgeben werden, noch erwarten die Akteure auf den Finanzmärkten entsprechende Änderungen. Die Rendite für ein durchschnittliches Pensionskassenportfolio wird für die nächsten 10 Jahre mit 2,4 Prozent veranschlagt.19 Darüber hinaus wäre auch bei einer schrittweisen Erhöhung der Zinsen mit einer längeren Übergangsfrist zu rechnen, da höhere Renditen erst dann erzielt werden können, wenn die bestehenden Anlagen mit tiefen Renditen durch Anlagen mit höheren Renditen ersetzt worden sind. Wenn die Zinsen steigen, sinkt der Verkehrswert der festverzinslichen Anlagen, was zu einer Verringerung des Deckungsgrads führt. Das hat zur Folge, dass die Phase der – zu – tiefen Renditen insgesamt lange dauern wird – selbst wenn sich das Zinsumfeld demnächst verbessern sollte. Wird auf eine Anpassung des Umwandlungssatzes verzichtet, entstehen den Vorsorgeeinrichtungen bei anhaltend tiefen Erträgen und Mehrkosten aufgrund der steigenden Lebenserwartung laufend Verluste, die eine korrekte Verzinsung des Kapitals der Aktiven erschweren.

Auch wenn sich die finanziellen Perspektiven für die berufliche Vorsorge nicht mit Sicherheit ermitteln lassen, ist eine Anpassung des Mindestumwandlungssatzes unumgänglich. Die finanzielle Gesamtsituation der Vorsorgeeinrichtungen hat sich in den letzten Jahren markant verschlechtert, und es kann in absehbarer Zeit nicht mit einer Erholung des Marktes gerechnet werden. Die folgende Grafik stellt die Entwicklung der Deckungsgrade dar und führt dabei die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Staatsgarantie getrennt auf:

Grafik 1-8

Verlauf des kapitalgewichteten durchschnittlichen Deckungsgrads

115 112.2

110.4 111.2

110 107.7 104.6 104.8

105 103.4 103.4

101.2

100 97.2

95 93.5 93.2

91.3 Kassen ohne Staatsgarantie 90 Kassen mit Staatsgarantie 85.9

84.0 84.8 85 82.9 82.9

80.6

79.1

80

75

Ende 2005 Ende 2006 Ende 2007 Ende 2008 Ende 2009 Ende 2010 Ende 2011 Ende 2012 30.09.2013 Quellen: 2004 - 2011: Pensionskassenstatistik BFS, Berechnungen BSV; ab 2012: Schätzungen BSV.

Quelle: Daten BFS, Berechnungen BSV

Aus der Grafik geht hervor, dass Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie noch immer nicht über genügend Reserven verfügen. Ende September 2013 betrug der

19 Swisscanto, PK Statistik.