Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/56: Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) als indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)» · 64 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 13Fedlex · Erläuternder Bericht
die natürlichen Ökosysteme. Die Abfallmenge pro Kopf nimmt stetig zu und lag 2010 bei rund 700 Kilogramm pro Person.16
Der Klimawandel und seine Folgen sind in der Schweiz bereits deutlich spürbar.17 Verschiedene weitere natürliche Ressourcen stehen stark unter Druck, u.a. die Biodiversität und der Boden. So geht beispielsweise fast ein Quadratkilometer Kulturland pro Sekunde verloren. Dadurch werden Funktionen des Bodens wie die Nahrungsmittelproduktion, die Regulierung des Wasserhaushalts oder als Habitat für die Biodiversität verändert.
Der totale Materialaufwand der Schweiz hat seit 1990 um 17 Prozent zugenommen und erreichte 2011 122 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner pro Tag. Der Verbrauch an Metallen betrug 2011 insgesamt rund 2,5 Millionen Tonnen.18 Dieser Verbrauch ist teilweise mit einer besonders hohen Umweltbelastung verbunden.19
Die Schweiz ist eine stark in den globalen Markt integrierte Volkswirtschaft mit einem grossen Dienstleistungssektor und relativ hoher Import- und Exporttätigkeiten. Mehr als die Hälfte der Umweltbelastung des Schweizer Konsums fällt im Ausland an. Um sie auf ein naturverträgliches Mass zu reduzieren, wäre gemäss heutigem Kenntnisstand eine Reduktion des Ressourcenverbrauchs in einer Grössenordnung von 65 Prozent erforderlich.20 Nicht alle Phasen des Lebenszyklus eines Produkts (Produktion, Transport, Nutzung, Entsorgung) finden im gleichen Land statt. Dies ist eine Folge der zunehmenden Globalisierung mit wachsender internationaler Arbeitsteilung.
Güter, die über den ganzen Lebenszyklus eine besonders hohe Umweltbelastung verursachen, sind neben fossiler Energie und energieverbrauchenden Gütern beispielsweise Elektroanlagen, Beton, Fette und Öle, Dünger, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Futtermittel und Textilien. Diese Tatsache wird aus der Ökobilanzierung nach der Methode der ökologischen Knappheit ersichtlich. Die Gewichtung der einzelnen Umweltprobleme und die Umwandlung in die Einheit der sogenannten Umweltbelastungspunkte orientieren sich dabei an den Zielen der schweizerischen Umweltpolitik. Werden die Produkte zu Konsumbereichen aggregiert, wird ersichtlich, dass die belastendsten Bereiche Ernährung, Wohnen und private Mobilität sind. Sie machen gemäss einer 2011 erstmals durchgeführten Pilotstudie zusammen gut
16 BAFU/BFS (2011), Umwelt Schweiz 2011, Bern und Neuchâtel.
17 Bundesrat (2012), Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, Ziele, Herausforderungen und Handlungsfelder, Erster Teil der Strategie des Bundesrates vom 2. März 2012, Bericht UD-1055-D, Bern.
18 BFS (2013), Materialflusskonten, Neuchâtel. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/02/05/blank/data/03/01.html (Abrufdatum: 14.05.2013).
19 Jungbluth N. et al. (2012): Umweltbelastungen des privaten Konsums und Reduktionspotenziale. http://www.esu-services.ch/fileadmin/download/jungbluth-2012-Reduktionspotenziale- BAFU.pdf.
20 Jungbluth N. et al. (2011): Environmental Impacts of Swiss Consumption and Production: http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01611/index.html?lang=en&show_kat=/p ublikationen; sowie Footprintnetwork (2012): Country Factsheet: Switzerland. http://www.footprintnetwork.org/images/trends/2012/pdf/2012_switzerland.pdf (Abrufdatum 24.05.2013)