Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/63: Bundesgesetz über die Finanzdienstleistungen (Finanzdienstleistungsgesetz, FIDLEG) und Bundesgesetz über die Finanzinstitute (Finanzinstitutsgesetz, FINIG) · 74 Seiten
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Regulierungsfolgenabschätzung zum Finanzdienstleistungsgesetz FIDLEG und zum Finanzinstitutsgesetz FINIG
Vermögensverwalter genannt) ist das zentrale Element des Finanzinstitutsgesetzes FINIG. Die nachfolgenden Kosten-Nutzen Überlegungen konzentrieren sich deshalb darauf. Bei den nachfolgenden Schätzungen wird nicht danach unterschieden, welches Aufsichtsmodell gewählt wird (Unterstellung direkt bei FINMA oder unter eine separate Aufsichtsbehörde). Die Kosten sind somit neutral hinsichtlich der Aufsichtsstruktur.
Marktanalyse
Aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage sind genaue statistische Informationen etwa bezüglich der Anzahl der betroffenen Firmen oder der Höhe der verwalteten Kundengelder nicht vorhanden.51 Stattdessen muss auf Schätzungen zurückgegriffen werden. Im Auftrag des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD hat die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) deshalb eine aktuelle Marktanalyse zu den Vermögensverwaltern in der Schweiz durchgeführt (vgl. Anhang 2: „Regulierungskostenanalyse zum Finanzinstitutsgesetz FINIG – Schlussbericht“).
Die Marktanalyse der ZHAW hat gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der gegenwärtig 2‘300 Vermögensverwalter weniger als fünf Mitarbeiter hat. Rund die Hälfte aller Vermögensverwalter hat einen oder höchstens zwei Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigen die Vermögensverwalter zwischen 7‘500-8‘500 Mitarbeiter. Sie sind kaum im Geschäft mit sehr grossen Vermögen involviert und haben meist eine überschaubare Anzahl Kunden aus der Schweiz oder dem europäischen Umfeld. Insgesamt verwalten die Vermögensverwalter rund CHF 560 Mia. Kundengelder und erwirtschaften eine durchschnittliche Bruttogewinnmarge52 von 0.8%. Gemessen an allen Wertschriftenbeständen in den Kundendepots aller Banken (vgl. Abbildung 4) haben die Vermögensverwalter einen Marktanteil von über 10%. Die Personalkosten dürften typischerweise der grösste Kostenblock sein.
Die regionale Verteilung der Vermögensverwalter ist ungleichmässig. Knapp die Hälfte der rund 2‘300 Vermögensverwalter konzentriert sich in den beiden Finanzzentren Zürich und Genf. Andere Kantone mit mehr als 50 Vermögensverwaltern sind Zug, Tessin und Waadt. Demgegenüber sind in vielen Kantonen nur wenige Vermögensverwalter ansässig (vgl. Abbildung 5).
Die Altersstruktur der Vermögensverwaltungsfirmen ist besonders im Hinblick auf die Übergangsregelung (vgl. Kapitel 2.3) aufschlussreich. Rund die Hälfte aller Vermögensverwalter trat innerhalb des letzten Jahrzehnts in den Markt ein (vgl. Abbildung 6). Neben den Vermögensverwaltern in Zürich, Genf, Waadt und Tessin sind auch diejenigen in Basel-Stadt überdurchschnittlich lange auf dem Markt tätig.
Abbildung 4: Wertschriftenbestände in den Kundendepots aller Banken (1998-2012)
6000 4000 Total Inland 2000 Ausland 0 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010
51 Gemäss der Statistik zur Unternehmensstruktur des Bundesamts für Statistik waren 2011 insgesamt 14‘714 Unternehmen im Finanzsektor tätig. Unabhängige Vermögensverwalter werden nicht separat ausgewiesen.
52 Die Bruttogewinnmarge ist ein Massstab für die Profitabilität eines Unternehmens.