Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/132: Genehmigung und Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) · 84 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 25Fedlex · Erläuternder Bericht
- NFP 40 «Gewalt im Alltag und organisierte Kriminalität»
- NFP 52 «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel»
- NFP 60 «Gleichstellung der Geschlechter»74
Im Rahmen der schweizerischen Opferbefragung 2011 wurde in Absprache mit der Kantonalen Konferenz der Polizeikommandanten (KKPKS) und unter Federführung des Bundesamtes für Justiz (BJ) eine Zusatzstudie zum Thema häusliche Gewalt durchgeführt, bei welcher das Ausmass der häuslichen Gewalt, das Anzeigeverhalten, die Intervention der Polizei und der Kontakt mit den Opferhilfestellen untersucht wurde. Diese Ergebnisse wurden in den Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats Fehr75, der 2013 publiziert wurde76, aufgenommen.
Im Auftrag des Bundesrates hat das SEM eine vertiefte Studie zu den Ursachen und Formen sowie zum Ausmass der Zwangsheiraten in der Schweiz77 durchführen lassen, die als Grundlage für das Bundesprogramm zur Bekämpfung von Zwangsheiraten (2013–2017) dient.
Im Bereich der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz haben das EBG und das SECO in den Jahren 2006 und 2007 2020 erwerbstätige Personen telefonisch zur Häufigkeit sexueller Belästigungen am Arbeitsplatz in der Deutsch- und Westschweiz befragen lassen.78 Auf Grundlage einer ähnlichen Studie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 60 «Gleichstellung der Geschlechter» konnte das Ausmass der sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz im Tessin aufgezeigt werden.79
Des Weiteren wurden in der Schweiz in den letzten 10 Jahren von Forschenden an Universitäten und Fachhochschulen sowie von Expertinnen und Experten verschiedene Studien und Fachartikel zum Thema Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt verfasst, welche sich unter anderem auf folgende Aspekte konzentrieren: Ursachen, Evaluation von Massnahmen, Untersuchung der Einstellung des Verfahrens nach Art. 55a StGB, Beratungsbedarf, Risikoabschätzung, Schweregrad, Tatmittel, Stalking, Kinder als Mitbetroffene häuslicher Gewalt, Gewalt gegen Kinder, Gewalt in jugendlichen Beziehungen, Migration und Anzeigeverhalten.
74 Vgl. Daniela Gloor, Hanna Meier: Betroffenensicht zu Recht und Interventionen bei Partnergewalt – auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter. Schinznach-Dorf, 2014.
75 09.3878 «Mehr Anzeigen mehr Abschreckung».
76 https://www.bj.admin.ch/dam/data/bj/aktuell/news/2013/2013-02-271/ber-br-d.pdf.
77 Anna Neubauer, Janine Dahinden, «Zwangsheiraten» in der Schweiz: Ursachen, Formen, Ausmass, Bern 2012: http://www.gegen-zwangsheirat.ch/images/Studie/Studie_de.pdf.
78 Silvia Strub, Marianne Schär Moser, «Risiko und Verbreitung sexueller Belästigung am Arbeitsplatz», Bern, 2008: http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00008/00022/02215/index.html?lan g=de.
79 Franziska Krings, Marianne Schär Moser, Audrey Moudon, «Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – wer belästigt wen, wie und warum? Besseres Verständnis heisst wirksamere Prävention», Oktober 2013: http://www.nfp60.ch/SiteCollectionDocuments/Projekte/nfp60_krings_schlussbericht.pdf.