Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2014/32: Änderung des Obligationenrechts (Aktienrecht) · 50 Seiten

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4.1.5 Sacheinlage und (beabsichtige) Sachübernahme

Es wird zugestimmt, dass die bisherige Praxis zur Sacheinlagefähigkeit kodifiziert wird und die Sacheinlagekriterien ins Gesetz aufgenommen werden (Art. 634). Dadurch werde

Rechtssicherheit geschaffen.38

Zu den einzelnen Voraussetzungen einer Sacheinlage werden punktuell Anmerkungen vorgebracht, so insbesondere zum Kriterium der Verwertbarkeit nach Absatz 1 Ziffer 439 und zur in Absatz 3 vorgesehenen Zuständigkeit der Urkundsperson40.

Der Aufhebung der Vorschriften zur (beabsichtigten) Sachübernahme wird deutlich zugestimmt (insbesondere Art. 628). Dadurch würden juristische Probleme entfallen und somit die Kosten der Kapitalaufbringung gesenkt.41 Die Gläubigerinnen und Gläubiger würden aufgrund des Kapitalerhaltungs-, Verantwortlichkeits- und Strafrechts ausreichend geschützt.42

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gegen die Aufhebung der Vorschriften zur (beabsichtigten) Sachübernahme. Sie erkennen darin eine Schwächung der Kapitalaufbringung und die Gefahr vermehrter Schwindelgründungen.43 Es wird zudem bezweifelt, ob durch die Aufhebung tatsächlich mehr Rechtssicherheit u. a. für den Verwaltungsrat geschaffen werde. Es werde ein "Safe Harbor" verschwinden.44 Das Risiko werde vom Prüfer auf den Laien verlagert.45

4.1.6 Ordentliche Kapitalerhöhung

Den Änderungen bei der ordentlichen Kapitalerhöhung (Art. 650-652h) wird deutlich zugestimmt.46

Die meisten Anmerkungen zur ordentlichen Kapitalerhöhung betreffen das Bezugsrecht (Art. 652b):

 Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen auf eine explizite Regelung der Festübernahme (Abs. 1bis) verzichten, da die wirtschaftliche Freiheit zu stark eingeschränkt werde und auch ausländische Finanzinstitute als Festübernehmer erlaubt sein sollten.47

 Der Vorentwurf sieht vor, dass der Ausgabebetrag nur dann wesentlich tiefer als der wirkliche Wert der Aktien festgesetzt werden darf, wenn das Bezugsrecht handelbar ist oder sämtliche an der GV vertretenen Aktionärinnen und Aktionäre dem Ausgabebetrag zustimmen. Diesbezüglich wird vorgebracht, dass das Kriterium der Wesentlichkeit für die Praxis zu unbestimmt sei und zu kostspieligen Bewertungsgutachten führen würde.48 Auch sei das Erfordernis der Einstimmigkeit nicht praktikabel und würde Sanierungen erschweren.49 Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlagen deshalb vor, dass ein tieferer Ausgabebetrag immer zulässig sein sollte, wenn wichtige Gründe vorliegen.50 Eine Teilnehmerin schlägt vor, dass zur Erleichterung der Sanierung einer Bank das Bezugsrecht ganz entfallen sollte, ausser die Eidg. Finanzmarktaufsicht sehe etwas anderes vor.51

38 GR, S. 4; NE, S. 8; NW, S. 2; BärKarrer, S. 11.

39 CP, S. 2 f.; SH, S. 3; Meyer, S. 2.

40 GR, S. 4; HRA LU, S. 2; NE, S. 5; SO, S. 3 f.; Uni NE, S. 8; SNV, S. 1 ff.; SO HK, S. 2; ZH HK, S. 3; BärKarrer, S. 11 f.; Homburger, S. 12.

41 GR, S. 4 f.; HRA LU, S. 1 f.; JU, S. 1; NW, S. 2; SG, S. 3; ZH, S. 2; UniL, S. 27; SECA, S. 11; Treuhand-Kammer (Anhang); Homburger, S. 10; Lenz&Staehelin, S. 3; Novartis, S. 8; SchellenbergWittmer, S. 5; Walderwyss, S. 5. Siehe auch S. Anm. 16.

42 Zurich, S. 12.

43 AG, S. 2; NE, S. 1 f.; SO, S. 3; SG, S. 4.

44 Uni ZH, S. 4 f.

45 Meyer, S. 5 ff. und S. 8 f.

46 S. Anm. 16.

47 SGV, S. 6; SO HK, S. 3. ZH HK, S. 3; BärKarrer, S. 13; CS, S. 5; Homburger, S. 17 f.; Novartis, S. 3.

48 AG, S. 3; NE, S. 6; SVP, S. 3; Economiesuisse, S. 14; Uni SG, S. 8; IHZ, S. 8; SAV, S. 8; SwissHoldings, S. 15; VPAG, S. 3; BärKarrer, S. 13 f.; Homburger, S. 18; SchellenbergWittmer, S. 6; Walderwyss, S. 8.

49 GR, S. 5; NW, S. 3; ZG, S. 2 und S. 5; SVP, S. 3; Economiesuisse, S. 14; SBV, S. 5; IHZ, S. 8; SO HK, S. 3; SwissHoldings, S. 15; ZH HK, S. 3; BärKarrer, S. 13 f.; CS, S. 5; Novartis, S. 3; Roche, S. 7; SchellenbergWittmer, S. 6; UBS, S. 3.

50 SBV, S. 5; BärKarrer, S. 13 f.; CS, S. 5.

51 Uni SG, S. 28.