Vorlagen 2
Vernehmlassung 2014/55: Revision des Verordnungsrechts zum neuen Lebensmittelgesetz (Projekt Largo) · 1'864 Seiten
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Anlage 2
Vorschriften für die Behandlung durch Elektrodialyse
Die Behandlung durch Elektrodialyse dient der Verhinderung der Ausfällung von Kaliumhydrogentartrat und Kalziumtartrat (sowie anderer Kalziumsalze) in Wein durch Entfernen überschüssiger Ionen aus Wein über anionenpermeable und kationenpermeable Membranen unter Einwirkung eines elektrischen Feldes.
1. VORSCHRIFTEN FÜR MEMBRANEN
1.1. Die Membranen werden abwechselnd zu einer pressfilterartigen Zelle oder zu jeglichem
anderen geeigneten System zusammengeschaltet, die/das aus einer Dialysierzelle für Wein und einer Anreicherungszelle für Spülflüssigkeit besteht.
1.2. Die kationenpermeablen Membranen müssen eigens für die Entfernung von Kationen,
insbesondere von K- und Ca-Kationen konzipiert sein.
1.3. Die anionenpermeablen Membranen müssen eigens für die Entfernung von Anionen,
insbesondere von Weinsteinanionen konzipiert sein.
1.4. Die Membranen dürfen keine übermässige Veränderung der physikalisch-chemischen
Zusammensetzung und der sensorischen Merkmale des Weins hervorrufen. Ihre Verwendung darf keine Interaktionen zwischen den Bestandteilen der Membran und den Weininhaltsstoffen hervorrufen, die im behandelten Produkt neue potenziell toxische Verbindungen entstehen lassen.
Die Stabilität neuer Elektrodialysemembranen ist mit Hilfe eines Simulators festzustellen, der der physikalisch-chemischen Zusammensetzung des Weins Rechnung trägt, um die etwaige Migration bestimmter Stoffe zu untersuchen, die aus der Elektrodialysemembran stammen.
Folgende Versuchsmethode wird empfohlen:
Als Simulator wird eine wässrig-alkoholische Lösung, die auf den pH-Wert und die Leitfähigkeit des Weins abgepuffert ist, verwendet. Sie setzt sich wie folgt zusammen:
- absolutes Ethanol: 11 l
- Kaliumhydrogentartrat: 380 g
- Kaliumchlorid: 60 g
- konzentrierte Schwefelsäure: 5 ml
- destilliertes Wasser: q.s.p 100 l.
Diese Lösung wird für Migrationsversuche im geschlossenen Kreislauf über eine Elektrodialyse-Mehrfachzelle, an der eine Spannung von 1 Volt/Zelle liegt, in einer Menge von 50 l/m2 Membranfläche bis zu einer Entmineralisierung von 50 Prozent verwendet. Für den Spülkreislauf wird eine Kaliumchloridlösung von 5 g/l verwendet. Die Diffusionsstoffe werden sowohl im Simulator als auch im Elektrodialysestrom bestimmt.
Die organischen Moleküle, aus denen sich die Membran zusammensetzt und die geeignet sind, in die behandelte Lösung überzutreten, sind zu bestimmen. Für jeden dieser Stoffe wird eine gesonderte Bestimmung durch ein zugelassenes Labor durchgeführt. Der im Simulator auftretende Gehalt muss für alle vorgefundenen Verbindungen insgesamt geringer als 50 μg/l sein.