Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2014/60: Strategie Stromnetze · 85 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 72Fedlex · Erläuternder Bericht

Netzausbau und damit verringerter Engpasssituationen die Redispatchkosten109 in der Schweiz reduziert werden.

3.3.2 Auswirkungen auf Wachstum, Beschäftigung und Wohlfahrt

Obgleich einzelwirtschaftlich von Belang sind volkswirtschaftlich gesehen die Effekte, welche direkt aus der Strategie Stromnetze resultieren, auf das jährliche BIP-Wachstum und die Beschäftigung als vernachlässigbar einzustufen. Die zu erwartenden Einflüsse auf diese volkswirtschaftlichen Kenngrössen sind begrenzt. Wie oben ausgeführt ist der wesentlichste Kostentreiber im Bereich der Stromnetze der Mehrkostenfaktor für die Kosten der Erdverkabelung, bei denen die anfallenden Investitionen zugleich auch eine gewisse Beschäftigungswirkung haben. Durch die verbesserte planerische Abstimmung beim Netzausbau können, wie oben ausgeführt, etwaige volkswirtschaftliche Kosten von Fehlplanung reduziert werden. Ferner wird die Anbindung an die europäischen Nachbarländer verbessert und somit mögliche Handelsgewinne der Schweizer Energiewirtschaft abgesichert.

Die Wohlfahrtseffekte der Strategie Stromnetze sind ex ante nicht genau bezifferbar und werden deshalb qualitativ beschrieben. Grundsätzlich erhöhen Massnahmen der Strategie Stromnetze vor allem die Versorgungs- und Systemsicherheit in der Schweiz. Dies gilt insbesondere bezüglich der Übertragungsnetzebene. Aufgrund der hohen potenziellen Kosten von Stromausfällen ist dies ein wesentlicher volkswirtschaftlicher Gewinn. Die verbesserten wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Erdverkabelung wirken sich zugleich hinsichtlich der Integration von neuen erneuerbaren Energien grundlegend positiv aus, da die gesellschaftliche Akzeptanz für den hierzu notwendigen Netzausbau merklich gesteigert wird.

Gegenzurechnen sind neben den verringerten Kosten aus Einsprachen gegen die Projekte und den damit verbundenen komplexeren Genehmigungsverfahren prinzipiell auch vermiedene externe Kosten. Eine Erdverkabelung lässt sich aber nicht über die vermiedenen externen Kosten rechtfertigen, sondern vor allem über den Nutzen im Bereich Umwelt und Landschaft und der damit verbundenen erhöhten gesellschaftlichen Akzeptanz für den Netzausbau. Ohne erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz kann der notwendige Netzausbau nicht in der vorgesehenen Weise umgesetzt werden. Dies beinhaltet mögliche volkswirtschaftliche Folgekosten, zum Beispiel aus einer geringeren netzseitigen Versorgungssicherheit.

Auch die Handelseffekte durch die verbesserte internationale Anbindung sind wohlfahrtsmässig nicht belastbar quantifizierbar. Sie hängen vor allem von der Marktentwicklung in der Schweiz und der EU ab, das heisst, wie sich die grenzüberschreitenden Nachfrage- und Angebotspotenziale zu den verfügbaren Grenzkapazitäten verhalten. Anzumerken ist, dass die Schweiz im Aussenhandel mit Elektrizität derzeit einen Überschuss von 327 Millionen Franken macht, das heisst,

109 Redispatch-Massnahmen sind präventive oder operative Massnahmen zur Engpassbeseitigung, welche auf nationaler oder internationaler Ebene angewendet werden können.