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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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des Projekts setzte sich das Angebot nicht durch. Seither pflegt Swiss Olympic ein Netzwerk mit leistungssport-freundlichen Lehrbetrieben. Nachwuchsathletinnen und -athleten sind insbesondere in gewerblichen Berufen auf das Wohlwollen des Lehrbetriebs angewiesen. Im Bereich der kaufmännischen Ausbildung ist die Situation erfahrungsgemäss weniger problematisch. Auf Initiative von Swiss Olympic haben 13 Kantone eine Koordinationsstelle aufgebaut, um Nachwuchsathletinnen und -athleten mit geeigneten Lehrbetrieben zusammenzuführen. Eine formelle Berufsanerkennung für Spitzensportlerinnen und -sportler existiert nicht. Ein Transfer von Kompetenzen in andere Berufsfelder, die Spitzenathletinnen und -athleten im Laufe ihrer Karriere erwerben, erfolgt heute allenfalls informell.

Auf der tertiären Bildungsstufe fehlt die Akzeptanz der leistungssportlichen Begabtenförderung noch weitgehend. Untersuchungen zeigen, dass Spitzensportlerinnen und -sportler auf Hochschulstufe deutlich untervertreten sind. So sind sie in hohem Mass auf den Goodwill der jeweiligen Lehrstühle angewiesen, wenn sie neben Training und Wettkampf ein Studium absolvieren wollen. Bis heute gibt es keine einheitlichen Regelungen an Hochschulen, welche parallel zum Spitzensport komplementäre Ausbildungsgänge ermöglichen würden. Über 60% der studierenden Spitzensportlerinnen und -sportler fühlen sich von ihren Universitäten und Hochschulen schlecht oder nur mässig unterstützt. Ungeachtet dieser Perspektive will die Hälfte der Athletinnen und Athleten künftig eine Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität in Angriff nehmen. Entsprechend gross ist der Handlungsbedarf.

6.1.4 Spitzensportförderung der Armee, des Grenzwachtkorps, des Zivilschutzes und des Zivildienstes

Während es der Armee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem darum ging, die Wehrfähigkeit der Männer durch Sport zu erhalten, wird der Leistungssport seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Armee explizit unterstützt.

Seit 1968 ist die Schweiz Mitglied des Conseil International du Sport Militaire (CISM). Im Rahmen dieses 131 Mitgliedstaaten umfassenden internationalen Militärsportverbandes werden in verschiedenen Sportarten jährlich Militärweltmeisterschaften ausgetragen. Die Schweiz ist an den Wettkämpfen des CISM vertreten und regelmässig finden Militärweltmeisterschaften in einzelnen Disziplinen in unserem Land statt.

Die Spitzensportförderung durch die Armee wurde seit 1999 sukzessive ausgebaut. Ziel dieses Fördermodells ist es, Spitzensport und militärische Dienstpflicht optimal zu kombinieren. Die Armee unterstützt Spitzensportlerinnen und -sportler mit internationalen Ambitionen im Rahmen von drei Fördergefäßen: Spitzensport-Rekrutenschule, Wiederholungskurse und Zeitmilitärstellen für Spitzensportlerinnen und -sportler.

Die im Rahmen der Absolvierung der obligatorischen Dienstplicht angebotene Spitzensportförderung hat an Bedeutung gewonnen. Pro Jahr absolvieren 60-80 Athletinnen und Athleten die Spitzensport-RS. Zusätzlich besuchen 250-300 Athletinnen und Athleten jährlich Wiederholungskurse im Planungsrhythmus der olympischen Spiele. Im Rahmen dieses Fördergefässes können Athletinnen und Athleten pro Jahr maximal 30 Diensttage mit Anrechnung und neu zusätzlich, im Rahmen von Art. 27b der Verordnung über den Militärsport vom 1. Oktober 2013, 100 freiwillige Diensttage leisten und sich so unter professionellen Bedingungen auf Olympische Spiele und internationale Meisterschaften vorbereiten. Diese Unterstützung wird auch für Trainerpersonen und gewisse Funktionärspositionen ermöglicht. Zudem hat die Armee zur Zeit 18 Zeitmilitär-Spitzensportlerinnen und -sportler zu 50 Prozent angestellt. Dabei handelt es sich um Athletinnen und Athleten, die als speziell förderungswürdig gelten. Diese