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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten

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N511-1025

eine Infrastruktur im Sinne von fest installierten und mobilen Enforcement-Stationen zur Abgleichung der Fahrberechtigungen mit den Kontrollschildern nötig.72

Anwendung: Die e-Vignette eignet sich für grossräumige Lösungen, insbesondere für Modelle die eine räumliche Differenzierung aufweisen, wie beispielsweise verschiedene Strassenkategorien.

Sonstige Merkmale: Die erhobenen Daten zur Fahrberechtigung werden nach erfolgter Prüfung gelöscht. Der Erwerb der e-Vignette steht auch ausländischen Strassenbenützern offen. Eine e-Vignette liesse sich zudem zu einem gewissen Grade auch zu einem Erhebungssystem für Abschnitte (Passagegebühr) ausbauen. Neben der Fahrberechtigung auf Autobahnen müsste auch die Berechtigung zum Passieren gewisser Mautpunkte – zum Beispiel Alpenübergänge – bei der Registrierung erworben werden. Eine Selbstdeklaration eignet sich grundsätzlich bei jeder Abgabeerhebung. Sie gilt als äussert einfach hinsichtlich Einführung und Betrieb und ist eine der kostengünstigsten Erhebungsarten.73

Beispiel: Elektronische Eurovignette in den BeNeLux-Staaten für Sachentransportfahrzeuge >12 Tonnen

Videomaut

Technik: Während der Vorbeifahrt wird das Nummernschild mit einer Kamera erfasst und an die Zentrale zur Verarbeitung / Überprüfung weitergeleitet.

Infrastruktur: Es ist eine strassenseitige Infrastruktur notwendig (Erfassungsbaken). Fahrzeugseitig ist kein Gerät notwendig.

Anwendung: Die Videomaut ist in erster Linie für räumlich begrenzte Bepreisungsmodelle geeignet. Es kommt insbesondere bei Autobahnmauten, wie auch bei der Erhebung von Brücken-, Tunnel- und städtischen Cordon-Gebühren sowie beispielsweise bei Single Toll Lanes zum Einsatz.

Sonstige Merkmale: In Bezug auf eine vollständige Erfassung aller Verkehrsteilnehmer technisch noch lückenhaft. Die Erkennungsraten verbessern sich jedoch laufend.

Beispiele: 407 Express Toll Route (Kanada), Videomautspuren in Österreich

Funkmaut

Technik: Der Datenaustausch erfolgt zwischen einem im Fahrzeug installierten Gerät und einer strassenseitigen Einrichtung während der Vorbeifahrt.

Infrastruktur: Es ist eine strassenseitige Infrastruktur notwendig (Erfassungsbaken). Auch das Fahrzeug muss mit einem Gerät ausgestattet werden.

Anwendung: Eine Funkmaut eignet sich für Bepreisungsmodelle, welche eine gewisse räumliche Begrenzung aufweisen. Sie kommt insbesondere bei Autobahnmauten, wie auch bei der Erhebung von Brücken-, Tunnel- und städtischen Cordon-Gebühren sowie beispielsweise bei Single Toll Lanes zum Einsatz.

Sonstige Merkmale: Die Erfassung von ausländischen Fahrzeugen muss separat geregelt werden.

Beispiel: Stockholm City Maut (wobei nebst der Funk-Technologie auch Münz- und Kartenautomaten zum Einsatz kommen)

Smart Device

Technik: Mit einer On Board Unit (OBU) wird die Position des Fahrzeugs kontinuierlich mittels Satellitensignalen erfasst und via Mobilfunk an eine Zentrale übermittelt (GPS/GNSS / OBU). Befindet sich das Fahrzeug auf einem bemauteten Strassenabschnitt, wird dies vom System erkannt und die gefahrene Strecke entsprechend den hinterlegten Gebührenregeln be- und verrechnet. Ein Smartphone könnte dieselben Funktionen bieten wie eine OBU, würde sich aber nicht ständig im Fahrzeug befinden, weshalb sich Fragen bezüglich Tauglichkeit, Zuverlässigkeit und Missbrauchsgefahr ergeben.

72 Road Pricing Modell auf Autobahnen und in Stadtregionen, Forschungsauftrag SVI 2001/523, Juni 2006.

73 Road Pricing Modell auf Autobahnen und in Stadtregionen, Forschungsauftrag SVI 2001/523, Juni 2006.