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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten

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N511-1025

chen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen Grenzen bewegen muss.

In der Strassenrechnung wird der Ertrag der Parkgebühren auf 351 Millionen Franken70 im Jahr 2011 geschätzt. Parkgebühren können Lenkungscharakter haben. Die Parkraumbewirtschaftung – wann, wo und zu welchem Preis Parkplätze zur Verfügung gestellt werden – wird heute bereits als wirksames Instrument der Beeinflussung der Verkehrsnachfrage eingesetzt.

Versicherungsprämien

Die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung ist kein Instrument der Verkehrsfinanzierung, doch ist sie ein Kostenelement im Strassenverkehr und könnte auch ein Element der Nachfragebeeinflussung bilden.

In der Schweiz ist die Haftpflichtversicherung für Motorfahrzeuge obligatorisch. Die Prämien für die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung haben bezüglich Mobilitätsnachfrage etwa dieselbe Wirkung wie die kantonalen Motorfahrzeugsteuern hinsichtlich der strategischen Wahl der Mobilitätsmittel. Die Prämien sind im Allgemeinen abgestuft nach Fahrzeugtyp (Fahrzeugwert), Risikoverhalten (Schadensverlauf der Police) und bei gewissen Policen nach jährlicher Fahrdistanz. Die gefahrenen Kilometer werden durch den Fahrzeughalter deklariert und können im Schadenfall durch die Versicherung kontrolliert werden. Mehr und mehr suchen Versicherungsgesellschaften heute nach Wegen, Risikoexposition und Risikoverhalten genauer zu erfassen, um die Prämien möglichst verursachergerecht zu gestalten.71

Erfassungstechniken

Zahlstelle

Technik: Die Berechtigung einen bestimmten Strassenabschnitt zu befahren wird mittels Bezahlung an einer dafür eingerichteten Station erworben. Für den Bezahlvorgang muss in der Regel angehalten werden.

Infrastruktur: Es ist eine strassenseitige Infrastruktur notwendig (Zahlhäuschen, Ticketausgabe). Fahrzeugseitig bedarf es keiner Installation.

Anwendung: Zahlstellen eignen sich insbesondere für «geschlossene» Systeme, wie beispielsweise ein Autobahnnetz.

Sonstiges: Bringt den Nachteil mit sich, dass der Verkehr unterbrochen wird.

Beispiel: Péage-System auf französischen oder italienischen Autobahnen

e-Vignette (Selbstdeklaration)

Technik: Die Vignette ist nicht mehr physisch, sondern nur noch virtuell vorhanden. Sie basiert auf einer elektronischen Speicherung von Nutzungsrechten, welche der Halter beziehungsweise der Nutzer eines Fahrzeuges erwirbt. Die Fahrzeugführerin oder der Fahrzeugführer kauft sich analog zum heutigen öV-Billet eine Zutrittsberechtigung zu einem Netz oder einer Zone für einen bestimmten Zeitraum. Diese kann vorgängig oder auch nachträglich gelöst werden.

Infrastruktur: Strassenseitige Infrastruktur ist für die Erhebung bis auf Billet-Automaten keine Infrastruktur notwendig, da die Zutrittsberechtigung übers Internet oder übers Mobiltelefon (SMS) gelöst werden kann. Fahrzeugseitig bedarf es ebenfalls keiner Installation. Lediglich für die Durchsetzung ist

70 Strassenrechnung 2011, BFS.

71 Die englische Versicherungsgesellschaft Norwich Union bietet unter der Marke «Pay As You Drive» (PAYD) Policen mit einem Kilometertarif an, der nach Tageszeit, Ort und Strassenkategorie abgestuft ist. Die Tarife werden bei Vertragsabschluss individuell für ein Jahr festgesetzt. Sie bewegen sich bei 1 pence/mile (1,45 Rappen/Kilometer [durchschnittlichem Wechselkurs 2013]) auf Autobahnen und 7 pence/mile (10,15 Rappen/Kilometer) auf niederklassigen Strassen). Die Prämie eines Junglenkers für eine Fahrt samstags nach Mitternacht kann bis zu 30-mal höher sein als die Normalprämie tagsüber. Zur Erfassung der Kilometer werden Geräte mit GPS-Positionsbestimmung und GSM-Datenübermittlung in die Fahrzeuge der Versicherungsnehmer eingebaut.