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Vernehmlassung 2015/79: Bericht des Bundesrates über die Sicherheitspolitik der Schweiz · 91 Seiten
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Sicherheitspolitischer Bericht 2016 (Entwurf) Seite 28 _____________________________________________________________________________________
Auch Cyber-Angriffe können zu Versorgungsstörungen führen
Cyber-Angriffe können sich auch gegen kritische Infrastrukturen richten. Diese sind heute häufig stark automatisiert und damit anfällig auf solche Angriffe. Ein Cyber-Angriff könnte insbesondere dann gravierende Folgen haben, wenn Funktionen oder Dienstleistungen beeinträchtigt oder lahmgelegt würden, die für das Funktionieren von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat wesentlich sind. Besonders relevant sind in diesem Zusammenhang die Steuerungs- und Schaltanlagen der Energieversorgung, der Telekommunikation, der Verkehrssteuerung oder von Finanztransaktionen. Der zeitweilige oder dauernde Ausfall solcher Infrastrukturen könnte zu fatalen Kettenreaktionen führen. Weil die Urheberschaft relativ einfach zu verschleiern ist, sind Cyber-Angriffe attraktiv; sie ermöglichen, mit geringem Risiko beträchtlichen Schaden anzurichten.
2.2.6 Katastrophen und Notlagen
Katastrophen und Notlagen sind Ereignisse, die so viele Schäden und Ausfälle verursachen, dass die personellen und materiellen Mittel der betroffenen Gemeinschaft überfordert sind und Hilfe von aussen nötig ist. Sie lassen sich aufgrund ihrer Ursachen und Auswirkungen in natur-, technik- und gesellschaftsbedingt unterscheiden, wobei die letzten beiden Kategorien zum Teil auch mit zivilisationsbedingt zusammengefasst werden. Katastrophen treten von ihrem Charakter her eher plötzlich ein; Notlagen hingegen sind Situationen, die sich oft über einen längeren Zeitraum anbahnen und länger andauern können (z.B. Strommangellage).
Wegen ihrer Topografie ist die Schweiz stark Naturgefahren ausgesetzt. Aufgrund des Klimawandels ist zu erwarten, dass die damit verbundenen Extremereignisse (Starkniederschläge, Stürme, aber auch längere Trockenperioden) noch verstärkt auftreten werden.
Die Schweiz gehört zu den am dichtesten besiedelten Staaten in Europa. Dies führt zu einer grossen Dichte an Infrastrukturen, was hohe Schäden zur Folge haben kann, wenn diese beeinträchtigt oder zerstört werden. Die hohe Infrastrukturdichte drückt sich auch darin aus, dass im Interesse einer effizienten Nutzung der Landschaft gekoppelte Knotenpunkte und Netzwerke entstehen (z.B. nahe beieinander verlaufende Autobahn- und Zugtrassen, ergänzt mit Telekommunikations- und Stromleitungen, Tunnels mit Mehrfachfunktionen).
Besonders problematisch ist es, wenn es zu einer Kombination oder Verkettung von Ereignissen kommt. Wie Katastrophen in den letzten zehn Jahren gezeigt haben, können Ursachen wie Auswirkungen vielfältig sein. So kann es beispielsweise aufgrund von Stürmen, Hochwasser, Erdbeben, Ausfall von Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen, Kernkraftwerkunfällen, Cyber-Angriffen oder konventionellen Anschlägen zu Stromausfällen kommen. Diese wiederum können zu Umweltverschmutzungen, Störfällen in Produktionsanlagen, Ausfällen in der Versorgungs-, Verkehrs- sowie Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen, zu Verunreinigungen von Lebensmitteln und Trinkwasser und – bei langanhaltenden Stromausfällen – zu erhöhter Kriminalität und gewalttätigen Unruhen führen.
Häufigere und intensivere Naturkatastrophen
Naturkatastrophen wie die Hochwasser von 2005 und 2007 werden in der Schweiz in Folge des Klimawandels wahrscheinlich häufiger und intensiver auftreten. Auch Stürme und andere extreme Wetterereignisse und -perioden (Trockenheit, Hitze- und Kältewellen) werden wohl an Intensität weiter zunehmen. Hitzewellen gehören dabei zu den grössten Gefahren, welche die Schweiz im Bereich Katastrophen und Notlagen betreffen können. Durch Hitzewellen und Trockenheit ausgelöste Waldbrände sind ebenfalls Gefahren, die weiter zunehmen dürften und auch Auswirkungen auf die (Verkehrs-)Infrastrukturen und Siedlungsgebiete haben. Hanginstabilitäten durch den Klimawandel und verschärft durch starke Niederschläge führen zu Rutschungen und Murgängen, die ebenfalls die darunter liegenden Netzinfrastrukturen (Verkehr, Kommuni-